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Ein Dietramszeller hat Hanfpflanzen bei sich wachsen lassen.

Dietramszeller (51) verurteilt

Die Kinder warnten ihn noch: Strafe nach Cannabis-Anbau

Dietramszell – Hätte er auf seine Kinder gehört, wäre einem Maschinenschlosser (51) aus Dietramszell vermutlich einiger Ärger erspart geblieben. Er hat Cannabis angebaut - und wurde erwischt.

Hätte er auf seine Kinder gehört, wäre einem Maschinenschlosser (51) aus Dietramszell vermutlich einiger Ärger erspart geblieben. Die Sprösslinge hatten den Papa nämlich beizeiten darauf hingewiesen, dass es bedenklich sei, im Gewächshaus Cannabis-Pflanzen anzubauen. Der Senior schlug den Rat in den Wind. Nun musste er sich wegen unerlaubten Anbaus von Betäubungsmitteln vor dem Strafrichter verantworten.

Die Polizei fand gut 70 Pflanzen im Gewächshaus

Auf rund zwei Kilogramm brachten es die gut 70 Pflanzen unterschiedlicher Größe, die die Polizei Mitte August vorigen Jahres aus dem Gewächshaus des Mannes abtransportierte. Etwas nervös, aber mit reinem Gewissen, präsentierte sich der Angeklagte vor Gericht. Er habe, angeregt durch einen entsprechenden Vortrag, Hanfpflanzen ohne THC-Gehalt als Heilpflanzen angebaut. Das solle unter anderem gut sein bei der Vorbeugung und Heilung von Krebs. Den Samen gebe er beispielsweise in die Suppe, erklärte der Beschuldigte.

„Generell wollte ich die Pflanzen entsorgen, ich hatte ja meinen Samen“, beteuerte der 51-Jährige. Nachdem er sie abgeerntet hatte, habe er die Pflanzen ins Gewächshaus geworfen und damit über den Winter andere Beete abgedeckt. Im nächsten Jahr seien sie von allein wieder aufgegangen.

Tatsächlich war der THC-Gehalt der Pflanzen mit 0,06 Prozent verschwindend gering. „Das habe ich sofort gerochen, dass das nicht besonders hochwertig war“, sagte der ermittelnde Polizei-Oberkommissar. Dieser war telefonisch von einem Nachbarn des Angeklagten informiert worden, dass aus dem Gewächshaus nebenan Cannabis aus dem Oberlicht sprießt. „Letztlich war es nix Besonderes“, so der Polizist.

Der Anbau ist ein Vergehen

Trotzdem stellte der Anbau der Cannabispflanzen ein Vergehen nach dem Betäubungsmittelgesetz dar, wie die Staatsanwältin deutlich machte. Sie beantragte, den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 20 Euro (2400 Euro) zu verurteilen.

Richter Helmut Berger beließ es bei milden 45 Tagessätzen zu je 15 Euro, also insgesamt 675 Euro. „Ihre Kinder hatten Recht. Man sollte ab und zu drauf hören“, gab Berger dem Verurteilten mit auf den Weg.

rs

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