Klostervorplatz Dietramszell
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Der Dietramszeller Gemeinderat diskutiert schon sehr lange darüber, wie der Klostervorplatz am besten neu zu gestalten ist. Jetzt ist der Architekt damit beauftragt worden, noch einmal Alternativen aufzuzeigen.

Vor allem die Treppen finden keine Zustimmung

Dorferneuerung: Gemeinderat will noch einmal Alternativen sehen

  • Clara Wildenrath
    vonClara Wildenrath
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Bei der Neugestaltung des Klostervorplatzes kommt die Gemeinde nicht recht weiter. In der jüngsten Sitzung wurde Beschlossenes wieder verworfen.

Dietramszell – Vor zwei Jahren einigte sich der damalige Gemeinderat auf einen Plan zur Neugestaltung des Klostervorplatzes im Rahmen der Dorferneuerung. Für die Baumaßnahmen bewilligte das Amt für ländliche Entwicklung einen Zuschuss in Höhe von 65 Prozent. Am Dienstagabend legte Architekt Rainer Heinz dem Gremium das Konzept noch einmal vor, um mit der Detailplanung fortfahren zu können. Stattdessen erhielt er jedoch den Auftrag, bis zur nächsten Sitzung erneut weitere Gestaltungsalternativen auszuarbeiten.

Die 2019 beschlossenen Plänen sahen vor, die drei großen Linden vor der Klosterkirche durch neue Bäume zu ersetzen – unter anderem, um die Fläche des Vorplatzes zu vergrößern und das Gefälle besser ausgleichen zu können. Zwischenzeitlich hatte das neugewählte Gremium entschieden, die über 100 Jahre alten Bäume nach Möglichkeit doch zu erhalten. In der jüngsten Sitzung schlossen sich die Räte wieder der Argumentation von Planer Heinz an und stimmten nach längeren Diskussionen mit großer Mehrheit für eine Neupflanzung. „Die sind nicht mehr schön, die gehören weg“, erklärte Anton Huber (BLD) und wies darauf hin, dass zwei Bäume aufgrund ihrer Wuchsform bereits auseinanderzubrechen drohten. Heinz gab zu bedenken, dass die Wurzeln durch die Baumaßnahmen noch zusätzlichen Schaden nehmen könnten. Bei der Neupflanzung könne man außerdem den Eingangsbereich der Kirche besser freihalten, wie es sich der Diözesanbaumeister gewünscht habe.

Die Bäume sollen jetzt doch weichen

Weniger Zustimmung fand Heinz dagegen mit seiner Gestaltung der Treppenanlage. Diese sieht mehrere sich zur Kirche hin verjüngende Stufen vor, die das zweiseitige Gefälle ausgleichen und zum Sitzen einladen sollen. So gewinne man eine relativ ebene Fläche, so der Planer, auf der auch Menschen mit einem Rollator oder einem Kinderwagen stehen bleiben könnten, ohne dass er wegrollt. Auch die Zufahrt mit einem kleinen Lkw oder mit Pferdefuhrwerken sei möglich.

Bürgermeister Josef Hauser (FW) befürchtete jedoch, dass die Stufenanlage den Winterdienst vor Probleme stellen könnte. Auch Hubert Kanzler (FW) mochte sich mit der aktuellen Planung nicht anfreunden. Er regte an, die Treppen parallel zur Kirche anzulegen. Ingrid Grimm (FW) erklärte Stufen generell für „unpraktikabel“.

Der Architekt ist nicht begeistert

Architekt Heinz zeigte sich von der Aussicht auf eine Neuplanung nicht begeistert: „Dann können wir alles, was wir bislang gemacht haben, wegwerfen.“ Die Höhenlage des Klostervorplatzes sei sehr komplex, er habe lange hingetüftelt, bis alles funktionierte. Außerdem befürchte er, dass eine grundsätzliche Änderung des Gestaltungskonzepts die Förderung gefährde.

Michael Häsch (CSU) verwies zudem auf den Zeitdruck, den ein Neueinstieg in den Planungsprozess verursache. Denn: Die Baumaßnahmen sollen 2022 im Zuge der Sanierung der Ortsdurchfahrt durch das Staatliche Bauamt Weilheim durchgeführt werden. Dennoch sprachen sich die meisten Gemeinderäte dafür aus, Heinz mit weiteren Skizzenplanungen bis zur Juli-Sitzung zu beauftragen.

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Als es anschließend um die Gestaltung des neuen Dorfplatzes im Bereich der Einmündung der Staatsstraße ging, mahnte Hauser angesichts der fortgeschrittenen Zeit zur Eile. Ohne weitere Vorstellung der Pläne in der Sitzung und ohne jegliche Diskussion wurden diese mehrheitlich genehmigt.

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