+
Der Familienrückhalt ist Ludwig Gröbmaier sicher. Mit im Bild: Ehefrau Bernadett und Sohn Ludwig. 

Er wünscht eine „nachhaltige Entwicklung der Gemeinde“

Dietramszeller Bürgermeisterkandidat Ludwig Gröbmaier im Porträt

  • schließen

CSU-Kandidat Ludwig Gröbmaier (33) ist der Sproß einer politisch sehr interessierten Familie. Seine mangelnde Erfahrung sieht er nicht als Nachteil. 

Dietramszell – Andere Gemeindeteile liegen noch im Nebel. Bei Ludwig Gröbmaier scheint die Sonne ins Wohnzimmer. Durchs Fenster weitet sich der Blick über schneebedeckte Felder bis zu den Alpen. „Daran kann ich mich einfach nicht sattsehen“, sagt der 33-Jährige. Dabei wohnt er schon sein ganzes Leben hier am Jasberg, dem höchsten Punkt des Gemeindegebiets. Weil er seine ländliche Heimat liebt und eine behutsame Entwicklung für notwendig hält, will er am 15. März Bürgermeister von Dietramszell werden.

Sein Haus aus massiven Fichtenbohlen hat der gelernte Zimmerer vor gut zehn Jahren eigenhändig an das Elternhaus angebaut. Tür an Tür liegt der Frisörsalon seiner Frau Bernadett – eine umgebaute Einliegerwohnung. Im Wohnzimmer sitzt Ludwig junior mit Schnuller und Faschingsbemalung im Gesicht auf dem Parkettboden und räumt seinen Kinderwerkzeugkasten aus. Die blonden Haare hat der Zweijährige von der Mama, aber „die Begeisterung fürs Handwerkliche kommt wohl von mir“, meint der Papa stolz.

Zu Hause wurde immer schon politisiert

Ende April erwartet die junge Familie das zweite Kind. Eigentlich nicht der optimale Zeitpunkt, um den Chefsessel im Rathaus übernehmen zu wollen – oder? „Doch“, sagt Gröbmaier. „Ich kann jetzt die Weichen für eine nachhaltige Entwicklung stellen. Wenn meine Kinder mich später fragen, Papa, was hast Du da gemacht oder nicht gemacht, muss ich ihnen Rechenschaft geben.“ Wichtig sei ihm aber gewesen, dass seine Frau seine Kandidatur unterstütze. Bei der Kinderbetreuung helfen die beiden Omas – die eine wohnt direkt nebenan, die andere kommt einmal in der Woche vorbei.

„Bei mir zuhause wurde schon immer viel über politische Themen diskutiert“, erzählt Gröbmaier. Sein eigenes Engagement hält er deshalb für eine logische Konsequenz. Mit 21 Jahren trat er der Jungen Union bei. Die amtierende Bürgermeisterin Leni Gröbmaier von der Bürgerliste Dietramszell (BLD) ist eine angeheiratete Tante, eine Cousine steht auf der Kandidatenliste der Grünen für den Gemeinderat. Gröbmaier sieht aber keine Gefahr, dass ihn der Familien-Clan bei politischen Entscheidungen beeinflussen könnte: „Ich bin nicht der verlängerte Arm von der Leni. Ich habe meine eigenen Standpunkte.“

Er sagt: „Ich kann mich in alles einarbeiten“

Dass er sich gerne neuen Herausforderungen stellt, beweist Gröbmaiers beruflicher Werdegang: Nach seiner Zimmererlehre machte er seinen Abschluss als staatlich-geprüfter Holztechniker auf der Technikerschule in Rosenheim und fing dann als Bauprojektleiter bei einer großen Immobilienverwaltung in München an. Berufsbegleitend schloss er noch eine Ausbildung zum Landwirt ab und studierte anschließend – ebenfalls parallel zu seiner beruflichen Tätigkeit – Betriebswirtschaft und Unternehmensführung an der Hochschule München. „Ich kann mich in alles einarbeiten“, ist der 33-Jährige überzeugt. „Die nötige Kompetenz und den Ehrgeiz bringe ich mit.“

Lesen Sie auch: So lief die Podiumsdiskussion in Dietramszell

Auch in seiner mangelnden Erfahrung in politischen Ämtern sieht Gröbmaier keinen Nachteil: „Dadurch kann ich unvoreingenommener an die Sache herangehen. Bei politischen Lagerbildungen bin ich außen vor.“ Sein ausgeglichenes Wesen, meint er lächelnd, komme ihm bei der Zusammenarbeit mit anderen Menschen zugute – sei es im Job oder in der Gemeindeverwaltung.

Bei so viel beruflichem und politischem Engagement bleibt neben der Familie nicht mehr viel Zeit für Hobbys. Einmal in der Woche geht Gröbmaier zur Probe der Baiernrainer Blasmusik. Schon seit über 14 Jahren ist er Kassier beim Trachtenverein, auch das „aus Interesse und mit viel Freude“. sagt er. Bei den Theaterstücken des Trachtenvereins hat er in den vergangenen Jahren häufig mitgespielt. Für heuer hat er aber abgesagt: „Jetzt freue ich mich erst einmal auf die kommenden Wahlkampfveranstaltungen und auf eine spannende neue Aufgabe.“

Alle Infos über die Kommunalwahl 2020 finden Sie hier

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona-Krise im Landkreis: Landratsamt veröffentlicht erstmals Zahlen für die Orte
Mittlerweile ist die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen auf 148 gestiegen. Alle Entwicklungen in der Region im News-Ticker.
Corona-Krise im Landkreis: Landratsamt veröffentlicht erstmals Zahlen für die Orte
AWO-Demenz-Zentrum benötigt Helfer und Atemschutzmasken
Das AWO-Demenz-Zentrum erstellt derzeit einen Notfallplan.
AWO-Demenz-Zentrum benötigt Helfer und Atemschutzmasken
Patente Idee: Ines Lobenstein startet Projekt „WOR näht“
Eine Gruppe um Ines Lobenstein näht in Heimarbeit fleißig Atemschutzmasken. Gut 200 Stück haben die 16 Frauen bereits angefertigt. 
Patente Idee: Ines Lobenstein startet Projekt „WOR näht“
Andreas Wagner erklärt Verzicht auf erneute Kandidatur für Bundestag
Andreas Wagner möchte nicht nochmal für den deutschen Bundestag kandidieren. Das hat gesundheitliche Grüne, erklärt er. 
Andreas Wagner erklärt Verzicht auf erneute Kandidatur für Bundestag

Kommentare