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Idylle aus Stroh: In Baiernrain zeigt sich am kommenden Sonntag das dörfliche Leben von seiner schönsten Seite. Es werden viele tausend Besucher erwartet.

Im Gespräch mit Organisatorin Annelies Huber

Baiernrainer Dorfherbst: Ein kleines Stück heile Welt

Dietramszell – Der Dietramszeller Ortsteil Baiernrain ist am Sonntag, 25. September, wieder das Ziel tausender Besucher aus der Region. Zum 17. Mal lädt die Ortschaft von 10 bis 18 Uhr zum Dorfherbst ein und bietet ein buntes Programm zum Schauen und Mitmachen.Wir haben Ortsbäuerin Annelies Huber gesprochen.

Frau Huber, der Dorfherbst ist ein Erfolgsmodell. Jedes Jahr kommen mehr Besucher. Wie kamen Sie auf die Idee?

Der Anfang war ein Projekt des Amts für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, der Vitalbäuerinnen und der Tafernwirtschaften. Der damalige Wirt Siggi Maier vom Gasthof Baiernrain war sofort begeistert und meinte, wir sollten mitmachen. So fand die Auftaktveranstaltung für den Landkreis bei uns statt. Zunächst war an ein einmaliges Ereignis gedacht. Dabei blieb es nicht. Der Erfolg hat uns ermutigt, weiterzumachen.

Jahrelang lief die Veranstaltung unter dem Titel Bauernherbst. Warum wurde der Name geändert?

Wir mussten auf einen Einspruch aus Österreich reagieren. Die Bauern im Salzburger Land hatten sich den Begriff Bauernherbst schützen lassen. Um einer Klage zu entgehen, haben wir uns den neuen Namen Dorfherbst gegeben. Am Konzept hat sich dadurch nichts geändert.

Worin besteht das Konzept?

Möglichst alle Vereine aus dem Ort sollen mitwirken und sich präsentieren. Wir wollen zeigen, wie lebendig und attraktiv unser Dorf ist. Außerdem soll es ein Fest für die ganze Familie sein. Darum bieten wir auch viel für Kinder wie beispielsweise den Auftritt der Trachtlerkinder oder einen aufblasbaren Traktor als Hüpfburg, Schießen mit Pfeil und Bogen, mit Filz basteln oder Specksteine schleifen.

Sind nur heimische Aussteller mit Ständen vertreten?

Fast alle kommen aus Baiernrain oder den umliegenden Orten. Wir haben allerdings auch viele Bewerber aus anderen Landkreisen. Aber da sind wir sehr vorsichtig und wählen gezielt aus. Wir wollen kein Baiernrainer Oktoberfest. Wer unsere Bedingungen nicht erfüllt, hat keine Chance. 55 Stände und Aktionsflächen gibt es heuer.

Trotzdem wird in jedem Jahr auch Neues geboten. Was ist es heuer?

Der Jagdverband kommt mit der Jagdhornbläsergruppe, zeigt Vorführungen von Jagdhunden und lädt zum Grillen von Wildfleisch ein. Neu ist auch ein Stand mit Trachtenhemden, in die sich jeder sofort seine Initialen sticken lassen kann. Besonders freue ich mich auf den Holzschnitzer Georg Willibald aus Lenggries. Seit zehn Jahren arbeitet er an einem Almabtrieb. Bei uns will er einen lebensgroßen Kuhkopf schnitzen. Zum ersten Mal ist auch ein Schäffler bei uns. Er zeigt, wie Holzfässer hergestellt werden.

Die Zuschauermassen sind nicht ganz unproblematisch. Die Straßen rund um Baiernrain waren regelmäßig zugeparkt.

Letztes Jahr haben wir die Konsequenzen gezogen. Halteverbotsschilder werden aufgestellt. Geparkt wird auf den umliegenden Wiesen, die von den Landwirten zur Verfügung gestellt wurden. Jeder Verein schickt zwei freiwillige Helfer, sie regeln den Verkehr. Das Parken ist kostenlos, und es gibt genügend Parkplätze.

Was macht den Erfolg des Dorfherbstes aus?

Die Besucher begrüßen die Vielfalt des Angebots, entweder zum Schauen, Mitmachen oder Kaufen. Sie finden es gut, hier ein kleines Stück heile Welt zu finden und heimische Produkte auch aus der Landwirtschaft zu bekommen, die es so nirgends gibt.

Wie lange dauern die Vorbereitungen?

Eigentlich bin ich das ganze Jahr damit beschäftigt. Nach dem Dorffest beginnt die Vorbereitung. Ideen sammeln, schauen, was man besser machen kann. Die heiße Phase beginnt im Juli mit dem ersten Treffen der Dorfgemeinschaft.

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