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Große Aufmerksamkeit zogen wieder die Ausstellungsstücke und Tierpräparate auf sich. Im Landkreis wurden im vergangenen Jahr 1926 Rehe und 30 Wildschweine erlegt. Foto: lippert

Verständnis für Wald und Wild

Hegeschau: Mehr Aufklärung notwendig

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Bei der Hegeschau der Jagdkreisgruppe Wolfratshausen, die kürzlich im Saal des Holzwirts in Ascholding stattfand, bot neben dem Rückblick auf das vergangene Jagdjahr auch die Möglichkeit,sich über die Arbeit der Jäger zu informieren.

Bad Tölz-Wolfratshausen – So waren wieder einen Nachmittag lang die Ausstellungsstücke und Tierpräparate öffentlich zu besichtigen. Auch Vertreter der maßgeblichen Ämter und Interessensverbände waren anwesend: Christian Webert, der neue Leiter des Amts für Ernährung Landwirtschaft und Forsten in Holzkirchen, Michael Häsch, stellvertretender Bürgermeister von Dietramszell, Rudolf Plochmann vom Forstbetrieb Bad Tölz sowie Nikolaus Riesch, stellvertretender Kreisobmann des Bauernverbandes. Auch die Waldbesitzervereinigung Wolfratshausen und das Landratsamt hatte Repräsentanten entsandt.

Ein gutes Miteinander im Landkreis

Deutlich wurde, dass es im Landkreis ein gutes Miteinander gibt – und das ist keine Selbstverständlichkeit. „Die Zusammenarbeit unter Jägern, Förstern und Landwirten klappt sehr gut“, sagte Rudolf Plochmann erfreut. Das Wichtigste sei, dass man im Gespräch bleibt, Verständnis für die Situation des Anderen hat und einander hilft. Zur Sprache kam außerdem, dass es zunehmend schwierig ist, bei den Bürgern Verständnis für die Belange von Wald und Wild zu wecken. „Wir haben einen hohen Freizeitdruck, der den Wildtieren zunehmend zu schaffen macht“, so Markus Feigl, Pressebeauftragter der Jagdkreisgruppe. „Mittlerweile haben die Tiere auch nachts oder in der späten Dämmerung kaum mehr Ruhe im Wald und auf den Wiesen.“ Oft fehle es am Feingefühl der Naturnutzer für die Wahl des Zeitpunkts ihrer Freizeitaktivitäten. „Die Stirnlampe oder das Smartphone machen heute fast alles möglich“, sagte ein Zuhörer in der Debatte.

Bessere Aufklärung unerlässlich

Michael Häsch beklagte, dass viele Naturfreunde bei der Jagd und der Land- und Forstwirtschaft mitreden, ohne Ahnung von der Materie zu haben. „Häufig kommt es dabei zu Anfeindungen oder Auseinandersetzungen“, sagte er. Jäger würden sogar daran gehindert, ein tödlich verletztes Reh von seinen Qualen zu erlösen. Aufklärung sei hier das Maß aller Dinge. Allerdings fehle bei den Naturnutzern oft der Wille, sich aufklären zu lassen. Eine bessere Information der Bevölkerung sei unerlässlich.

Jagdberater Miller: „Es besteht die Pflicht zur Hege“

Der Abschuss von Wild ist behördlich vorgegeben. Für bestimmte Wildarten werden dazu dreijährige Abschusspläne erstellt. „Ziel der Jagdausübung ist es, einen artenreichen und gesunden Wildbestand zu erhalten sowie die Lebensgrundlage für Wildtiere zu verbessern. Es besteht die Pflicht zur Hege“, führte Jagdberater Toni Miller aus. „Das ist so im Bundesjagdgesetz verankert.“ Hier ziehen Jäger, Land- und Forstwirte an einem Strang. Im Jagdjahr 2016/2017 wurden im Altlandkreis Wolfratshausen 1926 Rehe erlegt. Weiter wurden im Altlandkreis Wolfratshausen 30 Wildschweine zur Strecke gebracht. Es ist ein Anstieg zu verzeichnen, was auch die Populationszunahme dieses wehrhaften Wildes widerspiegelt.

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