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Tatort Kiesgrube

Theater-Premiere des "Jägers von Fall"

Dietramszell - 300 Besucher haben die Theater-Premiere des „Jägers von Fall“ in einem ungewöhnlichen Ambiente verfolgt.

Da lag noch ein Flecken Schnee in der Kiesgrube im Wald zwischen Föggenbeuern und Thankirchen, als der Trachtenverein Humbach mit dem Kulissenbau seiner Freilichtbühne begann. Mehrere hundert Arbeitsstunden kamen zusammen, ehe am Donnerstagabend die Premiere zu ihrem Jubiläumsstück „Der Jäger von Fall“ stattfinden konnte, eine schussfreudige Wuidererg’schicht‘ in vier Akten von Ludwig Ganghofer, neu bearbeitet von Josef Leitner.

Das „Theater am alten Brunnen“, wie die Humbacher ihre Waldbühne nennen, war bis zum letzten Platz gefüllt. Rund 280 Besucher durften am bislang heißesten Sommertag dieses Jahres im kühlen Wald entspannen und genießen.

Gefährliche Liebschaften: Weil Sennerin Modei (Kathi Killer) sich mit einem korrupten Wilderer Huisen Toni (Tobias Bacher, re.) einlässt, spitzt sich die Lage in Fall dramatisch zu. Zu ihr hält der gutmütige Lenzl (Sepp Holzmeyer). 

Traditionell spielt der Humbacher Trachtenverein alle zwei Jahre Theater. Heuer, im 70. Jubiläumsjahr des Vereins, sollte es etwas Außergewöhnliches sein. Dafür haben sie die Kiesgrube im Wald bei Thankirchen erweitert, zwei Almen aufgebaut, Strohballen und Heugabeln drapiert, einen Bergpfad angelegt, ein Holzbrückerl drüber gebaut – und ein Wasserfall plätschert eine Felswand hinab. „Alles künstlich angelegt und selbst gemacht“, sagt die junge Dame im Dirndl an der Kasse. In der Pause gab‘s in einem Standl „Kaffä und Kuacha“ und nebenan „wos Koid‘s“.

„Der Jäger von Fall“ ist ein turbulentes Schauspiel. Jäh fallen laute Schüsse im Wald. Ein totes Reh stürzt von der Felswand hinab, die Hetzjagden beginnen. Die Wilderer schießen, was ihnen vor die Flinte kommt, doch die Jäger haften ihnen schon auf den Fersen. Derweil nimmt das Schicksal der Sennerin Modei (Kathi Killer) seinen Lauf. Ihre Liebe zum Jäger Friedl (Seppi Bacher) wird auf eine harte Probe gestellt. Anstatt vom Militärdienst in den Heimaturlaub, muss Friedl auf Bärenjagd. Modei lässt sich in ihrer Enttäuschung mit dem korrupten Wilderer Huisen Toni (Tobias Bacher) ein, und bekommt ein Kind von ihm. Als Friedl das erfährt, nehmen die Verwicklungen ihren Lauf. Nur der gutmütige Lenzl (Sepp Holzmeyer) steht Modei beiseite.

Im Naturschauspiel geht es jetzt hoch er, da wird gejagt, gehetzt, gerauft und geschossen – von allen Mitwirkenden wunderbar gespielt und inszeniert. Für den Riesenaufwand mit Liebe ins Detail, gebührt den Humbacher Trachtlern aller Respekt. Es war ein Freilicht-Erlebnis, das an die berühmten Karl-May-Festspiele erinnert – halt auf Bairisch.

In weiteren Rollen spielen: Punkl (Christine Lindmeyr), Monika (Monika Erhard), Hias (Wastl Streicher jun.), Friedls Mutter (Leni Streicher), Franzl (Maxi Raßhofer), Vroni (Franzi Schweiger), Doktor Martl (Andreas Schmelcher), Grenzer Niedermaier (Schorsch Burger), Blasi, Bruder von Toni (Bene Burger), Jäger (Leonhard Geiger), Oberförster (Sepp Fischhaber), Wuiderer (Klaus Killer), Wuiderer Irgl (Flori Kloiber), Tiroler (Sepp Kanzler und Laurin Mertsch), Köckhofbäuerin (Regina Wollner). Regie führen Paul Miller sen. und Sepp Holzmeyer.

Weitere Spieltermine

sind am Donnerstag, 30. Juni, und am Freitag, 1. Juli (Einlass 19 Uhr, Beginn 20 Uhr). Bei unsicherer Witterung gibt es Infos unter Ruf 0 80 27/18 03 49 oder im Internet unter www.trachtenverein-humbach.de.

Andrea Weber

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