Thomas Hein (60) aus Hechenberg (Gemeinde Dietramszell)
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Wetterstation im Garten: Thomas Hein (60) aus Hechenberg zeichnet seine Beobachtungen und Messdaten seit mittlerweile 30 Jahren auf.

Thomas Hein zeichnet das Wettergeschehen seiner Heimat auf

Der Datensammler von Hechenberg

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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Seit 30 Jahren zeichnet Thomas Hein aus Hechenberg das Wetter in seiner Heimat akribisch auf. Freunden, die auf den Berg wollen, gibt er gerne einen Tipp.

Dietramszell – „Und? Wie ist das Wetter bei Dir?“ Eine Frage, die vermutlich schon jeder mindestens einmal gestellt bekommen hat. Für Thomas Hein aus Hechenberg ist die Antwort auf die Frage keine leere Floskel: Er betreibt zu Hause eine private Wetterstation, seine Angaben sind belastbar.

„Eigentlich bin ich sowohl über meinen Vater, als auch über meinen Beruf dazu gekommen“, erklärt der 60-Jährige sein Hobby im Gespräch mit unserer Zeitung. Hein senior arbeitete als Forstwissenschaftler, war schon aus diesem Grund in vielen Umweltdingen sehr bewandert. „Dazu kam die Meteorologie“, sagt sein Sohn. Thomas Hein ist gelernter Apotheker und arbeitet bei einem großen Arznei- und Nahrungsergänzungsmittelhersteller in der Region als Leitender Angestellter. „Während des Studiums berührt man natürlich automatisch auch die Naturwissenschaften.“

Das Interesse für Wetterphänomene war bei ihm bald geweckt. Wie oft kommen bestimmte Ereignisse, etwa Hochwasser oder Extremhitze vor? Und warum genau in diesem Landstrich und nicht ein paar Kilometer weiter westlich oder südlich? Wie lange pro Tag schien die Sonne, wann fiel der meiste Schnee? Hein begann zunächst, seine Beobachtungen per Hand aufzuzeichnen, um daraus Antworten abzuleiten. „Damals, vor 30 Jahren, wohnten wir noch im Dietramszeller Ortsteil Schönegg. Meine Wetterstation bestand aus einem primitiven Plastikbehälter zum Messen des Niederschlags“, erinnert er sich. Zu dumm nur, dass der Behälter bei Starkregen schon mal überlief – und somit die Daten im buchstäblichen Sinne davonschwammen.

Von der Schneehöhe bis zum Schwülegrad

In Hechenberg beobachtet Hein den Himmel seit 17 Jahren. „Mit verschiedenen technischen Hilfsmitteln ist es mir möglich, 24 Stunden rund um die Uhr Aufzeichnung durchzuführen.“ Die Daten, die ihm die Windfahne, das sogenannte Schalenanemometer und der Niederschlagsbehälter liefern, werden per Funk weitergeleitet und anschließend im Internet auf der Homepage www.wetterstation-hechenberg.de veröffentlicht. Dort findet man neben Temperatur, Luftdruck, Sonnenscheindauer und im Winter Schneehöhe und -menge auch Schwülegrad und Gartenfeuchte. Hein ist ein Freund von Statistiken: Neben den aktuellen Daten stellt er Maximal- und Minimalwerte der jeweiligen Kalendertage aus früheren Jahren gegenüber. Die digitalen Aufzeichnungen reichen bis ins Jahr 2006 zurück.

2020 war von Rekordmarken weit entfernt

„Ich halte fest, was eben gerade passiert und vergleiche.“ So galt der Sommer 2003 bei Experten als Jahrhundertsommer. Stimmt, bestätigt Hein: „Da hatten wir über 30 Tage, an denen das Thermometer auf über 30 Grad geklettert ist.“ Der vergangene Sommer sei von Rekordmarken weit entfernt. „Dieses Jahr, genauer gesagt am 1. August, war der einzige Tag, an dem wir 30 Grad erreicht haben – auch wenn man es manchmal anders empfindet. Tatsächlich bewegten wir uns ansonsten zwischen 28,2 bis 28,6 Grad.“

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Der Hechenberger selbst sieht sich als Wetterbeobachter und nicht als jemand, der Vorhersagen macht. Obwohl, manchmal gibt es auch Ausnahmen. „Wenn mich Freunde fragen, wie das Wetter wird, weil bestimmte landwirtschaftliche Arbeiten gemacht werden müssen oder eine Bergtour geplant ist, gebe ich ihnen selbstverständlich den einen oder anderen Tipp.“

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