Fronleichnam Geretsried
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Prunkvoll sind die Fronleichnamsprozession für gewöhnlich, hier ein Archivfoto aus Geretsried.

Interview zum Feiertag

Fronleichnam ohne Prozession: „Es fehlt etwas“

An Fronleichnam finden an vielen Orten traditionell prachtvolle Fronleichnamsprozessionen Stadt. Heuer ist dies wegen Corona erneut nicht möglich. Dekan Neuberger erzählt, wie er damit umgeht.

Dietramszell – Wäre das öffentliche Leben aufgrund der Corona-Pandemie nicht eingeschränkt, würden am Donnerstag an vielen Orten im Landkreis prunkvollen Fronleichnamsprozessionen stattfinden. Wie jedes Jahr am 60. Tag nach Ostern feiern Katholiken Fronleichnam, das Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi. Zum zweiten Mal in Folge ist die für Gläubige wichtige Tradition eingeschränkt. Darüber spricht Redakteurin Susanne Weiß mit Dekan Thomas Neuberger.

Herr Neuberger, wie verbringen Sie den Feiertag?

Dekan Neuberger: Mit einer kleinen Einschränkung fast wie jedes Jahr. Am Vormittag feiern wir in Dietramszell Gottesdienst mit eucharistischem Segen, am Nachmittag gehe ich mit Freunden gemütlich Kaffee trinken. Die Einschränkung ist, dass wir den Gottesdienst an einem Ort feiern.

Es ist das zweite Jahr in Folge, in dem coronabedingt keine prunkvollen Prozessionen stattfinden können. Wie geht es Ihnen damit?

Dekan Neuberger: Es fehlt etwas. Das geht den Teilnehmern genauso. Deswegen feiern wir den Gottesdienst heuer am Kreuzbichl auf Sichthöhe des Ortes. Zu Fronleichnam gehört einfach, aus der Kirche hinauszugehen, sichtbar und spürbar für den Ort zu werden. Dass wir nicht durch den Ort gehen können, fehlt, aber mit einem Gottesdienst im Freien können wir das etwas kompensieren.

Sie haben sicher einen guten Überblick: Wie gehen die anderen Pfarreien im Dekanat mit den Einschränkungen um?

Dekan Neuberger: Ich weiß von vielen, dass auch sie heuer den Gottesdienst im Freien feiern. Auch weil viele Kirchen die Platznachfrage an diesem Feiertag gar nicht decken könnten. Außerdem findet auch dort eine Aussetzung statt, es wird also der eucharistische Segen für den Ort und für das Land gespendet. Heuer können wir Fronleichnam viel bewusster feiern. Vergangenes Jahr waren Gottesdienste erst seit wenigen Wochen wieder möglich. Wir waren alle auf der Suche, wie wir am besten mit der neuen Situation umgehen.

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