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Hat ein Versetzungsgesuch eingereicht: Pfarrer Herbert Weingärtner, hier 2014 bei der Feier anlässlich seines 25-jährigen Priesterjubiläums, verlässt die Gemeinde Dietramszell.

Pfarrverband ohne Pfarrer

Pfarrer Weingärtner lässt sich aus Dietramszell versetzen

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Dietramszell – Ab September hat der Pfarrverband Dietramszell keinen eigenen Pfarrer mehr. Pfarrer Herbert Weingärtner verlässt die Gemeinde – mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

"Ich habe ein Resignationsgesuch eingereicht, das von unserem Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, angenommen wurde.“ Mit diesen Worten verkündete Pfarrer Herbert Weingärtner kürzlich im Gottesdienst in Dietramszell seinen Abschied von der Gemeinde. Nach vier Jahren als Pfarrverbandsleiter wechselt er zum 1. September als Pfarrvikar nach Rott am Inn. Seine Nachfolge übernimmt „bis auf Weiteres“, so die offizielle Verlautbarung, Dekan Mario Friedl. Zusätzlich zu seiner bisherigen Aufgabe als Leiter des Pfarrverbands Königsdorf-Beuerberg soll er künftig auch die fünf Dietramszeller Pfarreien mitbetreuen.

„Es handelt sich nicht nur um eine Übergangslösung für kurze Zeit“, erklärt Bettina Göbner von der Pressestelle des Erzbischöflichen Ordinariats München auf Nachfrage unserer Zeitung. Zu Friedls personeller Unterstützung im seelsorgerischen Bereich sei geplant, „mehrere Priester und pastorale Mitarbeiter“ einzustellen. Warum Dietramszell kein eigener Pfarrverbandsleiter zugeteilt wird, will das Ordinariat nicht erläutern.

Auch über die Motive für Weingärtners Versetzungsgesuch wird offiziell Stillschweigen bewahrt. Er selbst sagt in einem Gespräch mit unserer Zeitung salomonisch: „Für mich ist und war immer die Bergpredigt von großer Bedeutung. Selig sind die, die Frieden stiften, heißt es da.“ Obwohl es seine eigene Entscheidung gewesen sei, gehe er mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Ich freue mich auf das neue, größere Team“, sagt der 64-Jährige, der in Holzkirchen aufgewachsen ist und als Spätberufener erst mit 37 zum Priester geweiht wurde. „Ich weiß aber, dass viele Dietramszeller traurig und enttäuscht sind, dass ich weggehe. Sie zu verlassen, fällt mir schwer.“ Dass sich auch manche über seinen Weggang freuen, ist für Weingärtner kein Geheimnis.

„Es tut mir leid, dass uns ein so guter Seelsorger verlässt“, betont Dietramszells Bürgermeisterin Leni Gröbmaier. Für seine neue Aufgabe wünsche sie ihm alles Gute. In der Vergangenheit war es zwischen der Rathauschefin und dem Geistlichen zu Differenzen gekommen. Deshalb wandte sich Gröbmaier im vergangenen Jahr an das Erzbischöfliche Ordinariat in München. Sie glaube aber nicht, beteuert Gröbmaier, dass dies der Grund für sein Versetzungsgesuch gewesen sei.

Eine Sorge teilen die Dietramszeller Bürgermeisterin und der scheidende Pfarrer: Dass es nicht leicht sein wird, den flächenmäßig sehr ausgedehnten Pfarrverband Dietramszell mit seinen fünf Pfarreien und sieben Kirchenstiftungen von Beuerberg aus zu leiten. Dazu kommt, dass die beiden anderen Seelsorger, Diakon Herrmann Vollmer und Pfarrvikar Franz Schillinger, kurz vor der Pensionierung stehen. Weingärtner räumt ein, dass er Dekan Friedl nicht beneide. „Aber er ist der richtige Mann dafür. Er ist ein guter Pfarrer und wird die Herausforderung sicher meistern.“ Friedl selbst wollte sich auf Anfrage unserer Zeitung nicht zu seiner neuen Aufgabe äußern.

cw

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