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Die Hauptdarsteller aus dem Film „Mama geht nicht mehr“: (v. li.) Simon Schwarz, Mariele Millowitsch, Erik Linnerud und Mina Tander. Am heutigen Montag ist der Dietramszeller in einer „Soko“-Folge zu sehen.

Nachwuchsschauspieler im TV zu sehen

Dietramszeller unter Mordverdacht - aber nur im Fernsehen

An Montag ist Nachwuchs-Schauspieler Erik Linnerud (17) aus Dietramszell in der ZDF-Krimiserie „Soko München“ zu sehen.

Dietramszell – Mit neun Jahren kam Erik Linnerud als Komparse zum Film. Seine Stimme war im Radiowerbespot des Limo-Herstellers Frucade zu hören. 2015 hatte er dann seine erste Hauptrolle: Der heute 17-Jährige spielte an der Seite von Mariele Millowitsch, Mina Tander und Simon Schwarz im ZDF-Film „Mama geht nicht mehr“. An diesem Montag ist der Dietramszeller erneut im Fernsehen zu sehen: in der Folge „Haltlos“ der TV-Krimiserie „Soko München“.

„Zum Film bin ich eher zufällig gekommen,“ sagt der 17-Jährige. „Meine Mutter bekam einen Flyer in die Hand gedrückt, auf dem nach Komparsen für Bully Herbigs ‚Wickie und die starken Männer‘ gesucht wurde. Mein Vater und ich wurden beim Casting dann genommen, und ich kam automatisch in eine Komparsen-Agentur.“ Damals war Linnerud neun Jahre alt.

So ging die Karriere los: Bei der Dreharbeit zu Bully Herbigs „Wickie und die starken Männer“ am Walchensee war Erik Linnerud als Komparse dabei. Hier mit Hauptdarsteller Jonas Hämmerle.

„Ein Jahr später bin ich dann einmal die Woche zur Kinderschauspielschule in München gegangen. Dort habe ich auch meine Agentin gefunden, die mir meinen ersten richtigen Job bei Frucade vermittelte.“ Dann folgten für den jungen Dietramszeller einige kleine Sprechrollen, beispielsweise in der BR-Serie „Dahoam is Dahoam“.

Bis zum vergangenen Jahr besuchte Linnerud die Realschule in Bad Tölz. „Da war das Schauspielen kein Problem. Die haben mich immer unterstützt, wenn ich mal nicht zur Schule gehen konnte wegen der Drehtage“, sagt der 17-Jährige. Für die Arbeiten an der Tragikomödie „Mama geht nicht mehr“ bekam Linnerud 2015 sogar eineinhalb Monate schulfrei: „Das war dann aber schon kritisch, den Stoff nachzuholen.“

Nach dem Abi will der 17-Jährige auf die Schauspielschule

Mittlerweile besucht Linnerud die Fachoberschule. Eineinhalb Monate im Unterricht fehlen? „Das ginge jetzt nicht mehr.“ Die Szenen für die „Soko München“ waren aber innerhalb von drei Tagen im Kasten. Gedreht wurde in der schulfreien Zeit nach den Realschul-Abschlussprüfungen.

In der Folge „Haltlos“ dreht sich alles um den Mord an der 17-jährigen Lana aus dem Jugendheim. Sie hatte Probleme in ihrer Kindheit und stand wegen ihres Verhaltens in der Jugendwohngruppe immer kurz vor dem Rausschmiss, beschreibt Linnerud den Inhalt. Im Kreis der Verdächtigen stehen die Freunde des Mädchens, darunter auch Karl, den der Dietramszeller spielt. „Ich bin zwar Teil der Clique um Lana herum, werde aber gemobbt. Außerdem ist Karl in Lana verliebt,“ verrät Linnerud. Die Rolle bekam der 17-Jährige von der Produktionsfirma der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY...ungelöst“ angeboten. In deren kurzen Filmbeiträgen hat Linnerud auch schon einmal mitgespielt.

In den nächsten zwei Jahren will sich der Dietramszeller auf sein Abitur an der Fachoberschule Holzkirchen konzentrieren. „Nach dem Abi bewerbe ich mich dann bei den Schauspielschulen“, sagt er. Wenn das nicht klappe, „mache ich eine Ausbildung als Mediengestalter. Falls ich nach der Ausbildung immer noch Interesse daran habe, werde ich dann versuchen, an der Hochschule für Film und Fernsehen einen Studienplatz zu bekommen und Regie und Schauspiel studieren.“ 

Die Arbeit beim Film gefalle ihm einfach besser, als die Vorstellung, irgendwann täglich acht Stunden im Büro zu sitzen. „Ich glaube, beim Film gibt es keinen Alltagstrott. Am Set herrscht einfach eine tolle Atmosphäre. Jeder grüßt dich und ist nett.“ nl

Sendetermin

Die Folge „Haltlos“ in der Serie „Soko München“ wird am Montag, 22. Januar, um 18 Uhr im ZDF ausgestrahlt.

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