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Zu Ehren der Schriftstellerin Sigrid Heuck lud (v. li.) Barbara Holzmayr (li.) zu einer Lesung mit (v. li.) Georg Unterholzner, Barbara Regul und Willi Sommerwerk ein. 

Lesung im Haus der Schriftstellerin

Große Hommage an Sigrid Heuck

Dietramszell - Die Kinderbuchautorin Sigrid Heuck wäre am 11. Mai 84 Jahre alt geworden. Der Freundeskreis Grabenmühle lud deshalb zu einem Gedächtnisabend ein. Es war eine große Hommage. 

Was bewegt 50 überwiegend ältere Menschen, eine Lesung mit Texten aus Kinder- und Jugendbüchern zu besuchen? In erster Linie ist es die Verbundenheit mit der Autorin: Sigrid Heuck, die von 1949 bis zu ihrem Tod im Oktober 2012 in der Grabenmühle in Einöd lebte und arbeitete. Anlässlich ihres 84. Geburtstags, der am 11. Mai gewesen wäre, lud ihre langjährige Haushälterin und jetzige Eigentümerin des Anwesens, Barbara Holzmayr, zusammen mit dem Freundeskreis Grabenmühle, zu einem Gedächtnisabend ein. Die Schriftstellerin blickte an dem Abend lächelnd von einem weiß gerahmten Foto auf die Zuhörer.

Beim Schreiben blickte Sigrid Heuck auf einen Weiher

Wie schon bei vorangegangenen Veranstaltungen waren alle Stühle, Korbsessel und Bänke in der kleinen Bücherei des Hauses besetzt. Heuck schrieb in jenem Zimmer mit dem gemütlichen Kachelofen, vielen Bildbänden, Romanen und Atlanten in den Regalen, dem Zaumzeug und den eigenen Illustrationen. 98 Kinder- und Jugendbücher sowie einige historische Romane hat die gebürtige Kölnerin an ihrem Schreibtisch mit Blick auf den Weiher im Garten verfasst. Wie sehr die alleinstehende Frau Tiere liebte, wird in ihren Kinderbüchern deutlich. Da lässt sie ihre Kenntnisse über die Körpersprache von Pferden in einer Geschichte ganz nebenbei einfließen. Eine Zigeunerin lässt sie mit gesundem Menschenverstand und einem Zauberpulver ein krankes Hündchen heilen.

Barbara Regul und Georg Unterholzner lesen

Barbara Regul, Vorsitzende des Kulturvereins Dietramszell, las aus „Cowboy Jim“, „Western-Lizzy“ und „Long John Tabakstinker“. Sie tat das mit hörbar guter Laune, so dass das Publikum an vielen Stellen mit ihr schmunzelte. In der Pause sah man die älteren Damen dann Bücher für ihre Enkelkinder kaufen. Für den Ascholdinger Krimiautor Georg Unterholzner hatte der Freundeskreis die spannende Geschichte vom Ritter und der Geisterfrau ausgewählt, und außerdem eine Erzählung über die Flößerei in Wolfratshausen sowie das historische „Die alte Mühl“, eines ihrer Hauptwerke. Es spielt während des 30-jährigen Kriegs. Die Schweden nähern sich der Alten Mühl in Einöd. Das Kapitel beschreibt die blanke Angst der Bewohner. Dramatisch verstand es Unterholzner, die Szene wiederzugeben, in der der treue Haushund sich mit den Wölfen anlegt – und den Kürzeren zieht.

Willi Sommerwerk singt Ludwig-Hirsch-Lieder

Passend zu den Texten sang der Geretsrieder Liedermacher Willi Sommerwerk Eigenkompositionen und Werke von Ludwig Hirsch. Sommerwerk hat bereits zwei sehr gut besuchte Konzerte in der Grabenmühle gegeben. Er ist quasi ein alter Bekannter. Gerne nahm auch Unterholzner die Einladung Barbara Holzmayrs an. Er hatte sich bei Sigrid Heuck seinerzeit Rat geholt, wie er seinen ersten Krimi am besten verlegt. Tanja Lühr

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