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37 Wagen nahmen an der Leonhardifahrt teil. Den 300 Besuchern gefällt's. 

Die Kirche im Gepäck

300 Teilnehmer bei Dietramszeller Leonhardifahrt

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Dietramszell-  37 Wagen und 300 Personen nahmen an der 359. Leonhardifahrt teil. Die Vorbereitungen waren aufwendig, aber haben sich gelohnt.

Bilder von der 359. Leonhardifahrt Dietramszell

Die Kaltblüter Bene und Voitl starteten heuer von Platz 19. Das bedeutete: früh aufstehen. Waschen, kämmen und kleine rote Rosen in die blonde Mähne flechten – das dauert. Gegen 10 Uhr lädt der Königsdorfer Sebastian Seidl vom Thomahof in Brandl seine zwei Süddeutschen Kaltblüter in den Viehwagen. Eine gute halbe Stunde später sind sie in Dietramszell bei der Leonhardifahrt.

Eingespieltes Trio. Sebastian Seid mit den Kaltblütlern Bene und Voitl.

Bei Familie Hainz in Schönegg wartet der festlich geschmückte Motivwagen mit dem zwei Meter hohen Modell der Leonhardikirche. Zum dritten Mal darf ihn der fünfjährige Kaltblüter Voitl heuer beim Lehards ziehen, sein älterer Kumpel Bene ist schon das sechste Jahr dabei. „Für die Ross is des was Scheens“, sagt Seidl. „Die Brauchtumspflege ist ihre Hauptaufgabe. Sonst stehen sie nur auf der Wiese oder im Stall.“ Die nötige Gelassenheit für ihren Job bringen die Rosse mit: Von den vielen Zuschauern, dem Hufgetrappel und der Blasmusik am Sammelplatz vor dem Kloster lassen sich Bene und Voitl nicht im Geringsten beeindrucken. Das sind sie von zahlreichen Wallfahrten in Bad Tölz, Benediktbeuern oder Oberbuchen gewohnt, erklärt Seidl.

Bis sich das Gespann endlich in Bewegung setzen darf, müssen sich die beiden noch gedulden. Platz 19 ist Seidl im Zug zugelost worden. Insgesamt gibt es 37 Wagen. Mit dem Ein-Uhr-Leuten starten die drei Vorreiter mit der Votivtafel, gleich dahinter die Kutsche mit Bürgermeisterin Leni Gröbmaier. Gut 20 Minuten dauert es, bis ihnen der Wagen mit der kleinen Leonhardikirche den Klosterberg hinauf folgen kann. „Zum Glück ist es nicht so heiß wie letztes Jahr“, meint ihr Fahrer.

Insgesamt rund 300 Frauen und Männer in Tracht – hoch zu Ross oder auf dem Wagen – umfasst der Dietramszeller Leonhardizug. Als Bene und Voitl St. Leonhard erreichen, haben die Vorreiter die Wallfahrtskirche schon zum ersten Mal umrundet. Auch die zwei kräftigen Fuchspferde aus Brandl und ihre Mitfahrer erhalten zweimal den Segen von Pfarrer Herbert Weingärtner. Die Blaskapelle spielt Choräle. Manches höher im Blut stehende Pferd lässt sich davon nervös machen. Bene und Voitl setzen ungerührt einen Huf vor den anderen.

Nach getaner Arbeit dürfen sich die beiden am Waldrand ausruhen, während sich ihr Fahrer eine Radler-Mass genehmigt: „Das gehört auch dazu“, sagt Seidl. Ab und zu scharrt Voitl mit dem Fuß. Seidl ermahnt ihn kurz, dann kehrt wieder Ruhe ein. Der Trubel vom Jahrmarkt und aus dem Bierzelt nebenan rauscht an Bene und Voitl vorbei.

cw

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