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Unfallhäufung: Im August starb ein Motorradfahrer (28) aus München auf der Staatsstraße 2072.

17-jähriger Motorradfahrer stirbt

Tödliche Unfälle: Anwohner fordern 3 Sofortmaßnahmen

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Dietramszell – Zwischen Ascholding und Tattenkofen hat sich ein schwerer Unfall ereignet – wieder einmal. Ein Jugendlicher (17) aus Dietramszell starb. Die Staatsstraße 2072 galt bislang nicht als Unfallschwerpunkt. Das wird sich wohl ändern.

Breit, übersichtlich und wenig kurvig: Die Staatsstraße 2072 zwischen Ascholding und Tattenkofen im Gemeindebereich Dietramszell macht auf Autofahrer einen sicheren Eindruck. Doch der Schein trügt, denn immer wieder kommt es hier zu schweren Unfällen.

Am Montagabend verlor ein 17-jähriger Dietramszeller sein Leben. In einer langgezogenen Kurve stieß der Jugendliche mit seinem Leichtkraftrad frontal mit dem entgegenkommenden Porsche Carrera eines 70-jährigen Grünwalders zusammen. Die Ursache ist noch ungeklärt. Ein Unfallanalytiker erstellt ein Gutachten. Seine Markierungen sind auf der Straße zu sehen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Porschefahrer wegen fahrlässiger Tötung.

Tödlicher Unfall bei Ascholding: Bilder der Unfallstelle

Die Anwohner fordern Sofortmaßnahmen

In den anliegenden Ortschaften rumort es. Eine Frau, die das junge Unfallopfer kannte und deshalb nicht namentlich in der Zeitung stehen will, fordert drei Sofortmaßnahmen: Überholverbot, Tempo 70 und eine strenge Verkehrsüberwachung. „Wenn die Leute selber nicht nachdenken, muss man einschreiten“, sagt sie. Für viele Anwohner sei die Staatsstraße eine „Panikstrecke“, auf der gerast und riskant überholt werde. „Ich fahre hier jeden Tag. Drei- bis viermal pro Woche kommt mir jemand auf meiner Spur entgegen.“ Auch Radfahrer würden immer wieder in gefährliche Situationen geraten, weil sie leicht übersehen würden. Viele Anwohner würden die Strecke inzwischen meiden, sagt die Frau.

Bevor die Ursache der tödlichen Kollision vom Montag geklärt ist, ist eine Beurteilung unmöglich, sagt Stefan Vogt vom Staatlichen Bauamt Weilheim. Alle drei Jahre bewertet die Unfallkommission die Gefährdung auf den Straßen. Die Kommission besteht aus Vertretern der Polizei, der Verkehrsbehörde des Tölzer Landratsamts und des Straßenbauamts. Der Streckenabschnitt der Staatsstraße 2072 bei Ascholding sei bislang „völlig unauffällig gewesen, weil sie so gut einsehbar ist“, sagt Vogt. Doch nun häufen sich die Unfälle.

Kurz vor Ascholding starb im August ein 28-Jähriger aus dem Kreis München. Ein 75-jähriger BMW-Fahrer hatte den Motorradfahrer beim Überholen eines Lkw übersehen. Diesen Fall hat die Unfallkommission in einer Sondersitzung analysiert, sagt Vogt. Das Ergebnis: Nicht die Straße war Schuld, sondern menschliches Fehlverhalten. Deshalb habe man nichts veranlasst. Anders wäre es gewesen, wenn beispielsweise eine rutschige Fahrbahn verantwortlich gewesen wäre.

Tödlicher Unfall in Ascholding: Bilder

Strecke wird wohl Unfallhäufungspunkt

Im Drei-Jahres-Plan wird die Strecke nach den jüngsten Vorfällen vermutlich als Unfallhäufungspunkt ausgewiesen, sagt Peter Gämmerler, Verkehrsexperte der Geretsrieder Polizei. Dann müssten Maßnahmen getroffen werden – beispielsweise baulicher Art oder mit besserer Beschilderung. Turnusgemäß wird die nächste Unfallsteckkarte laut Stefan Vogt vom Straßenbauamt für das Jahr 2018 erstellt. In ihr werden alle Unfälle über die Zeit erfasst und bewertet.

Im Jahr 2015 hatte ein Königsdorfer (28) aus Richtung Ascholding kommend in einer langgezogenen Kurve beim Überholen einen Sprinter übersehen. Er wurde wegen Körperverletzung zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Weiter südlich, zwischen Tattenkofen und Einöd, hatte sich auf der Staatsstraße 2072 erst vor drei Wochen ein schwerer Unfall ereignet. Die VW eines 24-jährigen Dietramszellers und eines 45-jährigen Eurasburgers stießen frontal zusammen, beide verletzten sich schwer.

Tödlicher Unfall vom Montag: Polizei sucht Zeugen

Um den Unfallhergang vom Montagabend zu klären, bittet die Polizei um Hinweise. Augenzeugen sollen sachdienliche Hinweise unter der Rufnummer 0 81 71/9 35 10 bei der Geretsrieder Polizei melden.

dor

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