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Noroviren unter dem Mikroskop

Virus im Nordlandkreis

Noro-Alarm in Montessori-Schule

Dietramszell – Schwallartiges Erbrechen und heftiger Durchfall: Das sind die typischen Zeichen für eine Infektion mit dem Norovirus. Erste Fälle traten jetzt in der Dietramszeller Montessori-Schule auf.

Bisher seien zwei Lehrkräfte und vier Schüler an einer Noro-Infektion erkrankt, berichtet Dr. Michael Rettinger auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Rektor der Dietramszeller Montessori-Schule informierte die Eltern in einer Rundmail über die drohende Ansteckungsgefahr. Außerdem habe er umfangreiche Hygienemaßnahmen veranlasst: „Nach der Empfehlung des Tölzer Gesundheitsamts haben wir spezielle, so genannte virozide Putzmittel gekauft, die die Erreger abtöten.“ Damit behandeln die Reinigungskräfte jetzt alles, worüber man sich anstecken könnte, also etwa Türklinken, Telefone und Treppengeländer, so Rettinger. Auch die Schüler seien angewiesen worden, sich „noch häufiger als sonst“ die Hände zu waschen. Dafür stehe ebenfalls ein virenabtötendes Desinfektionsmittel bereit.

Den Eltern empfahl der Schulleiter, erkrankte Kinder nach dem Abklingen des Brechdurchfalls noch 24 Stunden zu Hause zu lassen. Danach gelten sie laut Gesundheitsamt als nicht mehr ansteckend.

Erkrankungszahlen steigen

In der benachbarten Grund- und Mittelschule sind nach Angaben des Sekretariats bisher noch keine Noro-Infektionen aufgetreten. Wie viele Betroffene es im Nordlandkreis insgesamt gibt, weiß der Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Franz Hartmann, nicht mit Sicherheit: „Wir bekommen jeden Tag entsprechende Meldungen rein, können aber bei weitem nicht alle Fälle überblicken, weil viele mit den typischen Symptomen gar nicht zum Arzt gehen.“

Auch wenn entsprechende Hygienemaßnahmen eingehalten werden, ist es schwierig, sich vor dem hochansteckenden Virus zu schützen. Zwar sei häufiges Händewaschen immer gut, betont Hartmann. Doch selbst dadurch werde die Keimzahl bestenfalls verringert – „und die Viren sind überall“. Wenn es einen erwischt hat, sei es vor allem wichtig, viel zu trinken: „Ansonsten muss man sich seinem Schicksal ergeben.“ Bei Kleinkindern und älteren Menschen bestehe durch den starken Flüssigkeitsverlust allerdings ein erhöhtes Risiko auszutrocknen. Deshalb sollten sie in jedem Fall einen Arzt hinzuziehen, rät Hartmann.

cw

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