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Schwarze Gesichter, lange Bärte, dunkle Mäntel: Die Haberer  flößen Respekt ein. Und das, was sie sagen, auch.

Das kranke Hirn aus Übersee

Derber Spott beim Haberfeldtreiben in Ascholding

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Dietramszell – Fastenzeit ist Starkbierzeit: Beim Haberfeldtreiben in Ascholding wurde wieder die große und die kleine Politik aufs Korn genommen.

Das Licht geht aus, Glockengeläut und schauriges Geheul erklingen. Acht schwarz vermummte Gestalten mit Bärten bis zu den Knien und tief ins Gesicht gezogenen Hüten ziehen in den Festsaal beim Ascholdinger Holzwirt ein. Die Haberfeldtreiber kommen. Sie kommen, um Gericht zu halten „über die weniger Guten und ganz Schlechten, über die Bestechlichen und Schmierigen und über die Politiker, die wo auf uns oba sch...auen“.

Abgewatscht wurden am Samstagabend vor allem die Machthaber und Möchtegern-Machthaber der internationalen Politik: Als „krankstes Hirn in Übersee“ betitelte der Haberfeldmeister den US-Vorwahlkandidat Donald Trump, „so blöd wie hundert Meter Feldweg“. Statt ins Weiße Haus solle er besser in die Psychiatrie in Agatharied einziehen.

Auch „Miss Überschall“ Ursula von der Leyen und ihre Bundeswehr-Tornados, den Bayern-Ei-Skandal und das Freihandelsabkommen TTIP nahmen die Haberfeldtreiber treffsicher und pointiert aufs Korn. Mit einem „Haberer, is’ wahr? – Na treibt’s zua!“ wurden die Verantwortlichen und die „Verlogenheit auf dera Welt“ unter lautstarkem Getöse ins Haberfeld gejagt.

„Wahr is“ und „sehr gut“ stimmte das Publikum vor allem bei lokalen Themen ein. Rund 250 Besucher aller Altersklassen waren zum alljährlichen Starkbierfest der Blaskapelle Ascholding gekommen. Sie hatten fast zwei Stunden Zeit, sich mit dunklem Doppelbock und schmissigen Polkas in Stimmung zu bringen, bis die Haberer mit ihrem Spottgesang begannen.

Auf viel Zuspruch stieß etwa die Kritik am geplanten Volksmusik-Aus auf Bayern 1 („Eine Watschn für jeden Musikanten im Saal“). Dass einer ihrer Nachbarn nach dem Anbau des „Gesundheitskrauts“ Cannabis Besuch von der Polizei bekam, weil er nicht auf die Warnung seiner Kinder gehört hatte, sorgte für große Heiterkeit.

Auch Mitglieder der Blaskapelle und der Freiwilligen Feuerwehr bekamen ihr Fett weg. „Dem Haberergericht kann niemand entrinnen“, schloss der Haberfeldmeister das traditionelle Treiben im Namen von Kaiser Karl dem Großen aus dem Untersberg. Die Lokalpolitiker blieben allerdings verschont – Bürgermeisterin Leni Gröbmaier, ihre beiden Stellvertreter Michael Häsch und Josef Hauser sowie die anwesenden Gemeinderäte wird es gefreut haben.

Nur am Rande thematisiert wurde die nationale und kommunale Asylpolitik. Eine kurze Anspielung auf die Übergriffe am Kölner Hauptbahnhof lautete: „Paragraf eins aus der Leitkultur: An Silvester bleibt die Hose zu.“ Außerdem gab es einen Tipp zur Namensgebung für Nachwuchs im geplanten „Refugee-Quartier“ an der Mangmühle in Ascholding: „Da heißt manches Kind vielleicht bald Mang.“ Das war es dann auch schon zum aktuellen Thema Nummer eins. Die schwarzen Gesichter der Haberer dagegen, betonten sie, sollten kein Hinweis auf einen eventuellen Migrationshintergrund sein: „Mir san ned aus Afrika, sondern mit dem VW Diesel da.“

cw

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