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Gemeinsame Sache für den Wald: (v. li.) Johann Killer, Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung Wolfratshausen, Gast und Hauptredner Landrat Josef Niedermaier, Kathrin Selhuber vom Bayerischen Waldbesitzerverband, Wolfgang Neuerburg, ehemaliger Bereichsleiter Forsten beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Holzkirchen, Dagmar Rothe (neue Abteilungsleiterin AELF Ebersberg) sowie Christian Webert (Nachfolger von Wolfgang Neuerburg). 

Waldbesitzer

Und jährlich grüßt der Borkenkäfer

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Das Jahr 2016 stand bei den Waldbesitzern im Zeichen des Schädlings. Insgesamt gibt es aber Grund zur Freude: Es wurde mit mehr als 150.000 Einheiten das zweitbeste Ergebnis der Geschichte erzielt.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Für die Waldbesitzervereinigung war 2016 ein äußerst erfolgreiches Jahr. Der Vorsitzende Johann Killer sprach in der Jahresversammlung im Ascholdinger Holzwirt vom zweibesten Ergebnis im Laufe der über 50-jährigen Geschichte. Mehr als 150 000 Einheiten wurden erzielt – das entspricht etwa 140 000 Kubikmetern. „Eine hervorragende Leistung der Geschäftsstelle und unserer Mitglieder“, sagte Killer. Die erzielten Preise lägen im bayernweiten Vergleich mit an der Spitze.

Bestimmt war das Jahr trotz nasser Witterung vom Wüten des Borkenkäfers. Tatsächlich war jeder zweite Nadelbaum, den die Waldbesitzervereinigung vermarktet hat, von dem Schädling betroffen. Auch heuer werden Waldbesitzer mit dieser Plage leben müssen. Wie Killer erklärte, schwärmt der Borkenkäfer schon wieder. „Vier Wochen früher als sonst“, sagte er. „Da kommt was auf uns zu.“

Runder Tisch mit Umweltverbänden

Als wichtige Aufgabe betrachtet es der Altkirchner, die Waldbesitzer auf politischer Ebene zu vertreten. So konnte Killer bei den Natura-2000-Gebieten deren Interessen verdeutlichen. Dabei geht es um ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten von Pflanzen und Tieren in der Europäischen Union.

Außerdem hat Killer Ende des Jahres einen Runden Tisch mit 18 Vertretern von Umweltverbänden initiiert. Thema: das Biomassepotenzial der heimischen Wälder. „Die Diskussionen haben gezeigt, dass auch die Umweltverbände unsere Bewirtschaftung akzeptieren und eine maßvolle Steigerung des Energieholzaufkommens mittragen“, sagte er. Der Runde Tisch sei eine gute Möglichkeit, mögliche Konfliktfelder zwischen Naturschutz und Waldbewirtschaftung frühzeitig zu erkennen.

Als große Herausforderung der nächsten Jahre betrachtet es Killer, darauf hinzuwirken, dass die staatlichen Förster weiter den Waldbesitzern mit Rat und Tat zur Verfügung stehen können. „Die Klimaveränderung wie auch die Zunahme der Waldbesitzer ohne bäuerlichen Hintergrund führen zu einem deutlich höheren Beratungsaufwand. Hier sind die Förster unverzichtbar“, ist Killer überzeugt. Das Geld, das der Staat in die Förster investiert, diene vor allem der Daseinsvorsorge der Bürger.

32 Fortbildungen angeboten

Korbinian Häsch, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung, ging auf die 32 Fortbildungen ein, die gemeinsam mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten organisiert wurden. „Die Qualität der Schulungen ist inzwischen so hoch, dass selbst lange Fahrstrecken in Kauf genommen werden“, sagte er. „Damit wollen wir auch eine möglichst professionelle Bewirtschaftung unserer Wälder sichern“, so Häsch.

Landrat Josef Niedermaier, Gast in der Jahresversammlung, machte deutlich, dass Holz im Landkreis eine lange Tradition hat. Er verwies auf die Flößerstadt Wolfratshausen und das Flößerdorf Lenggries, die beispielsweise den Bau der Münchner Frauenkirche mit Bäumen aus dem Isarwinkel erst ermöglichten.

Heute stünden der Klimaschutz mit der CO2-Neutralität des Rohstoffes Holz sowie das gute Raumklima der Holzbauten im Vordergrund. Der Landkreis, die Städte und Gemeinden sollten nach Ansicht des Landrats als Vorreiter vorangehen. So wurden die Asylbewerberunterkünfte in Geretsried und Bad Tölz komplett in Holzmodulweise gebaut. In Geretsried sollen Hallenbad und Schulzentrum durch ein Hackschnitzel-Blockheizkraftwerk mit Wärme versorgt werden. Auch das Tölzer Eisstadion sei ein echtes Vorzeigeprojekt.

Der Landrat will eine Imagekampagne für das Holz starten. Derzeit wachse im Landkreis immer noch mehr Holz als genutzt werde. Er warb für die damit verbundene nachhaltige Waldbewirtschaftung und forderte eine breitere Akzeptanz in der Gesellschaft.

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