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Die Dietramszeller Turnhallen bleiben für die Vereine reserviert. Flüchtlinge werden dort wohl nicht untergebracht.

Flüchtlinge

Turnhallen werden nicht belegt

Dietramszell - "Die Turnhallen sind gesichert, unser normales gesellschaftliches Leben geht weiter": Das war die Hauptbotschaft von Bürgermeisterin Leni Gröbmaier in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Bis Ende nächsten Jahres muss die Gemeinde 214 Asylbewerber unterbringen. Das wird wohl gelingen. Doch dafür braucht es große Kraftanstrengungen.

Aktuell sind für die Unterbringung von 37 Personen Mietverträge mit dem Landratsamt abgeschlossen. „Auf dem Weg befindlich“ sind laut Gröbmaier weitere 50 Plätze an der Mangmühle in Ascholding, zehn Plätze im alten Schulhaus in Linden und 16 Plätze an der Gastwies bei der Montessori-Schule. Außerdem laufen „intensive Verhandlungen“ mit dem Landratsamt über das Verwaltungsgebäude der Firma Wiedenbauer in Baiernrain, das 30 Asylbewerbern Unterkunft bieten würde.

Die Gemeinde stellt wohl ihren Bauhof zur Verfügung

Zwei weitere private Projekte sollen noch einmal 50 Plätze schaffen: 30 im Bereich der Altgemeinde Linden und 20, zu deren Lage sich die Rathauschefin nicht äußern wollte. Insgesamt könnten so im nächsten Jahr 193 Flüchtlinge untergebracht werden. Für die noch fehlenden 21 Plätze will die Gemeinde eigene Grundstücke zur Verfügung stellen. Auf dem Bauhofgelände in Obermühltal könnten nach den Vorstellungen der Gemeinderäte entweder Gebäude in Holzständer- oder Modulbauweise entstehen oder Container aufgestellt werden.

In Bairawies soll günstiger Wohnraum geschaffen werden

Für ein weiteres gemeindeeigenes Grundstück am südlichen Kolomanweg in Bairawies wünschten sich die meisten Räte eine dauerhafte Bebauung: „Wir können hier langfristig günstigen Wohnraum schaffen“, betonte Michael Häsch (CSU). Allerdings liegt die derzeit geplante Fläche außerhalb des Bebauungsplans und kann daher vermutlich nur temporär genutzt werden. Aus der Planung genommen wurde dagegen eine Fläche östlich der Ökologischen Akademie in Linden, um „nicht einzelne Ortsteile zu überlasten“, so Gröbmaier. Den Beschluss über eine Bebauung des Kiesgrubenparkplatzes am Kloster vertagte der Gemeinderat: Je nachdem, für welche Bebauungsvariante man sich am Bauhof entscheide, werde das Areal unter Umständen für die Auslagerung des Wertstoffhofs benötigt. Bevor Flüchtlinge in die geplanten Unterkünfte einziehen, will die Gemeinde Versammlungen in den betreffenden Ortsteilen organisieren, wo „alle Ängste und Sorgen der Bürger auf den Tisch kommen“ sollen.

Bürger üben Kritik an der Verteilung

Schon in der abschließenden Bürger-Viertelstunde wurde Kritik an der Verteilung der Asylbewerber laut. Die Unterbringung von 30 Flüchtlingen in Baiernrain sei aufgrund der schlechten Busverbindung nicht sozialverträglich – „weder für die Flüchtlinge noch für uns Bürger“, erklärte Anwohner Alexander Haltenberger. Michael Edelmann, ebenfalls aus Baiernrain, gab der Hoffnung Ausdruck, dass nicht nur alleinstehende Männer, sondern vor allem Familien dort einziehen. Laut Waltraud Bauhof, der Leiterin des Helferkreises, stehen die Chancen dafür gut. Clara Wildenrath

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