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Ortstermin auf der Baustelle: (v. li.) Hubert Walser (Bauamt Dietramszell), Bauleiter Uwe Praß, Bürgermeisterin Leni Gröbmaier, Verena Willibald (Praktikantin im Ingenieurbüro) und Diplom-Ingenieur Josef Ehrensberger vom ausführenden Büro Dr. Blasy/Dr. Øverland vor dem gerade entstehenden Hochbehälter in Jasberg. 

Wasserversorgung

Der Hochbehälter nimmt Gestalt an

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Die Bürger in Baiernrain und Umgebung haben schon lange unter gechlortem Trinkwasser zu leiden. Die Leidenszeit scheint sich dem Ende zuzuneigen: Der neue Hochbehälter in Jasberg nimmt Gestalt an. Im Oktober wird er wohl eingeweiht.

Dietramszell – Chlor ist ein chemisches Element, mit dem die meisten von uns allenfalls im Schwimmbad in Kontakt kommen. Für die Dietramszeller Bevölkerung in der sogenannten Baiernrainer Versorgungszone ist es mittlerweile Alltag. Seit Mai 2016 wird das Wasser gechlort, das aus dem Hochbehälter in Jasberg in die Haushalte fließt. Der Wasserspeicher ist rund 90 Jahre alt, war undicht und gestattete Bakterien den Weg ins Leitungssystem, bevor ihn die Gemeinde abdichten ließ. Doch das ist lediglich eine Interimslösung. Parallel planten die Zeller einen neuen Hochbehälter direkt neben dem alten. Am 3. März begannen die Bauarbeiten. „Im Oktober“, so hofft Bürgermeisterin Leni Gröbmaier, „wollen wir ihn einweihen“.

Das Fundament aus Stahlbeton ist bereits gesetzt

Das Wetter passt während Baustellenbesichtigung am Montagnachmittag zum Thema: Es schüttet wie aus Eimern. Aber weder der viele Regen noch der späte Schnee heuer haben den Bauarbeiten etwas anhaben können. „Wir haben überhaupt keine Verzögerungen“, sagt Gröbmaier sichtlich zufrieden. Je 400 Kubikmeter Wasser werden die beiden neuen Speicherzylinder aus Edelstahl fassen, insgesamt das Doppelte der alten Behälter, die aus Stampfbeton bestehen. Das Stahlbetonfundament ist bereits gesetzt. Anfang Juni schließt sich der Hochbau an. Den Auftrag für das Holzhaus, das die beiden Tanks einfasst, erhielt eine Zimmerei aus Baiernrain. Steht das Gebäude, starten die Metallarbeiten für Behälter und Rohrleitungen. „Das erwarten wir für Ende Juli. Die Aufträge sind auch schon vergeben“, sagt Diplom-Ingenieur Josef Ehrensberger, der das Projekt betreut. Fertig werden soll der Hochbehälter im Oktober, „sodass wir spätestens im November mit der Chlorung aufhören können“, so Gröbmaiers Hoffnung. Der neue Speicher ist bereits in Betrieb, wenn als letzte Maßnahme – wohl Anfang 2018 – der alte abgerissen und das Gelände eingeebnet wird. Danach kann der Landwirt, der der Gemeinde das Grundstück verkauft hat, diesen Bereich wieder nutzen.

Nach der Fertigstellung soll es eine große Feier geben

Die Gesamtkosten belaufen sich laut der Rathauschefin auf „eine gute Million“. Ursprünglich war von etwa 700.000 Euro die Rede gewesen. „Damals hatten wir noch mit Stahlbetonbehältern geplant“, erklärt Gröbmaier. Die Dietramszeller haben sich dann aber für Edelstahl als beständigeres Material entschieden. Gemäß einem Ratsbeschluss rechnet die Gemeinde die Kosten nicht über die Wassergebühr ab. Alle Bürger, die Wasser aus dem neuen Speicher beziehen (außer die Föggenbeurer), zahlen einen „Verbesserungsbeitrag“. 90 Prozent davon Ende dieses Jahres, die restlichen zehn Prozent Ende 2018. Gröbmaier: „Aktuell liegen wir bei neun Cent pro Quadratmeter Grundstücksfläche plus 1,09 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche.“ Das könne sich aber noch ändern. „Genaueres wissen wir erst nach der Schlussrechnung im nächsten Jahr.“ In Betrieb gehen soll der Behälter übrigens nicht heimlich, still und leise. „Die Wasserversorgung ist eine unserer vordringlichsten Aufgabe“, sagt Leni Gröbmaier. „In diesem Fall ist mir wirklich sehr nach einer Feier“. Und die soll es dann auch geben.

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