+
Walter Haefeker (li.) referierte vor Zeller Imkern über den Zusammenhang zwischen Bienen und Landwirtschaft. 

Gut für die Bienen, gut für die Bauern

Imkerverein fragt: Ist bienenfreundliche Landwirtschaft noch möglich?

„Ist eine bienenfreundliche Landwirtschaft noch möglich?“ Das war das Thema einer Veranstaltung des Imkervereins Otterfing und Umgebung, dessen Mitglieder in erster Linie aus dem Zeller Gemeindegebiet kommen, im Gasthaus Andrae in Lochen.

Dietramszell – Eingeladen war Walter Haefeker, Präsident der europäischen Erwerbsimker. Vereinsvorsitzender Balthasar Ailer bedauerte, dass „trotz des hochkarätigen Referenten“ nur knapp 30 Besucher gekommen waren. „Ich werde heute einiges über die Landwirtschaft aus der grünen Perspektive erzählen“, sagte Haefeker. „Denn alles, was da in Brüssel entschieden wird, hat erheblichen Einfluss auf die Bienen.“ So präsentierte der Experte die Ergebnisse einer neuen Vergleichsstudie über toxische Rückstände im Bienenhonig aus unterschiedlichen landschaftlichen Bereichen. „Dabei wurde nachgewiesen, dass bei ,Stadtbienen‘ der Giftanteil am geringsten ist.“

Haefeker prangerte die großen Chemiekonzerne an, die mit den festgelegten Grenzwerten Schindluder treiben würden. „Das können wir aber nicht kontrollieren“, erklärte er. Deshalb sei für die Imker die Zusammenarbeit mit der kleinstrukturierten oberbayerischen Landwirtschaft umso wichtiger. Als gutes Beispiel nannte er die Zusammenarbeit mit dem Bundesverband deutscher Milchviehhalter (BDM): „Bienenfreundlich arbeiten ist nicht nur nachhaltiger für die Natur, sondern auch nachhaltiger für die Landwirtschaft.“ 

Hoffnungen setzt Haefeker in die Entwicklung neuer Landmaschinen. So favorisiert er das „Drop-Leg-System“, bei dem Herbizide an der Wurzel der Pflanzen und nicht an den Blüten ausgebracht werden. Habe man früher auf große Maschinen gesetzt, so tue sich derzeit enorm viel beim digitalen Pflanzenschutz mit vergleichsweise kleinen Maschinen. Bei Letzteren würden Schädlinge gezielt mechanisch bekämpft, ohne dass man prophylaktisch große Flächen mit Chemie besprühen müsse. Da diese kleinen Agrarroboter ähnlich Rasenrobotern arbeiten, glaubt Haefeker: „Diese Innovationen werden Bio zum Mainstream machen.“  

esc

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Geretsriederin besucht ein peruanisches Männergefängnis
Um jungen Menschen ihre Arbeit näher zu bringen, bietet die deutsche Kolpingjugend internationale Begegnungsreisen an. Jennifer Becker aus Geretsried begleitete einen …
Geretsriederin besucht ein peruanisches Männergefängnis
Der erste Umweltjournalist der Republik feiert 90. Geburtstag
Der bekannte Publizist Christian Schütze feiert diesen Samstag seinen 90. Geburtstag. Auf Initiative seines Sohnes Justus werden etwa 100 Gäste aus ganz Europa kommen.
Der erste Umweltjournalist der Republik feiert 90. Geburtstag
XXXLutz zeigt Flagge in Wolfratshausen
Wer durch die Pfaffenrieder Straße und den Hans-Urmiller-Ring fährt, dem fallen sie ins Auge: Mehrere neue Fahnen flattern auf dem Gelände des ehemaligen …
XXXLutz zeigt Flagge in Wolfratshausen
„Mit 40 Punkten ist man sicher drin“
Die Bayernliga-Saison geht in die vorentscheidende Phase. Im Gespräch mit der Sportredaktion äußert sich ESC-Coach Ludwig Andrä zu den Chancen der River Rats auf Platz …
„Mit 40 Punkten ist man sicher drin“

Kommentare