+
Für das Thema Mode und Design entschied sich Felicia Warns (li.) bei der so genannten „Großen Arbeit“ der Montessori-Schule Dietramszell. Lena Krügl (re.) untersuchte die artgerechte Tierhaltung.

Mode, Bierbrauen, Fast Food

Montessori-Schüler stellen sich kritischer Projekt-Jury

  • schließen

Dietramszell – An 29 Ständen präsentierten die Montessori-Achtklässler aus Dietramszell die Ergebnisse ihrer „Großen Arbeit“. Die Jury war sehr kritisch.

„Überraschend ist die Auswahl der Themen und die vielfältige, breite Palette“, freut sich Michael Rettinger. „Erstaunlich ist auch, welches Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Umwelt, der Gesellschaft und dem eigenen Handeln zu Ausdruck kommt.“ Fast bewundernd steht der Leiter der Montessori-Schule Dietramszell vor jedem einzelnen der 29 Ausstellungsstände, die die Schüler der achten Klasse im ersten Stock des Schulhauses aufgebaut haben. Hier präsentieren sie das Ergebnis ihrer „Großen Arbeit“.

Für die jeweiligen Schüler ist diese Arbeit in jedem Jahr eine gewaltige Herausforderung, der sie sich aber gerne stellen. Hier geht es nicht nur um das, was sie gelernt haben, sondern auch darum, wie sie das Erlernte im täglichen Leben umsetzen. Die Themen wählen die Schüler selbst aus, steigen im Rahmen eines Praktikums intensiv in die Problematik ein, recherchieren, führen Interviews, fassen das Ergebnis schriftlich zusammen in oft über 20 Seiten langen Texten, gestalten den Ausstellungsstand und präsentieren sich und ihre Arbeit in einem etwa zehnminütigem Referat. „Da muss das Gesamtpaket stimmen, nur wer in jeder Disziplin überzeugt, bekommt auch am Ende die begehrte Urkunde“, erkärt Rettinger. „Die Entscheidung trifft die Jury aus Pädagogen, externen Fachleuten, Praktikern und älteren Mitschülern.“

Entsprechend nervös sind die Schüler. Zwei Tage lang wird ihre Arbeit unter die Lupe genommen. Aufgeregt ist etwa Felicia Warns. Die 13-Jährige hat das Thema Mode gewählt. „Schon früh, mit sechs Jahren, habe ich meine Leidenschaft für das Nähen entdeckt. Meine Oma Annemarie hat mir die ersten Schritte beigebracht“, erzählt sie. Vom Nähen war es nicht weit zu den Themen Mode und Design. Sie entwirft inzwischen eigene Kreationen, arbeitet aber auch nach Schnittmusterbögen, die sie in Modezeitschriften oder als Datei im Internet findet. „Für meine Mutter habe ich schon manches Kleid genäht“, berichtet sie stolz. Zu ihrer „Großen Arbeit“ gehört es aber auch, zu untersuchen, unter welchen Bedingungen oft die Kleidung in asiatischen Ländern produziert wird. Einen Beruf möchte Warns jedoch nicht aus ihrem Hobby machen. „Wenn es klappt, mache ich das Abitur und studiere.“

Lena Krügl entschied sich für das Thema Artgerechte Tierhaltung. „Ich finde es schlimm und grausam, wie die Tiere gehalten werden. Das ist nicht das, was ich mir wünsche.“ Sie hat für sich selbst auch Konsequenzen gezogen. „Ich bin jetzt Vegetarierin. Man muss die Tiere nicht unbedingt essen, kein Fleisch, keine Wurst.“ Dass es auch anders geht, Tiere sehr wohl artgerecht gehalten werden können, hat sie beim Praktikum auf dem Bio-Hof Hofmann in Aufhofen gesehen: „Da geht es den Tieren gut.“ Aber geändert hat das ihre Meinung nicht, sie bleibt bei ihrer vegetarischen Linie.

Konservieren von Lebensmitteln, Bierbrauen, Reisen, beispielsweise nach Kirgistan oder Afrika, der Klimawandel, Menschen mit Handicaps oder Müll im Meer – das ist nur eine Auswahl der weiteren Themen. Nele Panzer entschied sich für Fast Food und kam durch ihre Recherchen vor Ort zu dem Ergebnis, dass es nicht nur die großen, bekannten Ketten sind, die Fast Food anbieten, sondern auch die Leberkässemmel beim Metzger, Döner oder Angebote von Bäckereien zu diesem Bereich gezählt werden können.

von Siggi Niedergesäss

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Max Mutzke auf der Loisachbühne: So war das ausverkaufte Konzert 
Max Mutzke gab sich im Rahmen des Flussfestivals die Ehre und stand kürzlich auf der Loisachbühne vor den ausverkauften Zuschauerrängen. Die waren von seinem Konzert …
Max Mutzke auf der Loisachbühne: So war das ausverkaufte Konzert 
Burgverein-Vorsitzender erklärt: Darum ist die Burg so spannend
Der Burgverein Wolfratshausen feiert fünfjähriges Bestehen. Zeit, um mit Torsten Sjöberg, dem Vorsitzenden, über das einstige Bauwerk zu sprechen – und warum es so …
Burgverein-Vorsitzender erklärt: Darum ist die Burg so spannend
Sparen mit dem Geretsrieder Familienpass: So einfach geht‘s
Auch dieses Jahr kann sich wieder jede Geretsrieder Familie mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren einen Familienpass beim Einwohnermeldeamt ausstellen lassen.
Sparen mit dem Geretsrieder Familienpass: So einfach geht‘s
Im Fasching flogen die Fäuste
Schmerzensgeld, Dauerarrest, Alkoholverbot: Ein Bichler wurde nun dafür verurteilt, dass er auf einer Faschingsfeier mit der Faust zuschlug.
Im Fasching flogen die Fäuste

Kommentare