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Blick ins Bad: Anfang Juli machten sich einige Rathauschefs (re. Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner) selbst ein Bild vom Zustand des Ascholdinger Schwimmbads. Viele waren überrascht, wie veraltet vor allem die technischen Anlagen sind.

Interkommunales Hallenbad

„Wolfratshausen ist dem Nordlandkreis in den Rücken gefallen“

Dietramszell - Dietramszells Bürgermeisterin Gröbmaier kritisiert das Nein des Wolfratshauser Rates zum interkommunalen Hallenbad.

Die ablehnende Haltung Wolfratshausens zum interkommunalen Hallenbad kam in der Gemeinde Dietramszell nicht gut an. Die Gemeinderäte im Sitzungssaal stöhnten am Dienstagabend, als sie vom Ergebnis der zeitgleich in der Flößerstadt stattfindenden Stadtratssitzung erfuhren. Dietramszell kommt eine besondere Rolle zu, wenn es um das Thema interkommunales Hallenbad geht: Die Kommune hatte sich wie berichtet einstimmig für die Beteiligung an einem neuen Bad in Geretsried ausgesprochen. Denn die eigene alte Schwimmhalle in Ascholding wird nicht erhalten und früher oder später geschlossen.

„Wolfratshausen ist dem Nordlandkreis in den Rücken gefallen“, sagt Bürgermeisterin Leni Gröbmaier im Gespräch mit unserer Zeitung. Das habe sie Wolfratshausens Rathauschef Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen) auch unverhohlen gesagt, als sie sich kürzlich auf einer Veranstaltung trafen. „Er war natürlich anderer Meinung.“ Man habe sich jahrelang gemeinsam Gedanken gemacht und diskutiert. „Das wäre ein Gemeinschaftsprojekt gewesen, auf das wir hätten stolz sein können“, konstatiert die Dietramszeller Rathauschefin. „Entweder man schaut in die Zukunft oder man beharrt auf seinen Prinzipien.“ Das Angebot Geretsrieds sei enorm gewesen. Jetzt, nachdem das Projekt aufgrund des Rückzugs Wolfratshausens gescheitert sei, „gibt es keine Alternative“.

Die Schwimmhalle in Ascholding hat zwar noch geöffnet, steht aber unter Beobachtung. Sobald die Sicherheit der Gäste nicht mehr gewährleistet werden kann oder teure Reparaturen anstehen, wird zugesperrt. So lautet ein Beschluss des Dietramszeller Gemeinderats. „Das Bad ist aktuell sehr gut belegt und mehr als voll“, berichtet Gröbmaier. Das zeige, dass es zu wenig Wasserflächen im Nordlandkreis für Schulen, Vereine und Bürger gebe. Mit dem Aus des Ascholdinger Bads falle ein Angebot weg und verschärfe die Situation. „Ich hoffe zwar, dass wir dann in Geretsried Zeiten bekommen werden“, sagt die Bürgermeisterin. „Wegen der dortigen Auslastungen glaube ich es aber nicht.“ Ganz habe sie die Hoffnung aber nicht aufgegeben. „Vielleicht hat Wolfratshausen noch ein Ass im Ärmel, um die fatale Lage aufzuheben und das Projekt zu retten.“ Wie berichtet wird derzeit in der Loisachstadt ein Bürgerbegehren vorbereitet.

Franz Kappelar vom Verein zur Förderung und Erhaltung des Ascholdinger Hallenbads hat mit dem Nein aus Wolfratshausen gerechnet. „Jetzt steh’ ma da“, sagt er auf Nachfrage unserer Zeitung. Wie berichtet hatte der Ascholdinger für einen Schwimmbadneubau in seiner Gemeinde geworben – und zwar in einer kleinen, eigenständigen Variante. Gut drei Millionen Euro wären dafür laut Vereinskonzept notwendig gewesen. 92 Prozent Förderung hätte es möglicherweise gegeben. Dazu hatte der Verein 500 000 Euro auf den Tisch gelegt, die in eine Genossenschaft zum Betrieb und Erhalt des Bads geflossen wären. „Ich habe gekämpft wie ein Löwe, aber die Gemeinde Dietramszell hat uns im Stich gelassen. Sie haben sich nicht mal für das Programm beworben.“ Ein Zurück zu diesen Plänen gebe es nun nicht mehr – das Förderprogramm sei Ende vorigen Jahres ausgelaufen.

Der Förderverein stellt wie berichtet wegen der Enttäuschung seine Arbeit ein. Die Ehrenamtlichen hatten unter anderem Reparaturen in dem alten Bad für die Gemeinde übernommen. In den kommenden Wochen, sagt Kappelar, steht eine Vereinsversammlung an. Er kandidiere nicht mehr für den Vorsitz – und voraussichtlich werde sich kein Nachfolger finden. Das wäre das offizielle Ende des Fördervereins.

(Sebastian Dorn)

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