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Woher kommt der Saft aus der Steckdose? Die kommunale Stromversorgung in Dietramszell muss europaweit ausgeschrieben werden. Die Gemeinderäte hätten lieber einen regionalen Anbieter.

Diskussion im Dietramszeller Gemeinderat

Kein Strom aus der Region ?

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Inwieweit kann und soll die Kommune darauf Einfluss nehmen, woher sie ihren Strom bezieht? An dieser Frage erhitzten sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Gemüter.

Dietramszell – Bürgermeisterin Leni Gröbmaier plädierte dafür, sich an einer Bündelausschreibung für die kommunale Strombeschaffung in Bayern zu beteiligen. Diese soll – wie schon die Jahre zuvor – die Schweriner Firma Kubus Kommunalberatung GmbH in einem elektronischen Verfahren durchführen. Der Grund: „Aufgrund unseres hohen Stromverbrauchs von rund 800 000 Kilowattstunden kommen wir um eine europaweite Ausschreibung nicht herum“, erklärte die Rathauschefin: „Das ist ein Wahnsinnsaufwand.“ Allerdings hat die Gemeinde bei diesem Verfahren keinen Einfluss darauf, wer sich an der Ausschreibung beteiligt. Und sie muss den günstigsten Anbieter nehmen. Genau daran stießen sich einige Gemeinderäte. Sie würden den Strom lieber aus der Region beziehen – etwa von der 17er-Oberlandenergie GmbH, der die Gemeinde seit dem vergangenen Jahr als Teilhaber angehört.

„Wenn wir in Sachen Energiewende etwas bewegen wollen, müssen wir das selbst in die Hand nehmen“, rügte Gemeinderat Josef Hauser den „Automatismus“, eine Privatfirma mit der Vergabe zu beauftragen. Nach Gesprächen mit der 17er-Oberlandenergie hielt er den Aufwand einer Ausschreibung für überschaubar. „Das mache ich als Dritter Bürgermeister völlig umsonst“, bot er an. Andere Gemeinden, wie Gaißach und Reichersbeuern, hätten das schließlich auch geschafft. „Die haben einen geringeren Stromverbrauch und müssen deshalb nicht europaweit ausschreiben“, mutmaßte Rathauschefin Gröbmaier.

Die 17er-Oberlandenergie könne sich auch an der Ausschreibung der Firma Kubus beteiligen. Zudem habe die Gemeinde die Möglichkeit, sich von vorneherein auf Anbieter von Ökostrom mit oder ohne Neuanlagenquote zu beschränken. Trotzdem sei nicht auszuschließen, gab sie zu, dass auch ein Stromversorger aus Norddeutschland zum Zuge komme. Vize-Bürgermeister Michael Häsch regte an, den kommunalen Stromverbrauch auf verschiedene Abnahmestellen aufzuteilen. Dadurch könne man unter die Grenze für eine europaweite Ausschreibung kommen. „Das geht nicht“, entgegnete Gröbmaier – das habe Bauamtsleiter Hubert Walser bereits abgeklärt.

Nach längeren Diskussionen einigten sich die Räte schließlich darauf, sich für die Lieferjahre 2020 bis 2022 wieder an der Bündelausschreibung der Kubus GmbH zu beteiligen – aber nur unter der Voraussetzung, dass eine regionale Ausschreibung nicht möglich ist. Allerdings nimmt die Gemeinde automatisch teil, wenn sie nicht bis zum 6. Dezember Widerspruch einlegt.

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