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Prächtiger Pelz: (v. li.) Martin und Andi Thalhammer rasieren sich schon seit einiger Zeit nicht mehr. 

Serie: Der 1200-Jahre-Bart

Dreimal pro Woche eine Bartkur

Allmählich ist das Ende in Sicht: Bis Rosenmontag muss der Bart noch wachsen. Erst dann dürfen sich die rund 80 Mitglieder des Steingauer Bartclubs nach mehr als dreieinhalb Monaten wieder rasieren. 

Dietramszell – Viele haben sich allerdings entschieden, ihre Gesichtsbehaarung noch mindestens bis Anfang April stehen zu lassen. Dann findet die letzte Vorstellung des Theaterstücks „Stoagara Vieraloa“ vom Baiernrainer Trachtenverein „D’Jasbergler“ statt. Genau wie die Bartclub-Initiative gehört es zu den Jubiläumsfeierlichkeiten zum 1200-jährigen Bestehen der Dietramszeller Ortsteile Steingau und Erlach.

Pelz ist schon Normalität

„So lange bleibt der Bart definitiv dran“, erklärte beim letzten offiziellen Treffen am Montagabend auch Martin Thalhammer (26). Der Pelz im Gesicht ist für ihn schon zur Normalität geworden. „Unten am Hals wächst es brutal“, erzählt er. „Man muss jetzt viel mehr kämmen, sonst steht’s in alle Richtungen.“ Etwa fünf Zentimeter sind die rötlichen Haare unterm Kinn inzwischen lang. Dreimal in der Woche kommt eine Bartkur drauf, das macht ihn „schön weich“. Toll findet er, dass er von unseren Lesern dank unserer kleinen Serie jetzt überall erkannt wird.

Wachsen die weißen Haare schneller als die dunklen?

Bei seinem Cousin Andi Thalhammer aus Warngau wirkt der Bart deutlich kürzer – obwohl auch er seit dem 11. November höchstens ab und zu die Haare an der Oberlippe schneidet. „Die weißen Haare wachsen viel schneller als die dunklen“, ist der 42-Jährige überzeugt. Da geht es ihm ähnlich wie Sepp Schlickenrieder (46), dem zweiten Protagonisten unserer Bartclub-Serie. Der war am Montag aus beruflichen Gründen verhindert.

Martin Thalhammer: „Ich hab mich schon mit 13 rasieren müssen“

Martin Thalhammer glaubt, dass sein üppiger Bartwuchs weniger eine Sache des Alters als der Veranlagung ist: „Ich hab mich schon mit 13 rasieren müssen.“ Mit den anderen Bartclub-Mitgliedern freuen sich die beiden jetzt auf den kommenden Ausflug ins Wirtshaus nach Peretshofen. „Geselliges Beisammensein“ in der Kneipe ist laut Organisator Andreas Hölzl schließlich eines der Hauptziele des Männervereins. Finanziert wird der Ausflug teils durch Bußgelder, die die Mitglieder bei Verstößen gegen die Bartclub-Regeln zahlen müssen. Häufigstes Delikt: das Vergessen des Bartkamms, der quasi als Mitgliedsausweis gilt.

Rasur für Bartclub-Mitglieder zum Sonderpreis

Für alle, die sich ab Rosenmontag ihrer Gesichtsbehaarung wieder entledigen wollen, hat sich Hölzl noch etwas Besonderes einfallen lassen: Bei den Friseursalons Kotz in Dietramszell und Gröbmaier in Jasberg gibt´s die Rasur für Bartclub-Mitglieder zum Sonderpreis, erzählt er. Durch Vorher-Nachher-Fotos und das Wiegen der abgeschnittenen Bärte soll dann ein Sieger ermittelt werden. Der Preis steht allerdings derzeit noch nicht fest. Leicht möglich, dass es eine Goaßn-Maß wird. 

Hier gibt‘s die Serie zum Nachlesen:

Teil 1: Eine haarige Geschichte

Teil 2: Das Gesichtshaar sprießt wie noch nie

Teil 3: Der perfekte Kälteschutz

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