Es geht bergauf: Bürgermeister Josef Hauser auf der Baustelle des neuen Kindergartens in Ascholding.
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Es geht bergauf: Bürgermeister Josef Hauser auf der Baustelle des neuen Kindergartens in Ascholding.

Rückblick auf erstes Amtsjahr

Dietramszeller Bürgermeister im Interview: „Trotz Corona sehr gutes Betriebsklima“

  • Clara Wildenrath
    vonClara Wildenrath
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Josef Hauser sitzt seit Mai 2020 im Dietramszeller Rathaus. Im Interview spricht der Bürgermeister über sein erstes Jahr im Amt und Corona.

Dietramszell – Am 1. Mai 2020 wechselte Josef Hauser (Freie Wähler) von der Kriminalpolizei ins Bürgermeisteramt. Unsere Mitarbeiterin Clara Wildenrath sprach mit ihm darüber, wie er als Rathauschef mit der Corona-Krise umgeht.

Herr Hauser, was waren für Sie als neugewählter Bürgermeister die größten Herausforderungen durch das Coronavirus?

Josef Hauser: Organisatorisch gab es einiges, was schwierig war. Die Gemeinderatssitzungen zu gestalten, zum Beispiel. In der Turnhalle sitzt man weit auseinander, da gab es manchmal Probleme mit der Verständigung. Bei Besprechungen im Rathaus muss man genau überlegen, wer wirklich wichtig ist und unbedingt dabei sein muss. Sonst werden es schnell zu viele Personen und wir können die Abstandsregeln nicht einhalten. Besucher dürfen nur noch mit vorheriger Anmeldung kommen. Die Termine für die Bürgermeistersprechstunde sind meistens schnell voll. Aber wenn sie nicht ausreichen, finden wir außerplanmäßige Alternativen. Zum Glück halten sich unsere Bürger sehr gut an die Vorgaben. Das klappt eigentlich alles hervorragend.

Was haben Sie durch die Pandemie gelernt?

Josef Hauser: Erst kommt die Gesundheit, dann kommen andere Sachen. Privat habe ich gelernt, mehr den Augenblick zu genießen. Vorher hat man sich manchmal gedacht: Schon wieder ein Festl, soll ich da überhaupt hin? Biergarten, Eisdiele, Kino, alles war selbstverständlich. Wenn wir die Möglichkeit dazu wieder haben, werde ich es ganz anders schätzen als früher.

Kurz nach der Kommunalwahl im März sind Sie selbst an Corona erkrankt. Hat das Ihre Sichtweise auf die Pandemie verändert?

Josef Hauser: Ich hab’ gesehen, dass das Virus immer gegenwärtig ist und sich jeder anstecken kann. Ich wusste ja selber nicht, woher ich es hatte. Natürlich halte ich mich nach wie vor an die Abstands- und Hygieneregeln. Es ist ja nicht sicher, dass man sich nicht nochmal anstecken kann.

Was halten Sie persönlich von der „Querdenken“-Bewegung?

Josef Hauser: Ich kann das nicht nachvollziehen. Wenn jemand persönlich betroffen ist oder ein naher Angehöriger intensivmedizinische Behandlung braucht, ändert sich sicher auch bei denen die Einstellung. Aber zum Glück haben wir in der Gemeinde mit „Querdenkern“ bisher keine Probleme.

Was waren 2020 Ihre Höhepunkte?

Josef Hauser: Wir konnten verhindern, dass die Postfiliale in Dietramszell geschlossen wird. Das halte ich für eine sehr wichtige Sache. Außerdem freut mich, dass wir trotz Corona im Rathaus ein sehr gutes Betriebsklima haben. Es gab ja keine Betriebsausflüge, keine Weihnachtsfeier oder andere Gelegenheiten, wo man auch mal über Zwischenmenschliches sprechen konnte. Als Bürgermeister kann ich zwar immer Entscheidungen treffen. Wichtig ist mir aber, dass die Akzeptanz stimmt. Jeder muss wissen, warum der Chef so und nicht anders entschieden hat. So gewinnt auch Hansi Flick mit dem FC Bayern (lacht).

Worauf freuen Sie sich im nächsten Jahr?

Josef Hauser: Ich freue mich auf viele neue Herausforderungen. Zu den größten gehört sicher, wie wir die vielen Projekte finanzieren können, die wir geplant haben und auch durchführen müssen. Darüber müssen wir uns nochmal intensiv Gedanken machen. Im Frühjahr wird der neue Kindergarten in Ascholding fertig. Dass ich das als Bürgermeister erleben darf, freut mich besonders. Vor mehr als zehn Jahren haben wir den Förderverein gegründet und jetzt endlich das Vereinsziel erreicht, die neue Kita für unser Dorf. Ende des Jahres soll dann auch der Anbau für den Kindergarten in Linden fertiggestellt sein. Mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses in Ascholding wird begonnen. Und die Wasserleitungen im Dorfgebiet Fraßhausen werden erneuert. Das ist dringend notwendig, die sind, glaube ich, schon 110 Jahre alt. Auch bei der Dorferneuerung geht es weiter. Nach momentaner Planung sind im nächsten Jahr der Rathausumgriff, der Richteranger und die Treppe an der Schule dran.

Ihr Wunsch für 2021?

Josef Hauser: Dass wir weiter zusammen halten und gesund bleiben!

cw

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