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Symbolbild

Modellprojekt

Dietramszell will für Lebensqualität im Alter sorgen

Jeder sechste Dietramszeller ist über 65 Jahre alt. Dieser Anteil wird künftig noch weiter steigen. Um die Bedürfnisse ihrer älteren Mitbürger besser kennenzulernen, will die Gemeinde jetzt an einem Modellprojekt teilnehmen.

Dietramszell – In Zusammenarbeit mit der Katholischen Stiftungsfachhochschule München (KSFH) in Benediktbeuern bewirbt sich Dietramszell für die Initiative „Gesund. Leben. Bayern.“ des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege. Das beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Im Rahmen dieses Förderprogramms bezuschusst der Freistaat „wegweisende Projekte für Gesundheitsförderung und Prävention“ mit bis zu 70.000 Euro jährlich über zwei Jahre.

Gemeindevertreter und Mitarbeiter der KSFH entwickelten dafür ein Konzept zum Thema „Lebensqualität im Alter“. Ziel sei es, so schreibt Projektleiterin Professor Dr. Dorit Sing von der KSFH in ihrer Planung, „die Seniorinnen und Senioren der Gemeinde in den Mittelpunkt zu stellen – mit einer hohen Wertschätzung für ihre Lebenserfahrungen, ihr Wissen und ihre Ressourcen“.

Eigene Projektkoordinatorin wird eingestellt

Zunächst sollen ihre Lebenssituation, ihr Bedarf und ihre Wünsche in 50 persönlichen Interviews festgestellt werden. Auf dieser Basis werden „verhaltensbezogene Maßnahmen zur Steigerung der physischen, psychischen sowie seelischen Gesundheit der älteren Menschen als auch für die Verbesserung von kommunalen Rahmenbedingungen“ erarbeitet. Dafür stellt die KSFH für zwei Jahre eine eigene Projektkoordinatorin ein.

Die Voraussetzungen, dass der Antrag genehmigt werde, seien in Dietramszell sehr gut, erklärte in der Sitzung Bürgermeisterin Leni Gröbmaier. Bereits 2008 wurde die Gemeinde mit dem Bayerischen Förderpreis für „Kommunale Seniorenpolitik“ ausgezeichnet. Mit der Pflege-WG, für die kürzlich der erste Spatenstich erfolgte, soll sich die Versorgung älterer Menschen weiter verbessern.

Fünf Sozialräume

Allerdings herrschen in der ländlich geprägten Flächengemeinde nicht überall gleich gute Bedingungen für Betagte und Pflegebedürftige. Deshalb definierte man fünf Sozialräume: Ascholding, Baiernrain/Linden, Dietramszell, Hechenberg/Bairawies und die Leiten. In jedem dieser Gebiete sollen Informationsveranstaltungen stattfinden und zehn dort wohnende Seniorinnen und Senioren zu ihrer individuellen Situation befragt werden.

Für das Modellprojekt muss die Kommune zehn Prozent Eigenbeteiligung aufbringen. Diese bestehen aber zum Teil aus Sachleistungen wie Verwaltungsarbeiten oder Saalmieten, erläuterte Gröbmaier. Sie rechne mit einem tatsächlichen Kostenaufwand von etwa 1000 Euro pro Jahr.

Das sei „viel Geld und Hirnschmalz“, kritisierte FW-Gemeinderat Josef Hauser. Denn was dabei herauskomme, wisse man ohnehin schon, meinte er: nämlich, dass alte Leute an ihrem Ort bleiben wollen. Das hätten gemeindeinterne Umfragen schon vor Jahren ergeben. Die Mehrheit seiner Ratskollegen sprach sich trotzdem dafür aus, sich als Modellkommune für die empirische Sozialforschung zu bewerben. Clara Wildenrath

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