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Endlich kann gebaut werden: Zum Spaten griffen (v. li.) Ingrid Schmidt-Endraß (MARO-Moderation), Christiane Bäumler (Landratsamt, Fachbereich Senioren), Inge Schmidt-Winkler (MARO-Vorstandsmitglied), Bürgermeisterin Leni Gröbmaier, Landrat Josef Niedermaier, Waltraud Bauhof (Vorsitzende Miteinander-Füreinander), Simon Huber (Deppisch Architekten GmbH) und die Seniorenbeauftragte der Gemeinde, Uschi Disl. 

Bis ins hohe Alter im Dorf bleiben

Spatenstich für die Pflege-WG

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Sonnenschein und blauer Himmel – beste Rahmenbedingungen für den ersten Spatenstich eines zukunftsorientierten Projekts: Nach zehn Jahren Planungsphase mit einigen Rückschlägen kann es jetzt losgehen mit der Realisierung der Pflege-WG in Dietramszell.

Dietramszell– Bürgermeisterin Leni Gröbmaier bedankte sich bei denjenigen, die nie aufgaben, an ein „nachbarschaftliches Wohnen in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft“ zu glauben. „Was lange währt, wird endlich gut“, sagte Landrat Josef Niedermaier, der am Samstag ebenfalls zum Spaten griff. Er ist sich sicher, dass am Kreuzfeld ein „Vorzeigeprojekt mit Nachahmungseffekt“ entstehen wird. „Am Ende wird man sagen, die Dietramszeller haben sich was getraut.“

Lebensqualität durch Nähe – das dürfe laut Bürgermeisterin in ihrer Gemeinde „keine Floskel bleiben“. Der Bebauungsplan ist nun rechtskräftig und die Baugenehmigung liegt vor. Insbesondere die genossenschaftliche Idee dahinter, wo „alle für einen da sind“, unterstützt Gröbmaier. „Nun können bei uns die alten Menschen bis zum Schluss ihr Leben verbringen.“ Niedermaier, der schon weit gereist ist, kennt solidarische Konzepte für die Altenversorgung zum Beispiel aus China. „Dort stehen Altenheime mit Fitnessräumen in den Wohnsiedlungen.“ Er kritisiert die deutsche Politik: „Dass so was bei uns zum Thema wird, davon sind wir noch weit entfernt. Man diskutiert lieber stundenlang über kaputte Gullideckel.“

„Ein Ort, wo alle Einheimischen zuhause sind“

Auch die Seniorenbeauftragte des Dietramszeller Gemeinderats, Uschi Disl, freute sich, endlich den ersten Spatenstich zu vollführen. Der demografische Wandel zeige, dass immer mehr Menschen bis ins hohe Alter selbstständig zuhause leben. „Aber wenn die Wehwehchen kommen und die Beweglichkeit abnimmt – wo sollen sie den Rest ihres Lebens verbringen?“ Waltraud Bauhof, Vorsitzende des Vereins „Miteinander-Füreinander“, hat die Planung über die lange Zeit vorangetrieben, „weil ich wusste, dass es das richtige Konzept ist“. Nämlich ein „gemeinde-offener Ort, wo alle Einheimischen zuhause sind“, sagte Bauhof.

Zum kleinen Festakt am Baugrundstück kamen auch ältere Bürger aus dem Ort, um zu hören, wie es nun weitergeht. Auch der ehemalige Gemeinderat Dr. Ulrich Gruber, der heute 86 Jahre alt ist, schaute mit seiner Frau vorbei. Gruber lebt seit 50 Jahren in der Gemeinde. „Was wir als Bürger von Dietramszell dazu beitragen können, dass dieses Projekt lebendig wird, das werden wir auch tun“, kündigte der rüstige Rentner an.

Voraussichtlich eineinhalb Jahre wird der Bau der beiden Häuser in Anspruch nehmen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund sechs Millionen Euro. Finanziert wird das Projekt durch ein Förderdarlehen der Regierung von Oberbayern.

Der lange Weg zum Ziel 

Am 26. Juni 2006 wird Waltraud Bauhof vom Gemeinderat beauftragt, sich um die Realisierung einer kleinen stationären Pflegeeinrichtung zur orstnahen Unterbringung von Dietramszeller Bürgern zu kümmern. Die Pflege-WG soll eine individuelle Betreuung der Bewohner mit persönlich ausgestatteten Zimmern bieten. Soweit gewünscht, können die Angehörigen ins Pflegeprogramm eingebunden werden. Am 28. April 2009 beschließt der Gemeinderat den Bau eines Seniorenheims in Erbpacht auf dem Grundstück Am Kreuzfeld. Nach mehreren Rückschlägen (Genehmigungsverfahren, Suche nach geeigneten Bauträgern) wird im Frühjahr 2016 als Bauträger die MARO Genossenschaft für selbstbestimmtes und nachbarschaftliches Wohnen aus Ohlstadt gewonnen. Geplant sind neun Plätze für Pflegebedürftige sowie neun Plätze für an Demenz erkrankte Menschen.

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