Klosterkirche in Dietramszell
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Klosterkirche in Dietramszell

Diskussion über Parkplätze

Dietramszell: Terminplan für Dorferneuerung gerät durcheinander

  • vonRudi Stallein
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Das Staatliches Bauamt in Weilheim verschiebt die Sanierung der Dietramszeller Ortsdurchfahrt auf das Jahr 2022. Dafür gibt es einen guten Grund.

Dietramszell – Im Zuge der Dietramszeller Dorferneuerung war als nächstes die Sanierung der Ortsdurchfahrt geplant. Doch das Staatliche Bauamt in Weilheim hat den Ausbau der Staatsstraße 2073 auf das Jahr 2022 verschoben. Der Grund: Ansässige Betriebe wie die Klosterschänke, die schon durch die vorherige Straßensperrung und vor allem die Corona-Krise Einbußen hinnehmen mussten, sollen nicht noch zusätzlich belastet werden. „Deshalb gönnt man ihnen quasi eine Verschnaufpause“, formuliert es Bürgermeister Josef Hauser.

Josef Hauser Bürgermeister von Dietramzell

Damit droht jedoch die Zeit davonzulaufen. Denn weitere Bereiche wie die Gehwege, der Klosterplatz und der neue Dorfplatz können erst im Anschluss an die Straßenbauarbeiten saniert beziehungsweise erneuert werden. Der Bewilligungszeitraum für die Baumaßnahmen endet jedoch wiederum am 31. Dezember 2023. Um die Frist einhalten zu können, sollen nun die Arbeiten „Am Richteranger“ mit der Zufahrt zum Rathaus sowie der Rathausumgriff mit Zugang zum Rathauskeller vorgezogen werden. Dies beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Dass die Zeit drängt, verdeutlichte Stadtplaner Rainer Heinz. Wenn die im vorgenannten Bereich erforderlichen Arbeiten bis November 2021 fertiggestellt werden sollen, müsse spätestens im Juni nächsten Jahres mit den Bauarbeiten begonnen werden. Um alle damit verbundenen Fristen einhalten zu können, müsse noch in diesem Monat entschieden werden, ob die Maßnahmen im vorgeschlagenen Umfang durchgeführt werden sollen.

Darüber waren nicht alle Ratsmitglieder glücklich, einige sehen noch erheblichen Nachbesserungsbedarf am vorgestellten Konzept. Vor allem die teilweise Verengung der Fahrbahn sowie die Parkplatzsituation am Rathaus lieferte Diskussionsstoff.

Der neue Plan weist am Rathaus 14 Parkplätze aus. „Da fehlen acht, die gehen uns ab“, stellte Thomas Bachmair fest. „Das schaut gut aus, aber die Parkplatzsituation ist nicht gelöst. Das sehe ich als kleines Problem.“ Bürgermeister Hauser stimmte zu: „Die Leute müssen bis zum Rathaus hinfahren können, sonst wird’s für viele schwierig.“

Hinzu kommt: Notorisches Falschparken soll künftig unterbunden werden. Das ist ein Effekt, der mit der Reduzierung der Fahrbahnbreite auf 3,50 Meter erreicht werden soll. Nicht jeder im Gremium war begeistert davon, „dass wir künstlich verjüngen, um Falschparker zu vermeiden“. Das, entgegnete Stadtplaner Heinz, sei vorteilhaft für Fußgänger und Radfahrer. Michael Häsch gab zu bedenken, dass sich die Gesetzeslage bezüglich des Abstands zu Fahrrädern inzwischen geändert habe. „Und wir machen trotzdem 3,50 Meter. Dass sind Argumente, die wir einbringen müssen.“ Bürgermeister Hauser sah einen Vorteil: „Ich finde es günstiger, wenn es nicht so breit ist. Dann wird nicht so schnell gefahren.“, Bezüglich der reduzierten Parkplätze zeigte sich der Rathauschef jedoch ebenfalls skeptisch.

Schließlich stimmte der Gemeinderat mit 15:2 dafür, dass die Baumaßnahmen in der vorgestellten Form im Jahr 2021 durchgezogen werden sollen. Mit demselben Ergebnis erhielt Stadtplaner Rainer Heinz den Auftrag, „eine Alternativplanung für mehr Parkplätze zu machen“.

rst

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