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Erleichtert: Zahlreiche Gemeinderäte besichtigten am Montagnachmittag zusammen mit Bürgermeisterin Leni Gröbmaier (unten li.) und Projektleiter Josef Ehrensberger (unten re.) den neuen Hochbehälter am Jasberg.  

Gemeinde muss Leitungswasser dank neuem Hochbehälter nicht mehr chloren

Der Hallenbad-Geruch verduftet aus Dietramszell

Chlor im Dietramszeller Leitungswasser ist Geschichte. Für 1,2 Millionen Euro hat die Gemeinde einen neuen Hochbehälter errichten lassen. Ein Besuch am Jasberg. 

Dietramszell – „Jetzt verschwindet allmählich der Hallenbad-Duft aus unserem Badezimmer“, sagte ein erleichterter Baiernrainer. Über eineinhalb Jahre floss bei ihm und den Bewohnern von 14  Ortsteilen im nördlichen Gemeindebereich von Dietramszell gechlortes Wasser aus der Leitung „Das ist jetzt schon Geschichte“, erklärte Bürgermeisterin Leni Gröbmaier. „Seit Mittwoch vergangener Woche können wir wieder frisches Trinkwasser aus dem Tiefbrunnen Baiernrain/Steingau liefern. Damit verschwindet mehr und mehr auch der Chlorgeschmack aus den Leitungen.“

„Eine Riesenerleichterung“

Am Montagnachmittag hatte die Rathauschefin zu einer ersten offiziellen Besichtigung des neuen Hochbehälters am Jasberg eingeladen. Zahlreiche Gemeinderäte überzeugten sich mit eigenen Augen, dass der seit Mai 2016 währende Missstand endlich behoben ist. „Das ist schon eine Riesenerleichterung. Verständlicherweise hat die Chlorung keine Begeisterungsstürme in der Bevölkerung ausgelöst“, sagte Gröbmaier. Insgesamt waren rund 1500 Haushalte betroffen. Auslöser des Übels war der im Jahr 1930 erbaute Hochbehälter auf dem Jasberg mit seinem Fassungsvermögen von zweimal 200 Kubikmeter Wasser. Dessen Mauerwerk war so undicht geworden, dass immer wieder Verunreinigungen in das Trinkwasser eindringen konnten. 

Edelstahl-Version soll im Betrieb günstiger sein

Seit März dieses Jahres wurde nun an einem Hochbehälter gebaut. In einem Holzstadel mit den Ausmaßen 27 mal 12 Meter befinden sich zwei Edelstahlbehälter mit einem Fassungsvermögen von je 400 Kubikmetern. „Eine wirklich nachhaltige Lösung“, so die Bürgermeisterin. Auch wenn die Edelstahl-Version etwas teurer ist, soll sie im Betrieb etwas günstiger sein. Insgesamt belaufen sich die Investitionskosten auf rund 1,2 Millionen Euro. „Mit der Preissteigerung von etwa zehn Prozent gegenüber der ursprünglichen Planung sind wir noch im Rahmen geblieben“, erklärte Josef Ehrensberger, Projektleiter des Ingenieurbüros Blasy-Overland. 

Zeitplan fast eingehalten

Auch der Zeitplan wurde weitgehend eingehalten. „Hauptsache, wir werden noch vor Weihnachten fertig. Das hatten wir ständig im Hinterkopf“, sagte Ehrensberger. In der heißen Phase ab Oktober hätten zum Teil fünf bis sechs Firmen gleichzeitig auf der Baustelle gearbeitet. Aber dann habe alles hervorragend geklappt. So gut, dass „wir letztlich nur eine Woche über dem geplanten Termin fertig wurden“, ergänzte Gröbmaier.

Auch wenn die Technik des neuen Hochbehälters nun voll funktionsfähig ist, fehlen noch kleinere Details. Die Außenanlagen etwa können erst im Frühjahr fertiggestellt werden. Dann soll auch der alte, marode Behälter komplett abgerissen werden. „Wenn dann alles fertig ist, werden wir die Bevölkerung zu einem Tag der offenen Tür hierher einladen“, kündigte die Bürgermeisterin an: „Die Leute sollen selbst sehen, was hier entstanden ist. Sie müssen dafür ja auch bezahlen – und zwar alle Dietramszeller.“

Ewald Scheitterer

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