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Die Lacher auf seiner Seite hatte Fastenprediger Sepp Holzmeyer. Seine Anspielungen auf das Dorfleben hatten es in sich. 

Starkbierfest der Leiterer Musikanten

Ein Wahlkrimi wie bei Hitchcock

Dietramszell - Nach acht Jahren gab Sepp Holzmeyer mal wieder den Bruder Barnabas beim Starkbierfest der Leiterer Musikanten im Gasthaus Geiger. Er bedachte vor allem Bürgermeisterin Leni Gröbmaier mit seinem Spott. 

Bruder Barnabas holte weit aus. Vor acht Jahren war Sepp Holzmeyer zum letzten Mal zum Politiker-Derblecken beim Starkbierfest der Leiterer Musikanten angetreten. Kurz danach begann Leni Gröbmaiers erste Amtszeit als Bürgermeisterin von Dietramszell. Die „Einöd-Bäuerin, für die der Traum vom eigenen Ledersessel inklusive Großraumbüro in Erfüllung ging“ war es auch, die in der Fastenpredigt von Bruder Barnabas diesmal den meisten Spott abbekam. Vom „Kasperltheater im Gmoarat“ war die Rede und vom demokratischen Grundsatz der neuen Rathauschefin: „Bei mir kann jeder sagen, was ich will.“ Gröbmaier nahm es mit Humor. Gut gelaunt skandierte sie „Wasser Marsch!“ ins Mikrofon, als Holzmeyer sie mit einer Feuerwehrkommandantin verglich, der CSU, Freie Wähler und Grüne die Mitarbeit verweigerten.

Die Wahl 2014 war ein "Krimi frei nach Hitchcock"

Auch die äußerst knapp ausgegangene Bürgermeisterwahl 2014 machte er noch einmal ausführlich zum Thema. Die Amtsinhaberin hatte damals – nach „einem unglaublichen Wahlkrimi frei nach Hitchcock“ – nur zwei Stimmen Vorsprung vor ihrem Herausforderer Michael Häsch. Über die humorvoll verpackten Anspielungen auf falsch zugestellte Briefwahlunterlagen und verlorengegangene Stimmen konnten die rund 130 Gäste im Humbacher Gasthaus Geiger auch nach zwei Jahren noch einmal herzhaft lachen. Selbst Wahlverlierer Häsch zeigte sich amüsiert – zumal er bei der kabarettistischen Aufarbeitung gut wegkam: Er habe „Größe und Anstand“ gezeigt angesichts der „Mutter aller Niederlagen“, lobte der Fastenprediger.

Barnabas fürchtete um das Inventar im Gasthaus Einöd

Zahlreiche Seitenhiebe hagelte es dagegen auf Vertreter der Leiterer Burschen, der Feuerwehren, des Trachten- und des Veteranenvereins. Detailliert und pointenreich gab Holzmeyer, selbst Vorstand der Manhartshofener Feuerwehr, Insiderwissen aus den letzten acht Jahren zum Besten. Die Lacher setzten zwar gelegentlich etwas verzögert ein, erfassten aber immer schnell den ganzen Saal. Aktuelle Kommunalpolitik streifte Bruder Barnabas nur zum Ende seiner knapp einstündigen Rede: den Neuaufbau des ehemaligen Gasthauses in Bairawies und den Widerstand der Anwohner gegen die steigenden Einwohnerzahlen in ihrem Dorf. In einer Infoveranstaltung im Gasthof Beham waren bei einigen Bairawiesern die Emotionen hochgekocht. Immerhin hatten sie sich aber „so gut im Griff, dass sie ned des Inventar zammgehauen ham“, spottete Holzmeyer. Und, besonders lobenswert: Einer der Initiatoren habe daraufhin gleich „die Fluchtwege in der geplanten Flüchtlingsunterkunft geprüft und für gut befunden“. In das inzwischen geschlossene Gasthaus in Einöd sollen bald Asylbewerber einziehen. Clara Wildenrath

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