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Neu und größer: Der Edeka-Markt in Ascholding soll verlegt werden. Betreiber Kaspar März-Kastenmüller plant am Ortsrand einen Neubau. Dort könnte auch Platz für Kindergarten und Feuerwehr geschaffen werden. 

Neuer großer Edeka in Ascholding geplant

Ein kleiner Dorfplatz am Ortsrand

Dietramszell – Am Ortsrand von Ascholding soll ein neuer, großer Vollsortiment-Supermarkt entstehen. Das ist der Wunsch von Kaspar März-Kastenmüller, Betreiber des jetzigen kleinen Edeka-Markts in Ascholding, und der Edeka-Handelsgesellschaft Südbayern.

„Wenn ich davon leben müsste, hätte ich meinen Laden schon vor zehn Jahren zugemacht“, erklärte März-Kastenmüller in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Jetzt wolle er „nicht noch einmal in einen Markt investieren, der keine Zukunft hat“. Sondern stattdessen groß bauen.

Der Ascholdinger, der zwei weitere, größere Edeka-Märkte in Bad Tölz und Lenggries führt, möchte auf seinem eigenen Grundstück zwischen der Eglinger und der Tattenkofener Straße einen Supermarkt mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche errichten. Die Pläne dafür stellte er am Dienstagabend vor.

Das neue Geschäft soll sowohl fußläufig vom Dorf her als auch mit dem Auto über die Staatsstraße 2072 gut erreichbar sein. Neben dem kompletten Sortiment für den täglichen Bedarf gehörten auch ein Back-Shop und eine Frischfleischabteilung zum Konzept, erläuterte März-Kastenmüller. Besonderen Wert lege er auf regionale Herkunft der Produkte. In einem Nebengebäude könnten außerdem eine Apotheke, neue Kindergartenräume und Büros unterkommen.

„Wir wollen Versorgungswege bündeln und die Kaufkraft im Ort lassen“, betonte Stefan Kellermann, Gebietsleiter des Bereichs Expansion bei der Edeka-Handelsgesellschaft. Dass sich ein solches Projekt langfristig wirtschaftlich tragen könne, belegen laut Kellermann entsprechende Marktanalysen. Für die rund 11 000 Einwohner Dietramszells und Eglings wäre das neue Geschäft der nächstgelegene Vollsortimenter. Einzige Konkurrenz sei der Netto-Discounter im Eglinger Gewerbegebiet, der aber den Bedarf nicht vollständig abdecke, sagte Kellermann – und der ebenfalls zur Edeka-Gruppe gehört. Statt wie bisher nach Geretsried, Wolfratshausen oder Bad Tölz müssten die Bürger für ihre gesamten täglichen Einkäufe nach Ascholding fahren. Über die Staatsstraße kämen zudem ohnehin rund 5000 Fahrzeuge täglich vorbei, berichtete Kellermann. Wichtig sei, dass das Konzept auf den Ort abgestimmt werde. Architektonisch müsse man „sehr behutsam vorgehen“.

Michael Iking, Architekt aus München, präsentierte ein erstes Modell als Diskussionsgrundlage. Seine Idee: ein großes, zur Staatsstraße ausgerichtetes Ladengebäude mit Parkplatz, und parallel dazu, vom Durchgangsverkehr abgeschirmt, ein zweites Haus mit Apotheke und Kindergarten – beide holzverkleidet und mit ortsüblichem Satteldach. Dazwischen ergebe sich „eine Art kleiner Dorfplatz“ mit einem weiteren Eingang zum Geschäft. Ein drittes Allzweckgebäude am anderen Ende des Parkplatzes könnte künftig zum Beispiel die Feuerwehr beherbergen.

Bürgermeisterin Leni Gröbmaier sah in dem Konzept eine „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten. Die Gemeinde profitiere nicht nur vom Platzangebot für kommunale Einrichtungen, sondern auch vom höheren Gewerbesteueraufkommen. Und: Pächter März-Kastenmüller will in seinem neuen Markt rund 20 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

Nachdem die Gemeinderäte über das Projekt informiert wurden, sollen im nächsten Schritt die Bürger „Wünsche und Anregungen einbringen und ihre Fragen loswerden“, sagte die Rathauschefin.

Infoveranstaltung

Die Bürger können sich über die Pläne am Mittwoch, 11. Januar, ab 19 Uhr im Gasthof Holzwirt in Ascholding informieren.

Clara Wildenrath

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