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Die Dietramszeller Bürgermeister: (v. li.) Vize Anton Huber, Rathauschef Josef Hauser und Dritter Bürgermeister Thomas Kranz.

Konstituierende Sitzung in der Turnhalle

Neues Führungstrio in Dietramszell - CSU fühlt sich übergangen

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Überraschung in Dietramszell: Obwohl die CSU die stärkste Fraktion stellt, geht sie bei der Besetzung der Bürgermeisterposten leer aus. 

Dietramszell– Die CSU fühlt sich übergangen. Sie stellt zwar mit sechs Sitzen die zweitstärkste Fraktion im neuen Gemeinderat. „Aber bei der Wahl des Zweiten und Dritten Bürgermeisters hat man uns bewusst ausgegrenzt“, klagt CSU-Ortsvorsitzender Michael Häsch.

Bereits am 28. April hätten sich die Freie Wählergemeinschaft (FW) und die Bürgerliste Dietramszell (BLD) darauf verständigt, wer zu den Stellvertretern des neuen Bürgermeisters Josef Hauser gewählt werden soll. Tags darauf habe ihn Hauser telefonisch über die Vorschläge der beiden Gruppierungen informiert. Mit Hauser als Vorsitzendem kommt die FW im Gremium auf acht Stimmen, die BLD stellt vier der insgesamt 20 Räte. Tun sie sich zusammen, verfügen sie also über die absolute Mehrheit.

Schon vor der konstituierenden Sitzung am Donnerstagabend war es daher nach Häschs Worten „beschlossene Sache“, dass Anton Huber von der BLD und Thomas Kranz von der FW Zweiter und Dritter Bürgermeister werden. Trotzdem ließ er sich als Gegenkandidat aufstellen. „Jeder Gemeinderat ist seinem Gewissen verpflichtet, nicht seiner Partei“, appellierte er an seine Ratskollegen. Mit 13:8 Stimmen entschied sich das Gremium in geheimer Abstimmung dennoch eindeutig für Huber. Der 53-jährige Zimmerer und Landwirt aus Reuth bei Linden hatte zuvor erklärt, dass ihm der Straßenausbau im Gemeindegebiet ein besonderes Anliegen sei. Häsch, der in den vergangenen sechs Jahren das Amt des Zweiten Bürgermeisters bekleidet hatte, erwies sich als fairer Verlierer und sprach seinem Nachfolger freundlich Glückwünsche aus.

Für den Posten des Dritten Bürgermeisters bewarb sich neben FW-Kandidat Kranz auch Hubert Prömmer von den Grünen. Er unterlag mit 12:9 Stimmen. Kranz stammt wie Hauser aus Ascholding, sitzt mit diesem bereits seit zwölf Jahren im Gemeinderat und gilt als enger Vertrauter des neuen Rathauschefs. Neben einer guten Zusammenarbeit im Gemeinderat sei ihm besonders die Transparenz der Entscheidungen wichtig, betonte er. Um eben jene zu verbessern, beschloss das Gremium auf Antrag von Michael Häsch eine Änderung der geltenden Geschäftsordnung: Spätestens vier Tage vor einer Sitzung müssen künftig zu allen Tagesordnungspunkten die Sachverhalte und Beschlussvorlagen komplett vorliegen – andernfalls soll keine Abstimmung erfolgen. In der Vergangenheit hatten sich Hauser und andere Räte immer wieder beklagt, dass Sitzungsunterlagen zu kurzfristig oder gar nicht übermittelt wurden. Ob ansonsten die alte Geschäftsordnung für die nächsten sechs Jahre weiterhin Bestand hat, soll erst im Juli entschieden werden.

Hauser und Huber wurden außerdem als Standesbeamte für Eheschließungen und Lebenspartnerschaften gewählt. Beide können künftig Kämmerin Katharina Laß und Geschäftsleiter Maximilian Donner vertreten, die diese Funktion ansonsten übernehmen.

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Als Beauftragte für Senioren- und Behindertenangelegenheiten bestimmten die Räte Uschi Disl (CSU) und Ingrid Grimm (FW). Teresa Wimmer und Maria Spindler (beide von den Grünen) wurden Beauftragte für Jugend und Familie. Für Kultur und den Partnerschaftsverein will sich Ingrid Grimm engagieren. Als Ansprechpartner für das Gewerbe fungieren Florian Heuschneider (CSU) und Jakob Pertold (BLD), für Energie- und Umweltfragen Thomas Bachmeier (CSU) und Bernhard Fuchs (FW). Für das Leader-Projekt Baukultur sind Ludwig Gröbmaier (CSU) und Jakob Pertold zuständig. Matthias Gams (BLD), Karl März (FW) und Rudi Raßhofer (CSU) erklärten sich bereit, sich um Gewässerangelegenheiten, also vor allem um Löschwasserteiche und kleine Bachläufe, zu kümmern.

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Bei der Vereidigung seiner Stellvertreter und der elf neuen Gemeinderäte schwor Hauser das Gremium auf schwere Zeiten ein. Etwa eine Viertelmillion fehle der Gemeinde schon jetzt an Gewerbesteuerzahlungen. Aufgrund der derzeitigen Entspannung in der Corona-Krise plädierte er dafür, einen Sonderausschuss zwar zu bestimmen, aber noch nicht einzusetzen. Übergangsweise soll stattdessen der komplette neue Gemeinderat in der Turnhalle tagen: „Mit elf neuen Mitglieder müssen wir uns erst einmal neu zusammenfinden.“ Die Räte folgten seinem Vorschlag einstimmig.

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