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Schwungvoll: Florian Lechner (43), Chef des „Moarwirt“ in Hechenberg/Dietramszell, leitet künftig den Gastronomiebetrieb der Paulaner-Gaststätte am Nockherberg in München. 

„Es ist ein Ritterschlag“

„Moarwirt“-Chef übernimmt den Nockherberg

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Dietramszell – Florian Lechner übernimmt im Frühjahr 2018 die Paulaner-Gaststätte am Nockherberg - gemeinsam mit Wiesnwirt Christian Schottenhamel. Wie es mit seinem „Moarwirt“ in Dietramszell weitergeht, verrät der 43-jährige gebürtige Münchner unserem Redakteur Patrick Staar.

Wie sind Sie Wirt am Nockherberg geworden?

Wir haben uns bei der Brauerei beworben. Die Gespräche haben sich fast ein Jahr lang hingezogen. Immer wieder neue Gesprächsrunden mit Ideen und Visionen. Jetzt befinden wir uns auf einem gemeinsamen Weg, sie zu erreichen. Es wird ein spannender Weg.

Wie kam es, dass Sie sich gemeinsam mit Christian Schottenhamel beworben haben?

Der Christian ist ein Freund von mir. Wir haben schon länger an der Idee gesponnen, etwas gemeinsam zu machen. Der Nockherberg war nicht das erste Objekt, für das wir uns gemeinsam beworben haben – aber das Größte.

Wie wird die Aufgabenteilung ablaufen?

Mein Schwerpunkt wird die Gastronomie sein, der Biergarten und die Küche. Christian wird sich mehr um die Veranstaltungen kümmern.

Welchen Stellenwert hat für Sie der Nockherberg in München?

Es ist ein tolles Objekt, ein Traumobjekt. Für einen Wirt ist es ein Ritterschlag, wenn er in solch einem Objekt arbeiten darf. Es ist eine gewisse Ehrfurcht dabei und wahnsinnig viel Respekt. Dafür ist die Freude umso größer.

Was ist das Besondere am Nockherberg?

Es ist der Name. Es ist eines der größten Wirtshäuser in Bayern mit einer unglaublichen Geschichte. Es sind knapp 8000 Sitzplätze – das ist eine Herausforderung.

Ein Riesen-Unterschied im Vergleich zum Moar-Wirt.

Der Christian hat ja ein Festzelt auf der Wiesn. Ich habe sehr lange in allen Bereichen auf der Wiesn gearbeitet – im Service, in der Küche. Da ist man schon eine gewisse Größe gewöhnt. Aber es ist natürlich eine Umstellung, ganz klar. Wie gesagt: Eine sehr spannende Aufgabe.

Ist ein Zelt auf der Wiesn Ihr langfristiges Ziel?

Nein, nein – nein. Es war schon mein Kindheitstraum, dass ich irgendwann mal ein tolles Wirtshaus in München habe.

Woher kommt diese Begeisterung für die Gastronomie?

Ich war früher sonntags oft mit meinem Opa in diesen tollen Wirtshäusern. Zum Beispiel im „Spöckmeier“ in München am Marienplatz, mit Franz-Josef Strauß an einem Tisch. Das hat mich wahnsinnig fasziniert. Jetzt ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen. Dass es gleich der Nockherberg geworden ist – fantastisch.

Sie wurden vom renommierten Restaurantführer „Gault-Millau“ mit 14 Punkten ausgezeichnet.

Das war acht oder zehn Jahre im Moarwirt in Hechenberg der Fall.

Welche Eigenschaften muss man haben, damit man als Koch diese Qualität erreicht?

Das ist in den Wurzeln verankert. Man muss auf jeden Fall seine Herkunft und seine Region lieben, wenn man so kochen will. Und man muss einen wahnsinnigen Respekt vor dem Produkt haben. Das gilt für das Salatblatt genauso wie für das Ochsenfilet. Zielstrebig muss man sein, fleißig und kreativ.

Sie betreiben außerdem eine Kochschule im Arabellapark in München, haben das Café Nymphenburg am Viktualienmarkt. Bleibt da überhaupt noch Zeit für den Moarwirt?

Mit dem Moarwirt geht es auf jeden Fall unverändert weiter. Das Café macht meine Frau, die Maria. Da bin ich eher im Hintergrund zuständig.

Im Internet ist aber eine Immobilien-Anzeige zu finden, dass der Moarwirt in Hechenberg verkauft wird.

Ja, richtig. Der Hausbesitzer will ihn verkaufen, weil er da ein Altersheim bauen will. Aber das betrifft nur das Hotel. Das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun. Wir haben einen langfristigen Pachtvertrag. Daher ändert sich für uns gar nichts.

Was müssen Sie noch erledigen, ehe 2018 die Arbeit im Nockherberg beginnt?

Es wird komplett umgebaut. Es kommt eine Hausbrauerei rein. Wir planen, eine Stadtteil-Bäckerei reinzubauen, wo frisch gebacken wird. Der komplette Saal wird umgebaut. Bisher hat der Festsaal ja einen Turnhallen-ähnlichen Charakter. Und kulinarisch werden wir auch einiges in die Hand nehmen.

Trinken Sie privat gerne Paulaner?

Hin und wieder werde ich schon ein selbst gebrautes Paulaner trinken. Aber eigentlich trinke ich fast keinen Alkohol. In 30 Jahren Gastronomie habe ich gesehen: Man muss viel arbeiten, hat wahnsinnig viel Stress. Da ist Alkohol nicht förderlich.

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