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Schufen das Maislabyrinth: Die Nebenerwerbslandwirte Anna (li.) und Andreas Spindler (mit dem grünen Eimer) wissen, was Kindern gefällt. Ihre eigenen beiden älteren Sprösslinge Lena und Kilian haben bei der Gestaltung des Labyrinths und bei der Auswahl der Spielgeräte geholfen.

Ende August wird’s gruselig

Wer findet den Weg durch das Maislabyrinth in Tattenkofen? 

Ein kniffliger Irrgarten, Spiel- und Rätselspaß warten auf Familien im Maisfeldlabyrinth in Tattenkofen. Es ist das erste seiner Art im Landkreis – und erfreut sich großer Beliebtheit.

Tattenkofen – Wer denkt, das Labyrinth durch den dichten, hohen Mais sei Pipifax, der irrt. Im wahrsten Sinn des Wortes. Es ist gar nicht so leicht, seinen Weg durch die 25 000 Quadratmeter zu finden. Orientierung bieten höchstens das Gemecker der Kamerunschafe, die ihr Gehege am Ausgang haben, oder das fröhliche Kinderlachen vom Spielplatz her, der ebenfalls das Ziel der Reise markiert.

„Auf die Karte schauen kann jeder, wir kämpfen uns so durch“

Ist man zum dritten Mal im Kreis gelaufen und an der immer selben Rätselstation herausgekommen, hilft nur noch der Blick auf den Wegweiser, den man an der Kasse netterweise zusammen mit dem Rätselbogen ausgehändigt bekommt. „Ach, auf die Karte schauen kann jeder. Wir kämpfen uns so durch“, meint Sebastian Unger, den unsere Zeitung an einem Abzweig trifft. Der Geretsrieder ist mit seinen Töchtern Cheyenne (13) und Fabienne (9) sowie einer Freundin der Familie, Barbara (26), an diesem schönen Sonntagnachmittag im Labyrinth unterwegs. Die Kinder finden sich meist besser zurecht als die Erwachsenen, also folgt man ihnen. Doch die Mädchen wollen erst alle sechs verzwickten Fragen des Rätselparcours beantworten, bevor sie auf den Ausgang zusteuern.

„Im Schnitt brauchen Erwachsene eineinviertel Stunden vom Start bis zum Ziel. Kinder schaffen es in einer Dreiviertelstunde“, sagt Anna Spindler. Zusammen mit ihrem Mann Andreas und mit tatkräftiger Unterstützung der ältesten Tochter Lena (11) betreibt sie das Labyrinth auf einem gepachteten Feld zwischen Tattenkofen und Ascholding heuer zum ersten Mal (wir berichteten). Die Vorbereitungen waren aufwändig, aber die vielen Mühen haben sich gelohnt, sagen die beiden Nebenerwerbslandwirte. „Wir bekommen so viele positive Rückmeldungen. Das freut uns.“

Gaudi für Jung und Alt

Lachend bahnen sich Lisa und Rudi Ring aus Königsdorf die letzten paar Meter aus dem Mais-Dschungel ins Freie. Ihre Enkel Andi (8) und Sonja (11) sind schon voraus gestürmt. „Das war eine Gaudi“, finden Jung und Alt übereinstimmend. Manuela Hillewart und Marion Sauer haben die diffizile Aufgabe noch vor sich. Sie sind mit ihren Kindern Simon, Christoph und Florian im Alter von drei, vier und sechs Jahren aus Bad Tölz angereist, nachdem sie in unserer Zeitung von dem neuen Freizeitangebot in der Gemeinde Dietramszell gelesen hatten. Die Buben haben sich bereits im Mini-Labyrinth amüsiert. Die Fragen im großen Labyrinth sind noch etwas schwer für sie.

Nur etwa 60 Prozent der Besucher hätten es bisher geschafft, das Rätsel fehlerfrei zu lösen, berichtet Anna Spindler. Seit Mitte Juli ist der Irrgarten geöffnet, noch bis Mitte September, eventuell auch etwas länger, haben weitere Quizfreunde Gelegenheit, diese Quote zu verbessern. Laut Andreas Spindler lockt das erste Maislabyrinth im Landkreis längst nicht nur Familien mit Kindern, sondern auch Jugendliche und Erwachsene. Die Betreiber bieten Aktionen wie Rallyes und eine Gruselnacht an. Am 31. August lauern zwischen 21 und 24 Uhr unheimliche Gestalten hinter den Pflanzen. Zum Ausleuchten dürfen nur Dynamo-Taschenlampen verwendet werden.

Ende September wird das Feld gemäht

Ende September wird das Feld dann vom Bauern gemäht. Der Mais dient als Tierfutter. 2018 wollen die Spindlers an selber Stelle einen neuen Irrgarten anlegen. Heuer wird sich die Geschäftsidee wohl finanziell noch nicht rentieren, meint Andreas Spindler. Aber vielleicht ab nächstem Jahr.

Die Eltern, die selbst drei Kinder im Alter von eineinhalb, vier und elf Jahren haben, bereuen das Projekt jedenfalls nicht. Anna Spindler stellt fest: „Uns macht es Freude. Alle Nachbarn helfen mit, und die Besucher verhalten sich sehr anständig. Es ist noch kaum etwas kaputt gegangen.“

Tanja Lühr

Infos im Internet:

www.aktivschaf.de/Maislabyrinth

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