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Nach dem Baustopp wird Am Kreuzfeld weitergearbeitet.

Rechtsstreit führte zu Baustopp

Pflege-WG wird weitergebaut - mit einem Haken

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Nach dem Baustopp wird Am Kreuzfeld in Dietramszell weitergebaut. Die Rechtsstreitigkeiten mit den Anwohnern wurden beigelegt - die Pflege-WG kann kommen. Allerdings nicht so einfach wie gedacht.

Dietramszell – Die Wohngemeinschaft für Pflegebedürftige und Demenzkranke in Dietramszell kann nun doch wie geplant fertiggestellt werden: Seit ein paar Tagen wird auf dem Hanggrundstück Am Kreuzfeld wieder gearbeitet. Fast ein halbes Jahr lang standen die Bagger still, weil Anwohner gegen den Bauantrag geklagt hatten.

Sie befürchteten, dass ihr unterhalb des Neubaus gelegenes Bauernhaus bei Starkregen geflutet werden könnte. „Wir haben sechs Monate lang hart an einer konstruktiven, einvernehmlichen Lösung gearbeitet“, sagt Inge Schmidt-Winkler, Vorstandsmitglied der projektleitenden Maro-Genossenschaft.

Der Deal: Die Gemeinde verpflichtet sich zum Bau einer Hangwasserabfanganlage auf dem angrenzenden kommunalen Grund. Das Einverständnis dazu erteilte das Ratsgremium im nicht-öffentlichen Teil seiner jüngsten Sitzung – ohne Kenntnis der damit verbundenen Kosten.

Denn noch ist nicht klar, welche Form der Entwässerung am besten geeignet ist, erklärt Bürgermeisterin Leni Gröbmaier. Genaueres soll jetzt ein Ingenieurbüro herausfinden. Bis dessen Gutachten vorliegt, kann zumindest der Keller mit dem dazugehörigen Wasserableitungssystem fertiggestellt werden. „Schon damit kommen 70 Prozent des Niederschlagswassers nicht mehr auf dem darunter gelegenen Grundstück an“, gibt sich Schmidt-Winkler zuversichtlich. Sobald feststeht, ob zusätzlich beispielsweise ein Entwässerungsschacht gebaut werden muss oder eine Drainage ausreicht, geht es weiter.

Lesen Sie auch: Das plant Dietramszell im Jahr 2018

Mitte April könnte das soweit sein, hofft Gröbmaier: „Dann werden wir schnellstmöglich die notwendigen Maßnahmen beauftragen.“ Sollten die Kläger mit der vom Ingenieurbüro vorgeschlagenen Lösung allerdings nicht einverstanden sein, bleibt ihnen noch die Möglichkeit, ein Schiedsgericht einzuschalten. Das könnte weitere Verzögerungen bedeuten.

Noch ist Schmidt-Winkler zuversichtlich, dass die erzwungene Winterpause dem Zeitplan nicht allzu sehr geschadet hat: „Die Baufirma und die Zimmerer sind unglaublich fleißig. Die haben schon zwei Monate wieder hereingeholt.“ Der geplante Einzugstermin für die ersten Bewohner der beiden ambulant betreuten Pflege- und Demenz-WGs hat sich allerdings von Ende dieses Jahres auf 2019 verschoben. Vier Wohnungen stehen aktuell noch frei, weil viele Interessenten das Ende der Streitigkeiten abwarten wollten, so Schmidt-Winkler. Die freigegebenen Genossenschaftsanteile seien jedoch bereits alle gezeichnet.

„Wirtschaftlich ist das Ganze für mich sehr schmerzhaft“, erklärt das Maro-Vorstandsmitglied. Denn zur Bauverzögerung kämen die Anwaltskosten der Anwohner, zu deren Übernahme sie sich im Zuge der Einigung bereiterklärt habe. „Aber das Projekt ist für mich eine Herzensangelegenheit und für die Gemeinde sehr wichtig.“ Groll gegen die klagende Familie hege sie nicht: „Fakt ist, dass es ein Problem gab, das gelöst werden musste – auch wenn die eingesetzten Mittel aus meiner Sicht nicht immer die beste Wahl waren.“

Clara Wildenrath

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