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Die Vorstandschaft: (v. li.) Schriftführer Tobias Zengerle, Beisitzerin Britta Höner-Zillig, Zweite Vorsitzende Annelies Wiedenbauer-Schmidt, Erster Vorsitzender Hubert Prömmer und Beisitzer Jae Hyun Yoo.

Mitglieder machen Neuanfang

Grüne aus Dietramszell und Egling schließen sich zusammen

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Neuanfang in Dietramszell und Egling: Die Ortsverbände der Grünen werden wiederbelebt und zusammengeschlossen. Gemeinsam wollen sie sich an einer Liste für die Kommunalwahl versuchen.

Dietramszell/Egling – Die Grünen-Ortsverbände Dietramszell und Egling sind aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Nach vielen Jahren der Inaktivität beschlossen die Mitglieder einen Neuanfang und wählten einen neuen Vorstand. Es sind zwei alte Bekannte, die nun an der Spitze stehen: Vorsitzender ist Hubert Prömmer, Stellvertreterin Annelies Wiedenbauer-Schmidt. „Ich freue mich narrisch, dass das geklappt hat“, sagte Prömmer nach der geglückten Wahl.

Der Mitte der 1980er Jahre gegründete Grünen-Ortsverband Egling war lange Zeit sehr aktiv. Im Jahr 2002 gab es jedoch eine Zäsur. Wiedenbauer-Schmidt trat aus Protest gegen die deutsche Beteiligung am Kosovo-Krieg bei den Grünen aus und kandidierte nicht mehr für den Gemeinderat: „Ich wollte nicht, dass Frieden mit Waffen geschaffen wird“, sagt die heute 66-Jährige. Gemeinsam mit Wiedenbauer-Schmidt verabschiedete sich eine ganze Gruppe an aktiven Mitgliedern, und der Ortsverband schlief ein. Ganz aus der Politik zog sich die Heilpraktikerin und Homöopathin jedoch nicht zurück. Sie kandidierte als Parteilose auf der Kreistagsliste der Grünen. Als Kreisrätin Carola Lössl im Jahr 2010 starb, rückte sie in das Gremium nach. 2014 wurde sie wiedergewählt.

Ähnlich lief es in Dietramszell. Die aktiven Zeiten des Ortsverbands liegen lange zurück. Die letzten Vorstandswahlen hätten „so ungefähr vor sieben oder acht Jahren stattgefunden“, schätzt Prömmer. Doch dann seien einige Mitglieder aus der Gemeinde weggezogen, bis schließlich nur noch er selbst übrig blieb. Es sei schon einiges an Humor notwendig gewesen, um unter diesen Bedingungen weiterzumachen, gibt der Vermessungsingenieur zu.

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Zuletzt habe Alexander Müllejans, Sprecher der Kreis-Grünen, jedoch deutlich gemacht, dass ein Ortsverband mit einem aktiven Mitglied nicht der Weisheit letzter Schluss ist: „Er hat uns dazu gedrängt, eine neue Vorstandschaft zu wählen oder ganz aufzuhören. Ein Einzelner kann schließlich keinen Ortsverband betreiben.“ Und so entstand die Idee, dass sich die Eglinger und Dietramszeller zusammenschließen. Wiedenbauer-Schmidt stimmte diesem Vorschlag zu und erklärte sich „aus Verantwortungsbewusstsein“ bereit zu kandidieren – „in der Hoffnung, dass die Jugend nachrückt“.

Das nötige Potenzial müsste nach Ansicht von Prömmer vorhanden sein. Die beiden Nachbargemeinden brächten es zusammen schließlich auf über 10 000 Einwohner. Prömmer und Wiedenbauer wollen nun versuchen, zehn oder mehr Mitglieder und Sympathisanten zu finden, die bereit sind, bei der Kommunalwahl auf den beiden Ortslisten der Grünen zu kandidieren. Er fände es „toll“, wenn es die Grünen schaffen, eigene Listen aufzustellen, sagte Müllejans und schlug vor, dass sich die Grünen einmal im Monat zu einem Stammtisch treffen. Er hofft, dass der Boom bei den Grünen weitergeht – seit seinem Amtsantritt habe sich die Mitgliederzahl bei den Kreis-Grünen auf 164 mehr als verdoppelt. Durch den Zusammenschluss der Ortsverbände hofft er vor allem auf mehr Sicherheit: „Auch wenn es Fluktuation gibt, haben wir hoffentlich immer genügend Mitglieder, um einen Vorstand stellen zu können.“

pr

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