Dietramszells Pfarrer Hans Koller, Priesterjubiläum 2014
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Pfarrer Hans Koller (re.) hat einst der Gemeinde eine neue Kutsche spendiert. In ihr wurde er zu seinem Goldenen Priesterjubiläum 2014 gefahren.

Der gute Hirte der Gemeinde

Hans Koller ist tot: Gemeinde trauert um Pfarrer - „Er hat einfach zum Dorf gehört“

Dietramszell trägt Trauer: Der ehemalige, sehr beliebte Pfarrer Hans Koller ist im Alter von 84 Jahren verstorben. Viele Jahre war er der gute Hirte der Gemeinde.

Dietramszell – Fast 30 Jahre lang, von 1984 bis zu seinem Ruhestand 2013, war Koller Leiter des Pfarrverbands. 2014 feierte er sein Goldenes Priesterjubiläum in der Dietramszeller Pfarrkirche. „Ich bin mit ihm aufgewachsen, er hat einfach zum Dorf gehört“, sagt die Pfarrverbands-Vorsitzende Christine Lindmeyr. Damit spricht sie vielen Dietramszellern aus der Seele.

Pfarrer Hans Koller mit 84 Jahren verstorben: „Der gute Hirte der Gemeinde“

„Unser Pfarrer war immer einer, der die Fenster aufgemacht hat. Er war darum bemüht, dass sich die Gläubigen frei entscheiden konnten. Für ihn hatten Förmlichkeiten und Vorschriften den Menschen zu folgen und nicht umgekehrt“, charakterisierte die damalige Bürgermeisterin Leni Gröbmaier den guten Hirten der Gemeinde bei diesem Anlass.

Ein Menschenfreund, bodenständig und unkompliziert sei Koller gewesen, bestätigen Lindmeyr, der jetzige Pfarrer Thomas Neuberger und Kollers langjähriger Weggefährte Hans Kanzler vom Verein zur Erhaltung der Leonhardikirche. Kanzler erinnert sich, dass Koller sich für die Leonhardifahrt immer eine repräsentative Kutsche für die Geistlichkeit und die Gemeinde gewünscht hatte. Nachdem das Geld bei letzterer nicht so locker saß und man auf finanzielle Zuschüsse nicht zu hoffen brauchte, fragte Koller 2009: „Was kost’ jetzt so a Kutsche?“ Ein Jahr später war ein neues Gefährt bestellt, bezahlt vom Pfarrer.

Pfarrer Hans Koller: Zwei Leidenschaften - Seelsorgen und Bergsteigen

Am 4. Mai 1937 in Straubing geboren wurde Koller 1964 in Freising zum Priester geweiht. Nach Stationen in München und Nürnberg kam er 1984 nach Dietramszell. Hier konnte er seine beiden großen Leidenschaften verbinden: die Seelsorge und das Bergsteigen. An seinen freien Tagen zog es ihn auf die Gipfel in der Umgebung.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Dienst und dem Auszug aus dem Pfarrhaus entschied er sich für eine Wohnung in der Gemeinde mit Blick auf die Zugspitze. Als es mit dem Wandern altersbedingt nicht mehr ging, fand der er Trost in der klassischen Musik. Die langjährige Mesnerin Agnes Scheffzcyk hatte bis zum Schluss Kontakt zu ihrem einstigen Vorgesetzten. „Er war ein ausgesprochen guter Chef“, sagt sie. Um Koller trauern auch seine Schwester und deren Kinder in der Oberpfalz. Tanja Lühr

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