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Ist wohl nicht mehr zu retten: das marode Ascholdinger Hallenbad. Einen staatlichen Zuschuss für die Sanierung hätte die Gemeinde „niemals bekommen“, stellt Vize-Bürgermeister Michael Häsch (CSU) fest.

„Lassen uns nicht als dumm hinstellen“

Hallenbad: Häsch kritisiert Forster

Dietramszell – „Wir lassen uns nicht in der Öffentlichkeit als dumm hinstellen“, schimpft Dietramszells Zweiter Bürgermeister Michael Häsch (CSU). Der Grund für seine Empörung ist eine „ungeschickte Äußerung“, wie Häsch es formuliert, von Wolfratshausens Ex-Bürgermeister Helmut Forster.

Der Stadtrat der Bürgervereinigung Wolfratshausen und Wirtschaftsreferent der Kommune hatte der Gemeinde Dietramszell vorgeworfen, sie habe einen 92-Prozent-Zuschuss zum Neubau des Ascholdinger Hallenbads wissentlich nicht beantragt und damit die Alternative zu dem in Geretsried geplanten interkommunalen Hallenbad selbst kaputtgemacht (wir berichteten).

„Den Zuschuss hätten wir niemals bekommen“, verteidigte Häsch die damalige Entscheidung in der Dietramszeller Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Laut Ausschreibung bestand nur für besonders finanzschwache Gemeinden eine Chance auf staatliche Förderung, stellte der Vize-Rathauschef fest. „Das sind wir Gott sei Dank nicht mehr.“ Jeder, der rechnen könne, wisse zudem, dass die Folgekosten für den Betrieb eines Bads um ein Vielfaches höher seien als die bezuschussten Baukosten: „Deutlich höher“, betonte Häsch, „als die 105 000 Euro, die Wolfratshausen jährlich als Beteiligung am Betriebskostendefizit des interkommunalen Bads hätte zahlen müssen. Dietramszell alleine hätte das nicht stemmen können. „Und von den Nachbargemeinden wollte niemand auf den Zug aufspringen, solange keine Entscheidung über das interkommunale Bad gefallen war.“ Das Gemeinschaftsprojekt käme für alle Beteiligten wesentlich billiger.

Als verantwortungsvolle Kommunalpolitiker, so Häsch, hätten die Dietramszeller Räte im Oktober nicht plötzlich aus der jahrelang geplanten Zusammenarbeit der Nordkreis-Gemeinden aussteigen und damit viel höhere Folgekosten für ein eigenes Bad in Kauf nehmen können.

Vom Angebot des Fördervereins habe kein Rat gewusst

Im Gespräch mit unserer Zeitung kritisierte der Vize-Bürgermeister außerdem die Aussagen des Vereins zur Förderung und Erhaltung des Ascholdinger Hallenbads. Wie berichtet hatte dessen Vorsitzender Franz Kappelar dem Isar-Loisachboten/Geretsrieder Merkur gegenüber behauptet, dass der Verein weitere 500 000 Euro für ein neues Schwimmbad in Ascholding auf den Tisch legen wollte. Diese Summe sollte durch die Gründung einer Genossenschaft und den Verkauf von Anteilen zusammenkommen. „Davon hat weder die Bürgermeisterin noch einer der Gemeinderäte jemals etwas gehört“, beteuerte Häsch. „Nicht einmal die anderen Vorstandsmitglieder des Vereins wussten davon. Das ist schlechter Stil.“

cw

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