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Stresstest der besonderen Art: Regina Mayer (Mitte) und Franziska Obermüller (li.) schufteten in der Hitze und im Stress einer indischen Garküche. 

Seniorchefin vom Huber in Linden im Fernsehen

Was Regina Mayer in einer indischen Garküche erlebte

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Dietramszell - Was für ein Abenteuer: Auf Einladung des Bayerischen Rundfunk haben Regina Mayer, Seniorchefin vom Huber in Linden, und Mitarbeiterin Franziska Obermüller aus Schaftlach mehrere Tage in einer Garküche in Indien gearbeitet. Was sie dort erlebt oder besser erlitten haben, kann man am Montag im Bayerischen Fernsehen sehen.

Dietramszell/Delhi – Regina Mayer (64) ist eine wunderbare Köchin. Das wissen nicht nur die Gäste des Catering-Services vom Huber in Linden, sondern auch das breite Fernsehpublikum, seit sie vor ein paar Jahren bei der BR-Serie „Landfrauenküche“ mitgemacht und eine preisgekrönte Bayerisch Creme gezaubert hat. Jetzt ist der BR erneut auf sie zugekommen und hat gefragt, ob sie sich auch für ein anderes Format zur Verfügung stellen würde. Der Name: „Mein Job, Dein Job“. Sie sagte zu – und geriet in ein ziemliches Abenteuer.

In der Sendung geht es darum, dass Menschen aus verschiedenen Gegenden der Welt mit Bayern den Job tauschen. Die Rede ist von Friseuren aus Tansania, Schreinern aus Nepal – oder eben Köchen aus Indien. Die Arbeits- und Lebensbedingungen sind komplett verschieden, der Kulturschock ist Teil des Konzepts. Erst kurz vor der Abreise im Januar erfuhren Regina Mayer und die zweite Küchenchefin Franziska Obermüller (22), wohin die Reise geht: nach Delhi, die Millionen-Metropole in Indien. „Uns war schon mulmig“, gibt Regina Mayer zu. Vor allem vor den hygienischen Zuständen.

Die Kamera hält voll auf die entgeisterten Gesichter

Der Film zeigt, wie die schlimmsten Befürchtungen der beiden Indien-Reisenden noch übertroffen werden. Schon auf dem Weg zur Garküche in Alt-Delhi ist das Duo fassungslos über die Zustände: Überall Lärm, Dreck, Müll, Armut – und zwischendrin heilige Kühe. Nicht besser geht es in der Garküche selbst zu: Überquellende Mülleimer, schmutzige Töpfe und sogar Kakerlaken an den Wänden sind normal und stören niemanden. „Wenn wir uns so was leisten würden, würden uns die Lebensmittelüberwacher einsperren“, sagt Regina Mayer mit einer Mischung aus Ungläubigkeit und Entsetzen.

In den folgenden Tagen kommen weitere Herausforderungen auf die beiden Frauen zu. Eine kleinere besteht darin, indisches Fladenbrot in einem fremdartigen Ofen zu backen. Etwas größer ist schon die, ohne fremde Hilfe auf dem Markt einzukaufen, wobei sich ganz schnell Dutzende Schaulustige um sie scharen. Den ultimativen Test haben die Lindener Köchinnen zu bestehen, als sie in der vegetarischen Garküche mithelfen müssen, mitten in Hitze und Stress. Immer hält die Kamera voll auf ihre Gesichter, in denen sich alle ihre Emotionen zeigen. „Die haben uns vorher nie gesagt, was gleich passieren wird“, erinnert sich Franziska Obermüller.

Wenn die Kameras abgeschaltet wurden, blieb stets jemand vom Fernseh-Team in ihrer Nähe, schließlich sollten die Gäste im Moloch Delhi nicht verloren gehen. Übernachtet wurde in Neu-Delhi, in dem es im Vergleich mit Alt-Delhi etwas zivilisierter zugeht. Vom landesüblichen Essen hat sich der bayerische Besuch aus Angst um die Gesundheit lieber ferngehalten. Vor allem ist dem Wasser in Indien nicht zu trauen, es ist mit Bakterien belastet. „Ich nehme an, dass deswegen so scharfe Gewürze verwendet werden und so viel eingekocht wird“, sagt Franziska Obermüller. Den Schnaps, den sie sicherheitshalber mitgenommen hatten, brauchten sie jedenfalls nicht. Sie waren vorsichtig.

Nicht ganz so spektakulär geht es derweil beim Huber in Linden zu. Manish und Rizwan, beide 24, die sonst Mitarbeiter in der hektischen Garküche sind, staunen, wie ruhig und geordnet es auf der Welt zugehen kann. Nach und nach integriert Chef Rochus Mayer die beiden Männer in den Küchenbetrieb: Erst lässt er sie Fleisch schneiden, was Manish als Vegetarier sichtlich widerstrebt. Dann lässt er sie nach Rezept für den Wirtshaustag Apfelstrudel backen. Und ganz am Schluss spannt er sie für einen großen Catering-Auftrag im Bayerischen Landtag ein, Fisch im Kartoffel-Mantel.

Die beiden Frauen sind im Rückblick froh, sich auf das Abenteuer eingelassen zu haben. „Das war schon eine riesengroße Chance, dabeisein zu dürfen“, sagt Franziska Obermüller. „Es war ein Riesenerlebnis“, sagt Regina Mayer. Sie waren aber auch froh, nach einer knappen Woche ins Oberland zurückkehren zu können. Übrigens: Indische Küche, etwa Tandoori Chicken, wird es beim Huber künftig nicht geben. Er ist und bleibt bayerisch mit mediterranem Touch – trotz Ausflug nach Asien.

Die Sendung

„Mein Job – Dein Job“ wird am Montag, 28. Mai, um 20.15 Uhr im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt. Schon jetzt kann man die Folge in der Mediathek des BR sehen.

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