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Umbau der Schule am Hammerschmiedweg wird deutlich teurer als geplant - Stadtrat sucht nach Einsparmöglichkeiten

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Von: Franziska Konrad

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Kostenmehrung: Bis dato ging der Stadtrat davon aus, dass die Generalsanierung und Erweiterung der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg rund 30 Millionen Euro verschlingen wird. Die inzwischen von den Planern korrigierte Kostenschätzung beläuft sich allerdings auf knapp 60 Millionen Euro. © Foto: Archiv

Die Kosten für den Umbau der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg drohen sich zu verdoppeln - auf 60 Millionen Euro. Das kann sich Wolfratshausen nicht leisten.

Wolfratshausen – Die Generalsanierung und Erweiterung der Grund- und Mittelschule am Hammerschmiedweg ist für den Stadtrat schon länger ein Thema. Jetzt gibt es Neuigkeiten, allerdings keine guten. Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) erklärte am Dienstagabend in der Stadtratssitzung: „Anstatt der ursprünglich geplanten 30 Millionen Euro liegen die korrigierten Kostenschätzungen aktuell bei knapp 60 Millionen Euro.“ Ganz genau sind es 59 641 867,03 Euro.

Heilinglechner stellte klar: „Dieses Budget ist für unseren Haushalt derzeit nicht darstellbar.“ Durch die Kostensteigerung sieht der Rathauschef „die dauerhafte Leistungsfähigkeit der Stadt deutlich gefährdet“. Begründung für das fast aufs Doppelte angestiegene Sanierungsbudget: Unter anderem höhere Kosten durch Interims-Container, die Planung einer Tiefgarage sowie den vorgesehenen Aula-Neubau.

Für die 24 Stadträte kam die Hiobsbotschaft nicht aus heiterem Himmel, sie hatten bereits im November hinter verschlossenen Türen von den gestiegenen Kosten erfahren. In einem Punkt waren sich alle Kommunalpolitiker am Dienstag einig: Die Preissteigerung bedeute einen finanziellen Kraftakt, den die Kommune auf absehbare Zeit nicht stemmen könne. „Wir müssen gemeinsame Beratungen in die Wege leiten“, sagte Dr. Ulrike Krischke (BVW), um die Möglichkeiten auszuloten, wie die beschlossene Sanierung und Erweiterung bezahlt werden kann. „Grundsätzlich müssen wir festhalten: Der vorliegende Plan ist ein sehr gutes Gesamtkonzept“, so Krischke im Namen aller vier Stadtratsfraktionen.

Es bestehe Handlungsbedarf, das existierende Schulgebäude sei nicht ausreichend. Deshalb sollen wie berichtet unter anderem die Bestandsgebäude umgebaut und saniert, ein Neubau mit zusätzlichen Räumen sowie ein Schwimmbad errichtet werden. Dazu ein Schulkindergarten mit Mittagsbetreuung. Krischke: „Viele Eltern in Wolfratshausen haben den großen Wunsch, dass ihre Kinder länger betreut werden.“ Aber: Die zu erwartenden Gesamtbaukosten seien trotz der in Aussicht gestellten staatlichen Zuschüsse von 59 Prozent der förderfähigen Kosten nicht zu stemmen. Peter Plößl (CSU) gab zu bedenken, zunächst ganz genau zu hinterfragen, wofür konkret es die Fördergelder gibt. „Beachten wir das nicht, kann es unter Umständen ein blaues Auge geben“, so Plößl.

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„Wir müssen eine Schleife drehen“, sagte der Schulreferent des Stadtrates, SPD-Fraktionschef Fritz Meixner. Was er damit meinte: „Eine Zusatzrunde für die gesamte perspektivische Stadtentwicklung“.  Gleichzeitig mahnte er, auch in Zukunft „mit Hochdruck“ an dem Projekt dranzubleiben. Meixner: „Wenn wir nicht zu Potte kommen, werden wir gezwungen sein, Übergangsmaßnahmen zu schaffen. Und das wird teuer.“

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Annette Heinloth (Grüne) regte an, genau zu schauen, ob die geplanten Einzelmodule wirklich alle notwendig seien. „Trotzdem dürfen wir die bisherige Planung nicht über den Haufen werfen.“ Vielmehr gelte es, das Mammutprojekt zeitnah umzusetzen und aktuelle Entwicklungen miteinbeziehen.

„Heute kommen wir definitiv zu keinem Beschluss“, zog Rathauschef Heilinglechner einen vorläufigen Schlussstrich unter die Diskussion. Die Räte sind aufgefordert, bis zur Februar-Sitzung Einsparmöglichkeiten zu suchen und zu finden.

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