Leona zeigt ihre selbst gebauten Ski.
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Eschenholz, Glasfasermatte, Harz und Skibelag: Leona hat sich ihre Ski selbst gebaut.

Sie zählt zu den Höhepunkten der Schullaufbahn

Kuhreiten und Biokunststoff: Achtklässler der Montessori-Schule präsentieren ihre „Große Arbeit“

  • Sabine Hermsdorf-Hiss
    vonSabine Hermsdorf-Hiss
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Selbstgebaute Ski, ein Roman oder Forschungen mit Biokunststoff: Mit ihrer „Großen Arbeit" beweisen die Achtklässler der Dietramszeller Montessori-Schule, dass sie selbstständig arbeiten können. Jetzt präsentieren die Buben und Mädchen ihre Werke.

Dietramszell – Die sogenannte „Große Arbeit“ in der achten Klasse gehört zu den Höhepunkten in der Schullaufbahn an der Dietramszeller Montessori-Schule. „Die Jugendlichen beweisen hier, dass sie selbstständig arbeiten können“, erklärt die pädagogische Schulleiterin Gesine Prox. 26 Schüler präsentierten jetzt ihre Arbeiten.

Dietramszell: „Große Arbeit" gehört zu Höhepunkten der Schullaufbahn

Jeder Schüler sucht sich ein Thema heraus, um es sowohl in der Praxis als auch in einer schriftlichen Dokumentation zu bearbeiten. „Dazu gehören Hintergründe erforschen, Videos erstellen und die konkrete Umsetzung“, so Prox. Das Ergebnis wird an einem Stand und in einem Vortrag vor Publikum präsentiert. Eine Jury, bestehend aus Vertretern der Wirtschaft, der Schulleitung, des Vorstandes und des Elternbeirats bewerten die Arbeiten. „Manche der Kinder machen sich schon über ein Jahr vorher Gedanken“, hat Prox beobachtet. „Eine Idee, die einem anfangs gut vorgekommen ist, stellt sich in der Umsetzung ganz anders dar und wird wieder verworfen. Also braucht es einen neuen Plan.“

Manche der Kinder machen sich schon über ein Jahr vorher Gedanken.

Gesine Prox, Schulleiterin

Eine, die sich schon ganz früh mit der „Großen Arbeit“ beschäftigt hat, ist Louise. Die 14-Jährige hat sich das Thema „Kühe und Kuhreiten“ vorgenommen. „Nur muss man, um eine Kuh reiten zu können, mit ihr schon als Kalb arbeiten“, berichtet sie in ihrer Präsentation und zeigt ein Bild von der 2017 geborenen Lotta. „Das Tier muss an Halfter und Longiergurt gewöhnt werden, aber auch, dass die Anweisungen plötzlich von dem Reiter kommen.“ Was nicht immer geklappt hat: „Wenn Lotta ins Gebüsch gehen wollte, ging sie eben ins Gebüsch.“ Und was ist aus der Kuh geworden? „Sie wurde trächtig und ist jetzt eine Milchkuh.“

„Die Freiheit des Himmels“: Sophie bewies ihr Talent als Autorin.

Alle Achtklässler haben sich sehr viel Mühe gemacht. Leona baute sich einen eigenen Ski, Samuel entwickelte ein spezielles Longboard mit gefederter Hinterachse. Florian fertigte ein Insektenhotel, und Sophie tauchte in die Welt der Fantasieromane ein: Sie schreibt eigene Geschichten. „Die Freiheit des Himmels“ heißt ihr neuestes Werk, für das sie knapp ein halbes Jahr gebraucht hat. Sie erzählt die Geschichte der Zwillingsschwestern Zoe und Jaenna, die sich in Tiere, die verschiedenen Clans angehören, verwandeln können. Nur dass plötzlich etwas nicht so läuft wie geplant. Jeanna verwandelt sich statt in einen Löwen in einen Weißkopfseeadler und steht plötzlich vor der Entscheidung: Clan oder Familie?

Kunststoff und Biokunststoff: Julian hat mit Stärke und Casein experimentiert.

Ein paar Stände weiter steht Julian. Er hat zum Thema „Kunststoff und Biokunststoff“ geforscht. „Wir haben überall Kunststoff – was ist die Alternative?“ Er recherchierte im Internet und fand als Rohstoff für Biokunststoffe Stärke und Casein (Proteinanteil in der Milch). Julian verwandelte die heimische Küche kurzerhand in ein Versuchslabor und stellte selbst Biokunststoff her. Sein Fazit: „Mais und Kartoffeln als Grundstoff sind zufriedenstellend, Casein hat mich nicht so begeistert. Es riecht einfach ranzelig nach Käse.“

sh

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