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Da lässt sich’s aushalten: Auf der großen Wiese vor dem Haus der Schweighofers in Ontario haben schon viele Oberlandler gefeiert.

Dietramszeller wanderte nach Kanada aus

Nahe der Niagarafälle das Glück gefunden

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Hans Schweighofer aus Dietramszell wanderte vor 50 Jahren nach Kanada aus. Mehr als 300 Gäste aus der alten Heimat besuchten ihn in dieser Zeit.

Dietramszell/Toronto – Zahlreiche Dietramszeller und andere Oberlandler werden in diesen Tagen mit den Gedanken in Kanada sein. Dort feiert ein alter Bekannter ein bemerkenswertes Jubiläum: Ende März waren es 50 Jahre, dass Hans Schweighofer, aufgewachsen in Dietramszell, nach Übersee ausgewandert ist. Weil er nur wenige Tage später auch noch Geburtstag hat, bereiten er und seine kanadische Großfamilie für den 7. April ein Fest zur Feier der beiden Anlässe vor.

So fing vor 50 Jahren alles an: Mechaniker-Geselle Hans Schweighofer an seinem ersten Arbeitsplatz in der Neuen Welt.

Annähernd 300 Sportskameraden und Freunden zwischen Tirol und Thüringen werden schon ein bisschen die Ohren klingeln. Denn Hans Schweighofer und dessen neue Heimat kennen und mögen sie alle. Über den Grund für die große Bekanntheit und Beliebtheit des ehemaligen Automechanikers hat unsere Zeitung in den vergangenen Jahrzehnten wiederholt berichtet. Mit kaum mehr als einem Koffer voll Klamotten und Not-Proviant war er in die Provinz Ontario ausgewandert, um dort sein Glück zu suchen.

Der ehemalige Dietramszeller hat seiner alten Heimat in all den Jahren immer die Treue gehalten. Seine Verbundenheit äußerte sich bis vor Kurzem in fast jährlichen Besuchen bei seinen Verwandten und Freunden im Oberland. Dass der erfolgreiche Geschäftsmann umgekehrt auch immer gern Gäste aus Dietramszell und seiner manchmal sehr weit gefassten Umgebung um sich hatte, das durften in den vergangenen gut 40 Jahren schätzungsweise mehr als 300 von ihm ausdrücklich eingeladene Besucher erfahren.

Mit seiner oft spontan geäußerten, stets aber durchaus ernst gemeinten Aufforderung „B’suach mi halt amal“ bedachte Schweighofer Bierzelt-Bekanntschaften ebenso wie Nachbarn aus der Jugendzeit. Sie galt Mitgliedern von Fußballklubs ebenso wie den Fischern vom Waldweiher oder geübten Eisstockschützen. Zu Gast „beim Hans“ und seiner aus Großhartpenning stammenden Frau Marianne waren zünftige Trachtler, passionierte Dietramszeller Jäger sowie eine unzählige Schar von Einzelreisenden. Nicht selten reisten sie auch mehrmals zu den Schweighofers nach Ontario, die nicht weit weg von den weltberühmten Niagarafällen leben. Fast jeder Gast fühlte sich beinahe wie zu Hause.

Schicksalsschlag im Dezember 2011

In den vergangenen Jahren zeichnete es sich ab, dass Besuche bei den Schweighofers seltener werden würden. Die schon länger andauernde Krankheit seiner Frau Marianne erschwerte so manche Reisepläne in beide Richtungen. Ihr Tod im Dezember 2011 war ein schwerer Schicksalsschlag für die Familie. Mittlerweile ist auch der Dietramszeller gesundheitlich angeschlagen.

Kanadier mit deutschen Wurzeln: Der Dietramszeller Hans Schweighofer (ganz rechts) mit Sohn Stephan (links) und Tochter Uschi (rechts oben), deren jeweiligen Ehegatten und den insgesamt sechs Enkelkindern. 

Im Juli vergangenen Jahres waren Hans Schweighofer und seine Familie – Sohn Stephan und Tochter Uschi zusammen mit Ehepartnern sowie sechs Enkelkindern – noch einmal in Dietramszell. Tochter Uschi wollte ihreDrillinge taufen lassen. Seinen bayerischen Verwandten gegenüber gab Schweighofer zu verstehen, dass ihn diese Reise schon sehr belastet habe. „Das war vielleicht das letzte Mal“, meinte der heimatverbundene Auswanderer damals. Aber an Besuchern aus dem Kreis von Nachbarn, engen Freunden und vor allem seiner Kinder und Enkel wird es Schwaighofer gewiss nie mangeln.

xb

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