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Der Bedarf ist da: Mehr als 50 Dietramszeller Bürger kamen zu der Infoveranstaltung der Maro Genossenschaft.

Es soll nichts mehr dazwischen kommen

Pflege-WG am Kreuzfeld: Genossenschaft erläutert Pläne

Dietramszell – Der Weg ist frei für das Projekt einer Senioren-Wohngemeinschaft am Kreuzfeld. Es gibt bereits konkrete Pläne eines Architekten sowie einen Zeitplan für die Realisierung.

Und: In der Sitzung am 21. Juni soll der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für das Vorhaben fassen. Mit dem Bau soll noch heuer begonnen werden, 2018 können die Senioren einziehen. All das erfuhren Mitglieder und Gäste in der Jahresversammlung des Vereins „Miteinander - Füreinander“ im Gasthof Peiß.

Allerdings: Soweit waren die Initiatoren schon einmal. „Zehn Jahre sind inzwischen vergangen, dass ich vom Gemeinderat beauftragt wurde, Gespräche mit Investoren zu führen“, berichtete Waltraud Bauhof, Vorsitzende des Vereins und bis 2014 Seniorenbeauftragte der Gemeinde. Das ideale Grundstück Am Kreuzfeld wurde schnell gefunden, zwei Investoren gab es im Laufe der Jahre. Aber auch Nachbarn, die sich vehement gegen das Vorhaben wehrten und ein Normenkontrollverfahren anstrengten. Das Ergebnis: Die Investoren verloren die Lust und sprangen ab.

Waltraud Bauhof, Vorsitzende von "Miteinander-Füreinander"

Jetzt schaut es wieder besser aus. Das Projekt soll in Form eines Genossenschaftsmodells realisiert werden. Bauherr ist die Maro Genossenschaft aus Neubeuern. Sie tritt als Vermieter der acht geplanten Mietwohnungen mit jeweils 50 Quadratmetern und 20 Einzelzimmern zu jeweils 20 Quadratmetern auf. Der Entwurf sieht zwei ebenerdige Gebäude für die Pflege-WG und für Demenzkranke vor. Das macht den Unterschied zu früheren Planungen, die einen massiven, zweistöckigen Baukörper vorsahen. Vorgestellt wurden diese Pläne von Inge Schmidt-Winkler vom Vorstand der Maro Genossenschaft.

„Es war nicht einfach, diese Partner zu finden. Jetzt haben wir nicht nur einen Bauherren und einen Architekten, sondern auch gleich einen Rechtsanwalt an Bord. Die Details sind bedacht“, erklärte Bürgermeisterin Leni Gröbmaier. Die Gegner des Projektes gebe es immer noch, aber der Anwalt solle beim Aufstellungsbeschluss helfen, dieses Mal rechtlich alles richtig zu machen, damit ein neues Normenkontrollverfahren vermieden werde. Dann könne noch heuer mit dem Bau begonnen werden. „Ich bin überzeugt, dass die Gemeinde Dietramszell ein derartiges Projekt braucht“, meinte die Bürgermeisterin. Mehr als 50 Anwesende bestätigten sie in ihrer Ansicht.

Schmidt-Winkler stellte klar, dass die Maro kein Bauträger oder Investor sei, sondern nur die Immobilie errichte. Mieter könnten nur Mitglieder der Genossenschaft werden. Dafür müssten Anteilsscheine zu je 500 Euro gezeichnet werden. So seien die künftigen Bewohner gleichzeitig Mieter und Eigentümer. Sie hätten ein lebenslanges Wohnrecht, würden bei der Planung und Gestaltung der Räume mit entscheiden.

Eins solle die Senioren-Wohngemeinschaft nicht werden: ein Altersruhesitz in einer schönen Landschaft für betuchte und wohlsituierte Senioren von auswärts. „Dietramszell braucht eine kleinteilige, bedarfsgerechte Lösung für die Menschen vor Ort“, so Schmidt-Winkler. Darum werde eine niedrige Miete ab 5,50 Euro pro Quadratmeter angestrebt. Möglich sei das durch eine einkommensorientierte Förderung durch die Regierung von Oberbayern. „Nach den von uns vorgelegten Plänen ist die Förderung möglich für niedrige Einkommen oder Renten“, so Schmidt-Winkler. Wie teuer es letztlich werde – einschließlich aller Kosten wie Miete, Nebenkosten und Betreuung – entscheide die Hausgemeinschaft. Es gebe realisierte Projekte mit 1650 Euro pro Monat, aber auch Modelle mit bis zu 4000 Euro. „Die Kosten können erheblich gesenkt werden, wenn Angehörige sich bei der Betreuung engagieren. Das hat die Hausgemeinschaft in der Hand, sie entscheidet auch über die Pflege- und Betreuungsdienstleister“, so Schmidt-Winkler.

Zur Information gab es Mappen mit den Bauplänen, detaillierten Finanzierungsmodellen, Fördermöglichkeiten, Rechenbeispielen und Formularen für die Anmeldung. Über die Vergabe der Wohnungen entscheide aber nicht die Maro, sondern die Hausgemeinschaft, so Schmidt-Winkler. Doch das ist zunächst noch Zukunftsmusik. Erst einmal ist jetzt der Gemeinderat gefordert. Das Interesse war so groß, dass fast alle verfügbaren Mappen mitgenommen wurden. Auch die ersten Anträge wurden bereits ausgefüllt.

von Siggi Niedergesäss

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