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So schaut’s aus: Das Ascholdinger Hallenbad ist nicht mehr im besten Zustand. Viele Besucher, darunter Fritz Schnaller, waren sichtlich überrascht.

Bürgermeisterin bittet zur Besichtigung

Ascholdinger Hallenbad: Eine Alternative, die keine ist

Dietramszell - Die Entscheidung zum interkommunalen Hallenbad rückt näher. In der Debatte wird immer wieder Ascholding als Alternative genannt. Dass dies keine wirkliche Option ist, verdeutlichte Dietramszells Bürgermeisterin Leni Gröbmaier ihren Kollegen vor Ort.

Über 40 Jahre hat das Ascholdinger Hallenbad auf dem Buckel. Wesentliche Sanierungsmaßnahmen wurden in dieser Zeit nicht durchgeführt. Dass es überhaupt noch so gut in Schuss sei, verdanke man der 1-A-Führung durch Bademeister Christian Siegert und den Förderverein, sagte Gröbmaier: „Aber der technische Zustand lässt sich nicht mit ein paar Pinselstrichen überdecken.“

Bei einem Rundgang durch das Gebäude und die Technikräume zeigten sich die Bürgermeister, Stadträte und Verwaltungsmitglieder aus den Nachbargemeinden überrascht, wie veraltet die Anlagen teilweise aussehen. 3,4 Millionen Euro würde die Sanierung des Bads nach einer Kostenschätzung von 2011 kosten. Beteiligt sich die Stadt Wolfratshausen daran entsprechend der geplanten Belegung durch ihre Schulklassen, müsste sie rund 2,2 Millionen investieren – für das interkommunale Bad dagegen nur 130 000 Euro. „Da sind Welten dazwischen, das muss man einfach wissen“, sagte Gröbmaier und plädierte damit für die „große Lösung“ in Geretsried.

Eine Sanierung des Standorts Ascholding stehe nicht mehr zur Debatte. Die Kosten für einen Neubau bezifferte sie „ab vier Millionen aufwärts“. Die Betriebskosten seien im Moment noch nicht abschätzbar. Derzeit liegen sie bei etwa 180 000 Euro jährlich, „weil wir sehr sparsam wirtschaften und die Energiekosten im Moment niedrig sind“. Solange im Ascholdinger Bad keine „ganz großen Investitionen“ von mehr als 10 000 Euro anstehen, will es die Gemeinde nach Gröbmaiers Worten weiterführen. Wie lange das sein könnte, wagte sie nicht zu prognostizieren. Knackpunkt ist vor allem die rund 35 Jahre alte Heizungsanlage: „Die kann schon morgen den Geist aufgeben“, verdeutlichte Bademeister Siegert. Der Brandschutz sei dagegen kein Problem.

Zum Schwimmen nach Ascholding kommen die Schulen aus Dietramszell und Egling, die Gymnasien Icking und Schäftlarn, die Wasserwacht und die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft, die Volkshochschule mit neun Kursen und eine Triathlon-Gruppe, dazu rund 16 000 Badegäste jährlich im öffentlichen Betrieb, listete Siegert auf. „Wenn wir das Bad zusperren müssen, reicht die Wasserfläche im Nordlandkreis nie und nimmer aus“, betonte Gröbmaier. Sie appellierte an ihre Amtskollegen, sich am geplanten interkommunalen Hallenbad zu beteiligen: „Wir müssen jetzt in den Zug einsteigen, sonst ist er abgefahren. Eine zweite Chance gibt es nicht.“

Ob sie die anwesenden Wolfratshauser Bürgermeister und Stadträte mit ihrer Argumentation überzeugen konnte? Rathauschef Klaus Heilinglechner räumte ein: „Ein großes Bad kommt sicher günstiger als zwei kleine.“ Gleichzeitig äußerte er Bedenken, dass die Wasserfläche auch im interkommunalen Bad noch zu klein für alle Interessenten sein könnte. Eindeutig positionierte sich sein Vize Fritz Schnaller (SPD): „Die Quintessenz für mich ist, dass Ascholding mittel- und langfristig als Alternative ausscheidet – sowohl technisch als auch finanziell.“ Das Gleiche gelte für die Schwimmbäder in Geretsried und Weidach. Dass man den Bedarf mit diesen Bädern ohne interkommunale Zusammenarbeit decken könnte, sei „reines Wunschdenken“.

Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller bekräftigte, dass eine negative Entscheidung im Wolfratshauser Stadtrat für ihn ein KO-Kriterium darstelle: „Dann bauen wir nur ein kleineres Bad."

Von Clara Wildenrath

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