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Neue Fenster spendierte der Förderverein dem Ascholdinger Hallenbad im August 2012. Nun erklärt der Vereinsvorsitzende „die konstruktive Zusammenarbeit mit der Gemeinde ab sofort für beendet“.

Hallenbad Ascholding

Förderverein stellt die Arbeit ein

Dietramszell - Ob das interkommunale Hallenbad in Geretsried gebaut wird oder nicht, steht immer noch in den Sternen. Die Zukunft des Ascholdinger Bades scheint hingegen besiegelt: Der Förderverein will sich künftig nicht mehr um Renovierungsarbeiten kümmern.

Franz Kappelar ist sauer. „Wir lassen uns nicht verkaufen“, schimpft der Vorsitzende des Vereins zur Erhaltung und Förderung des Hallenbades Ascholding im Gespräch mit unserer Zitung. „Warum sollen wir unsere Freizeit opfern, wenn es keinen Sinn mehr macht?“ Der Grund für seinen Ärger: Dietramszell Bürgermeisterin Leni Gröbmaier hatte gegenüber ihren Amtskollegen bei einer Begehung des über vier Jahrzehnte alten Ascholdinger Bads in der vergangenen Woche noch einmal betont, dass die Gemeinde keine größeren Geldsummen mehr in den Erhalt investieren will. Stattdessen setzt sich Gröbmaier für den Bau eines interkommunalen Hallenbads am Schulzentrum in Geretsried ein.

„Der Verein wurde gegründet, um den Erhalt oder einen Neubau zu unterstützen und den Schwimmunterricht zu fördern“, erläutert Kappelar. „Ohne uns wäre das Ascholdinger Hallenbad schon längst nicht mehr existent.“ Seit 2009 haben sich die Mitglieder jedes Jahr um diverse Sanierungsmaßnahmen gekümmert, 2012 beispielsweise mit Hilfe von Spenden von Firmen und Gemeindebürgern die gesamten Fensterscheiben ausgetauscht. Weil ihnen nach Gröbmaiers jüngsten Äußerungen aber „jeder Mut genommen“ sei, habe sich die Vorstandschaft einstimmig dagegen ausgesprochen, in den kommenden Sommerferien noch einmal Renovierungsarbeiten durchzuführen. Und: In der nächsten Hauptversammlung im Herbst will Kappelar die Auflösung des Vereins zur Abstimmung stellen. „Von uns Vorständen hat definitiv keiner mehr Interesse weiterzumachen“, erklärt der Erste Vorsitzende. Zum Vorstand gehören – außer ihm selbst – sein Stellvertreter Robert Hecher, Schriftführer Ernst Ausfelder und Kassier Josef Harrer.

Möglich wäre natürlich, dass sich neue Vorsitzende finden, die den Verein weiterführen, räumt Kappelar ein. Bisher gebe es dafür aber keinerlei Signale von den Mitgliedern. Schon Ende vergangenen Jahres sei die Stimmung im Verein umgeschlagen, berichtet Kappelar. Damals lehnte es der Dietramszeller Gemeinderat wie berichtet ab, sich für ein Sanierungsprogramm des Bundes mit 92 Prozent Zuschuss für kommunale Schwimmbäder zu bewerben. „Mit der Begründung, die Gemeinde wäre nicht berücksichtigt worden, weil nur finanzschwache Gemeinden zum Zuge kommen“, so der Vereinschef. „Damit hat die Gemeinde eine Riesenchance sausen lassen und unsere größte Hoffnung zerschlagen.“

Gröbmaiers Argument, dass die Betriebskosten des Ascholdinger Bads für die Gemeinde zu hoch seien, will der Inhaber eines Malerbetriebs nicht gelten lassen: „Wenn man alle Einnahmen, die zum Schwimmbad gehören, dazu rechnet, könnte das Bad schwarze Zahlen schreiben. Zumindest eine Null wäre möglich.“ Bei einer interkommunalen Lösung würde man „eine Steuergeldverlagerung in unberechenbarer Höhe“ in Kauf nehmen, da die Stadt Geretsried die laufenden Betriebskosten für die beteiligten Kommunen umlegt – „mit einer langfristigen Bindung bis 30 Jahre“, wie Kappelar betont. Er rechnet mit stetig steigenden Betriebskosten, denn „auch ein neues Bad kommt wieder in die Jahre“. Zudem sieht Kappelar die Gefahr, dass „die heutigen Schwimmstunden der Dietramszeller Schulen wegen einer Überbelegung nicht einzuhalten sind“. DLRG, Wasserwacht und die Volkshochschule könnten ebenfalls „nur auf Sparflamme“ trainieren.

Weil die Schließung des Ascholdinger Hallenbads in den der Dietramszeller Bürgermeisterin „nur noch eine Frage der Zeit“ sei, erklärt der Vereinsvorsitzende „die konstruktive Zusammenarbeit mit der Gemeinde ab sofort für beendet“. Für die alljährlichen Reinigungs- und Ausbesserungsarbeiten müsse die Gemeinde nun selbst aufkommen.

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