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Stolz und entspannt verabschiedeten sich die Jugendlichen von ihrer Montessori-Schule. 

„Auf euch wartet kein Schmalspur-Leben“

Montessori-Schule verabschiedet 25 Absolventen

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Die Abschlussfeiern in den Montessori-Schulen sind immer wieder etwas ganz Besonderes. So auch heuer, als 25 junge Damen und Herren von der Dietramszeller Schule verabschiedet wurden.

Dietramszell – Die Abschlussfeiern in den Montessori-Schulen sind immer wieder etwas ganz Besonderes und sehr persönlich. So auch am Montagvormittag, als 25 junge Damen und Herren von der Dietramszeller Schule verabschiedet wurden: 19 mit bestandener Mittlerer Reife, und sechs weitere mit einem Mittelschul-Abschluss, zwei davon mit dem Quali.

Keine Fünfer oder Sechser im Zeugnis

In Anbetracht dessen, dass in der nach den pädagogischen Grundsätzen von Maria Montessori geführten Bildungseinrichtung die Leistungen der meisten Absolventen nach zehn Jahren Schulzeit zu den Prüfungen erstmals mit Noten bewertet wurden, verkündete Schulleiter Dr. Michael Rettinger voller Stolz: „Alle Zehntklässler haben auf Anhieb die Mittlere Reife geschafft, drei davon mit sehr gutem Erfolg. Keiner hat eine Fünf oder gar eine Sechs im Zeugnis.“ 

Aber: „Kein wie auch immer gearteter Schulabschluss ist der Garant für ein gelingendes Leben.“ Deshalb sollten sich die Absolventen nicht einreden lassen, dass sie keine Chance hätten. Allen sei ein heutiger Elektromeister bekannt, der „damals nicht einmal die Kurve zum Quali gekriegt hat“.

„Ihr seid wirklich breit aufgestellt“

Auf der anderen Seite gebe es viele Menschen mit Mittlerer Reife, mit Abitur und sogar mit Studium, „die jetzt im Leben herumhängen.“ Er betonte: „Ihr seid wirklich breit aufgestellt. Auf euch wartet kein Schmalspur-Leben.“ Viel Lob erfuhren auch die Lehrkräfte. Sie hätten für die Kinder eine Umgebung geschaffen, in der galt: „Hilf mir, es selbst zu tun.“ An die Eltern gewandt erklärte Rettinger: „Ich danke ihnen, dass sie uns Ihre Kinder anvertraut haben.“

Die Schulzeit in dem unkonventionellen Gebäude sei geprägt gewesen von guter Stimmung. Freilich hätten phasenweise auch laut einiger Schüler „chaotische Zustände“ vorgeherrscht. Dem hielt der Schulleiter entgegen: „Wo Freiheit und Miteinander gelebt werden, kann auch Chaos entstehen. Wo Starrheit und Unfreiheit herrschen, kommt aber nichts Schöpferisches und Menschliches zustande.“ So bestätigte auch Hildegard Huel, die Vorsitzende des Elternbeirats, dass sie die komplette Palette an Emotionen durchlebt habe: „Aber wir Eltern haben dabei gelernt, Vertrauen in unsere Kinder zu haben – und es hat funktioniert.“

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