Der Renault Twingo war nur noch Schrott. foto: sh (archiv)

Twingo kracht in Audi A6

Schwere Kollision: Richter lässt Milde walten

Dietramszell – Eine ganze Schar aufmerksamer Schutzengel war am 3. Dezember in Humbach im Einsatz, als in der Früh ein Renault Twingo frontal in einen Audi A6 Avant krachte. Jetzt wurde der Fall verhandelt.

Eine ganze Schar aufmerksamer Schutzengel war am 3. Dezember vorigen Jahres in Humbach im Einsatz, als um 7.30 Uhr in der Früh ein Renault Twingo frontal in einen Audi A6 Avant krachte. Der Audi-Fahrer erlitt lediglich ein Schleudertrauma und eine Nasenbeinprellung, die 18-jährige Unfallverursacherin, die in ihrem Fahrzeug eingeklemmt worden war, kam mit ein paar Schrammen davon.

Für die junge Frau hatte der Crash ein Nachspiel: Sie musste sich wegen fahrlässiger Körperverletzung vor dem Jugendrichter verantworten. Die Angeklagte, die damals in der Gemeinde Dietramszell wohnte, hatte in einer Linkskurve ein Microcar überholt und dabei das entgegenkommende Fahrzeug übersehen. Beim Zusammenstoß drehte sich ihr Auto um 180 Grad und touchierte auch noch das Leichtfahrzeug, dass sich dabei überschlug und auf dem Dach liegen blieb. Auch die darin sitzenden Eheleute blieben nahezu unverletzt.

Sie sei nervös gewesen an jenem Tag, erklärte die junge Frau, die erst einen Monat vorher 18 Jahre alt geworden war. Zum ersten Mal habe sie allein zur Schule fahren wollen. Das Auto besaß sie erst seit fünf Tagen, es wurde nach dem Unfall verschrottet. „Ich war lange hinter dem Microcar gefahren. In der langen Linkskurve habe ich gedacht: Da kann ich gut überholen. Dann ging alles sehr schnell“, schilderte die Angeklagte die Situation.

Dass sie wegen des extrem langsamen Leichtfahrzeugs beim Überholvorgang selbst nur auf etwa 60 bis 70 Stundenkilometer beschleunigt hatte und der entgegenkommende Pkw ebenfalls mit gemäßigtem Tempo unterwegs war, rettete den Beteiligten womöglich das Leben. Die beiden Geschädigten hatten darauf verzichtet, Strafanträge gegen die Fahranfängerin zu stellen. Weil die 18-Jährige bislang weder straf- noch verkehrsrechtlich aufgefallen ist, wurde das Verfahren eingestellt. Als Auflage muss sie 500 Euro an die Brücke Oberland zahlen. „Das ist genau die Art von Unfällen, bei der es in der Regel Tote und Schwerverletzte gibt. Zwei kollidieren, weil einer nicht genau hingeschaut hat“, sagte Jugendrichter Urs Wäckerlin. „Wenn beide hundert gefahren wären, dann wär’s vielleicht vorbei gewesen.“

von Rudi Stallein

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