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Die Gesichter des Maschinenrings: (v. li.) Christian Stemmer (Geschäftsführer), Stefanie Humpl (Buchhaltung, geehrt für zehn Jahre Zugehörigkeit), Michael Schapperer (Vorstand) und Franz Strobl (Vorsitzender).

Gemeinsam sind wir stark

Teure Traktoren: Maschinenring will Allianzen fördern

Bad Tölz-Wolfratshausen – In der Jahresversammlung des Maschinenrings wird angemahnt, Kooperationen zu bilden. Die Betriebe sollen sich zusammen tun und kooperieren.

Christian Stemmer, Geschäftsführer des Maschinen- und Betriebshilfsrings Wolfratshausen und Umgebung (MR), gab seinen Zuhörern einen guten Rat. „Vor einer neuen Investition lohnt es sich, darüber nachzudenken, ob man diese Arbeit nicht anders günstiger erledigen kann“, sagte er kürzlich in seinem Vortrag auf der Mitgliederversammlung im Ascholdinger Holzwirt. Er wundere sich immer über Betriebe, beide denen „ein Fuhrpark für mehr als 25 000 Euro ungenutzt auf dem Hof rum steht“. Wirtschaftlicher sei es, sich mit anderen zusammenzutun und Gemeinschaften zu bilden – sprich: Geräte und landwirtschaftliche Maschinen, die man nur selten einsetzt, gemeinsam zu kaufen. Solche Gemeinschaften zu forcieren, ist Stemmers Hauptanliegen für dieses Jahr.

Die Situation in der Landwirtschaft ist nach wie vor für viele Betriebe sehr unbefriedigend. Stark schwankende Erlöse vor allem bei Milch und Getreide, den wichtigsten Produktionsrichtungen in der Landwirtschaft, machen den Bauern das Leben schwer, wie der MR-Vorsitzende Franz Strobl ausführte. Weil die Kosten der Produktionsmittel kaum rückläufig, Pachtflächen hingegen knapp und teuer sowie die Preise für Ackerflächen sehr hoch seien, sei die Liquidität bei vielen Haupterwerbsbetrieben extrem angespannt.

Erstrebenswert für eine Familie, die von der Landwirtschaft lebt, sei ein Einkommen von 80 000 bis 100 000 Euro. Am besten bei einer gesunden Arbeitsbelastung von rund 2600 bis 2800 Arbeitsstunden, also neun bis zehn Stunden pro Werktag, so Strobl. „Aber wer hier im Saal sitzt, weiß, dass das alles Träumerei ist.“ Zudem wäre wünschenswert, „dass man auch noch Zeit hat für Familienleben, und mal ohne Arbeitsstress unterwegs sein kann“. Kostenoptimierung und Arbeitsentlastung seien „eineiige Zwillinge“, so Strobl. „Die gehören zusammen wie nur irgendwas.“

Hier hakte Christian Stemmer mit seinem Vortrag ein. Er versuchte aufzuzeigen, wo bei den Betrieben Reserven stecken, um beides in Einklang zu bringen. Stemmer sieht eine wesentliche Herausforderung und Aufgabe des MR darin, zu helfen, die Kosten zu senken und ein besseres Einkommen zu ermöglichen. Er empfiehlt deshalb, sich etwa zu Erntegemeinschaften zusammenzutun („das kommt allmählich wieder“) oder Maschinengemeinschaften zu gründen. Einsparungen seien möglich, indem man die Festkosten auf mehrere Betriebe verteile. Der MR stehe dabei beratend zur Seite. Aber Stemmer macht auch deutlich: „Die Berater sagen einem nicht, was man machen muss. Sie können Euch nur helfen, Euren Weg zu finden.“

Dafür sei es aber nötig, aufeinander zuzugehen und gemeinsame Konzepte weiter zu entwickeln. „Jeder von Euch kann den ersten Schritt machen und den Nachbarn ansprechen“, appellierte Stemmer an die zahlreichen Mitglieder, die sich im Saal des Gasthofs Holzwirt in Ascholding eingefunden hatten. Wie man – dabei waren vor allem die Herren der Schöpfung angesprochen – auch privat mal über seinen eigenen Schatten springen und sich in Ehe- und Familienalltag gewinnbringend einbringen kann, verriet anschließend „die Mentalbäuerin“ Elke Pelz-Thaller in einem kabarettistischen Blitzseminar unter dem Titel „Turbo im Betrieb – Crash in der Familie“.

von Rudi Stallein

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