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Drängler beschwören im Straßenverkehr oft gefährliche Situationen herauf. Deshalb wurde ein Dietramszeller verurteilt.

Ehepaar auf der A 99 bedrängt

Drängler (20) aus Dietramszell muss 400 Euro zahlen

Dietramszell/Aschheim - Heftig gedrängelt hat ein Dietramszeller (20) auf der A99. Deswegen landete er vor Gericht.

Dietramszell/Aschheim – Dicht auffahren, den Vordermann mit der Lichthupe zum Platzmachen drängen, dann rechts überholen und mit Vollbremsung wieder einscheren: So gebärdete sich ein Dietramszeller (20) am 11. September vergangenen Jahres mit seinem Mitsubishi auf der A 99 bei Aschheim (Landkreis München). Nun musste sich der Lagerist wegen Nötigung vor dem Jugendrichter verantworten.

Ein Ehepaar aus Heimhausen war auf dem Heimweg vom Tirolurlaub, als ihnen der junge Mann mit seiner riskanten Fahrweise einen gehörigen Schrecken einjagte. „Er ist so dicht aufgefahren, das ich dachte, der fährt uns in den Kofferraum“, erzählt die Beifahrerin (55). Ihr Ehemann (54) erklärte: „Er kam mit Lichthupe von hinten, ich konnte aber nicht so ohne weiteres Platz machen, weil auf allen drei Spuren viel Verkehr und das Tempo auf 80 Stundenkilometer beschränkt war“. Nach dem Überholen habe der Dietramszeller voll auf die Bremse getreten. „Dann gab es noch nette Zeichen aus dem Fenster.“

Dem Angeklagten war die Sache unangenehm. „Es war dumm von mir. Ich wollte Ihnen nicht Angst einjagen“, entschuldigte er sich. Die Vollbremsung sei keine böse Absicht, sondern nötig gewesen, weil sich vor ihm ein Stau gebildet habe.

Jugendrichter Urs Wäckerlin machte unmissverständlich deutlich, was er von den Fahrkünsten des Angeklagten hielt. Nämlich gar nichts. „Sie haben in ganz grober Art und Weise gegen die Pflichten verstoßen, die von einem Straßenverkehrsteilnehmer verlangt werden“, hielt der dem junge Mann vor. „Rechts überholen geht gar nicht, das birgt extreme Gefahren für andere.“

Er verurteilte den Mann zu einer Geldbuße von 400 Euro zu Gunsten der „Brücke Oberland“ sowie zur Teilnahme an einem Verkehrskurs. Außerdem muss er zwei Monate zu Fuß gehen. „Dieser Denkzettel scheint mir unumgänglich“, sagte der Richter. „Wenn Sie in diesem Stil weitermachen, ist es bis zu einem langen Fahrverbot nicht weit.“

rs

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