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Pflegeprogramm: Martin Thalhammer (li.) und Sepp Schlickenrieder, Mitglieder des Bartclubs Steingau, nutzen den Bartkamm, den sie vom Clubvorstand als Aufnahmegeschenk bekommen haben.

Serie: Der 1200-Jahre-Bart

Der perfekte Kälteschutz

Steingau – „Schee warm ist’s am Kinn“: Nach zwei Monaten haben sich Sepp Schlickenrieder (46) und Martin Thalhammer (26) an den Pelz in ihrem Gesicht gewöhnt. Mit ihrer Mitgliedschaft im Bartclub Steingau haben sie sich verpflichtet, sich bis Faschingsdienstag nicht zu rasieren. Anlass ist das 1200-jährige Bestehen des Dietramszeller Ortsteils.

Fast 80 Mitstreiter hat Bartclub-Organisator Andreas Hölzl inzwischen gefunden – und bei jedem Treffen melden sich neue Interessenten. Auch bei Schlickenrieders und Thalhammers Mitmenschen kommt der Bart gut an. „Jetzt ist er kuschelig“, sagt Schlickenrieder. Das gefalle auch seiner Frau, die mit den kratzigen Stoppeln anfangs nicht so glücklich war. Seine Tochter sei „total begeistert“.

Zur täglichen Pflege und als Belohnung fürs Mitmachen bekam jedes Mitglied einen Bartkamm in Form eines Springmessers. Thalhammer hat sich in einem Spezialgeschäft in München außerdem eine spezielle Bartpaste besorgt, die er mit einer Bürste sorgfältig einmassiert. „Das bringt mehr Volumen und macht die Haare weicher“, erklärt der Steingauer und streicht sich übers Kinn. Seine Bartclub-Spezln lachen. „Bei mir ist alles Bio“, betont Schlickenrieder: „Da wächst’s nicht so schnell.“ Tatsächlich wirkt Thalhammers Bart etwas üppiger.

Beide haben sich vorgenommen, die Gesichtsbehaarung nach Aschermittwoch weiterhin wachsen zu lassen. Schlickenrieder will seinen graumelierten Vollbart noch bis zur Theateraufführung des Trachtenvereins stehenlassen. Da spielt er einen Heiligen – „wie im richtigen Leben halt“, sagt er und lacht. Thalhammer hofft, dass er bis zum Sommer durchhält: „Da wird’s dann aber wahrscheinlich bald zu warm im Gesicht.“

cw

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