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Unfallschwerpunkt: Vor einem Monat starb ein 17-Jähriger an der St 2072 zwischen Ascholding und Tattenkofen.

„Viele Stellschrauben, an denen man drehen kann“

Nach Todesfällen: Unfallkommission tagt an St 2072

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Dietramszell – Am Dienstag tagte die Unfallkommission an der Staatsstraße 2072 zwischen Ascholding und Tattenkofen. Zuletzt gab es hier viele schlimme Unfälle.

Der Grund für das Treffen war traurig. Am Dienstag tagte die Unfallkommission an der Staatsstraße 2072 zwischen Ascholding und Tattenkofen. Es gab viel zu besprechen, denn zuletzt hatten sich hier mehrere schwere Unfälle ereignet – auch tödliche. Warum kommt es immer wieder zu den heftigen Zusammenstößen? Täuscht die vermeintlich gute Sicht? Ist der Straßenbelag in zu schlechtem Zustand? Und reicht die Beschilderung aus? Diese Fragen diskutierten Vertreter vom Staatlichen Bauamt in Weilheim, Polizei und Landratsamt.

Lange war die Strecke unauffällig, doch in diesem Jahr häuften sich die Unfälle. Zwei Beispiele: Im August verunglückte wie berichtet ein 28-jähriger Münchner auf seinem Motorrad, weil ihn ein BMW-Fahrer beim Überholen übersehen hatte. Und Ende Oktober starb ein 17-jähriger Dietramszeller, der auf seinem Leichtkraftrad mit einem Porsche kollidiert war.

Anwohner forderten damals drei Sofortmaßnahmen: Überholverbot, Tempo 70 und eine strenge Verkehrsüberwachung. Was davon umgesetzt wird, prüft die Unfallkommission. Nach der Vorort-Analyse am Dienstag berät sie in den Ämtern. Zudem tauschen sich die Experten mit der Zentralstelle Verkehrssicherheit in München aus, sagt Michael Kordon, Chef des Staatlichen Bauamts. Ergebnisse gebe es noch nicht. „Am liebsten sind uns Maßnahmen, die schnell umgesetzt werden können“, sagt er. „Es ist aber leider selten, dass man klar sagen kann, wo das Problem liegt. Es gibt viele Stellschrauben, an denen man drehen kann.“

Die Schwierigkeit bei der Staatsstraße 2072: Die Unfälle ereigneten sich an unterschiedlichen Stellen. Das mache es schwer, einen Auslöser als gemeinsamen Nenner zu finden, sagt Kordon. Ohne den könne man aber nicht sinnvoll reagieren. In Waldstücken im Landkreis habe das Bauamt beispielsweise zuletzt in Schutzplanken investiert, um die Unfallfolgen zu minimieren. Das hilft zwischen Ascholding und Tattenkofen nichts: Neben der Fahrbahn befindet sich kein Wald, sondern freies Feld. „Eigentlich optimale Bedingungen“, sagt Kordon.

Derweil untersucht die Polizei weiter, was die Ursache für den tödlichen Unfall mit dem 17-jährigen Dietramszeller war. Gegen den Porschefahrer, einen 70-jährigen Grünwalder, wird weiter wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, teilt die Staatsanwaltschaft München II auf Nachfrage mit. „Ein möglicher Abschluss der Ermittlungen ist derzeit nicht absehbar“, sagt Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich. Es könnten keine Einzelheiten genannt werden. Ein Unfallanalytiker hatte ein Gutachten erstellt.

dor

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